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Regensburg auf eigene Faust: 8 Stationen in 2 Stunden

Zuletzt aktualisiert: August 2026

hi.ciceru@gmail.comRegensburg

Einführung

Die mittelalterliche Altstadt von Regensburg gehört zum UNESCO-Welterbe, und warum das so ist, versteht man nach genau acht Stationen: ein römisches Stadttor, das in einen Bischofspalast integriert wurde, ein Reichssaal, der noch immer für die Gesandten des Kaisers hergerichtet ist, eine 1146 fertiggestellte Steinbrücke, die einer späteren Sage nach vom Teufel erbaut wurde, und ein Platz, auf dem eine Synagoge stand, bis die Stadt sie 1519 zerstörte.

Diese Route führt dich in etwa zwei Stunden zu diesen acht Stationen und sagt dir klipp und klar, wo du ohne Vorab-Buchung vor verschlossenen Türen stehst. Zwei der acht Innenräume lassen sich nämlich nur mit Führung besichtigen, und das solltest du wissen, bevor du vor dem Eingang stehst, nicht erst danach.

Das Wichtigste im Überblick

Dauer: 1,5 bis 2 Std. inklusive Abstecher zur Brücke; länger mit Innenbesichtigung des Doms oder Aufstieg auf den Brückturm. Strecke: ca. 1,4 km, 1,7 km mit Brücken-Abstecher. Reine Gehzeit ohne Pausen: 20 bis 22 Minuten. Stationen: 8. Start: Haidplatz, am Goldenen Kreuz. Ziel: Schloss St. Emmeram, Emmeramsplatz 5. Kosten: die Route an sich ist kostenlos. Der Reichssaal und die Prunkräume von Thurn und Taxis sind nur mit Führung zugänglich und kosten extra. Höhenmeter: flache Altstadt, keine verlässlichen Daten für diese Route.

Du kannst die Route völlig kostenlos direkt über diese Seite abgehen. Dieselben acht Stationen gibt es auch als selbstgeführte Tour in der Ciceru-App, inklusive Hintergrundgeschichten und Quizfragen an jedem Halt sowie 500 MB kostenlosem weltweitem eSIM-Datenvolumen, damit du direkt nach der Landung online bist.

Die Route und warum die Reihenfolge genau so passt

Die nachfolgende Reihenfolge (Haidplatz, Altes Rathaus, Goliathhaus, Brückturm, Porta Praetoria, Dom St. Peter, Neupfarrkirche, St. Emmeram) ist bereits optimal: eine durchgehende Linie von der westlichen Altstadt zum Fluss, südöstlich am Dom vorbei und schließlich nach Süden zu St. Emmeram. Keine unnötigen Umwege.

Was dabei fehlt, ist die Steinerne Brücke (erbaut 1135 bis 1146) direkt neben Station 4. Nur vor dem Brückturm zu stehen, ist nicht dasselbe wie über die Brücke zu gehen: Man sieht zwar die Eingangsbögen, aber nicht den Straßenverlauf oder den Rhythmus der Pfeiler über der Donau. Geh vor der Porta Praetoria kurz durch das Brücktor; selbst ein kurzes Hin und Zurück verlängert den Weg nur um ein paar hundert Meter.

Der Sage nach schloss der Baumeister einen Pakt mit dem Teufel, um vor dem Dom fertig zu werden, und versprach ihm die ersten drei Seelen, die die Brücke überquerten. Die Stadt weist das ausdrücklich als Legende aus, denn historisch passt es schlichtweg nicht: Die Brücke war 1146 fertig, während mit dem gotischen Langhaus des Doms erst 1273 begonnen wurde.

Station 1: Haidplatz

Haidplatz, 93047 Regensburg. Keine Hausnummer: Es geht um den Platz selbst. Kostenlos, jederzeit zugänglich, kein Ticket nötig.

Starte am Goldenen Kreuz, dem markantesten Gebäude des Platzes, und schau dann hinüber zur Neuen Waag. 1541 trafen sich dort der Reformator Philipp Melanchthon und der katholische Theologe Johann Eck zum Regensburger Religionsgespräch, einem Versuch unter Kaiser Karl V., eine Annäherung beider Konfessionen zu erreichen. Der Versuch scheiterte, doch das Gebäude, in dem debattiert wurde, steht noch heute.

Diese Station beschränkt sich rein auf das Äußere: der Platz, das Goldene Kreuz, die Neue Waag und das Thon-Dittmer-Palais.

Haidplatz - Regensburg, DALIBRI
Haidplatz - Regensburg, DALIBRI

Station 2: Altes Rathaus

Rathausplatz 4, 93047 Regensburg, Kasse. Das spätgotische Portal mit den Figuren „Schutz und Trutz“ kann von der Straße aus kostenlos besichtigt werden.

Der Reichssaal ist nur im Rahmen einer Führung zugänglich: Ein Einzelticket ohne Führung gibt es nicht. Dasselbe gilt für die Fragstatt (die Folterkammer), die laut Stadt im Originalzustand erhalten ist. Von April bis Oktober finden täglich mindestens elf Führungen statt, etwa zwischen 10:00 und 15:30 Uhr; da verschiedene Quellen leicht abweichende Zeiten angeben, fragst du am besten direkt an der Kasse nach. Komplette Tour: 7,50 € Erwachsene, 4 € ermäßigt, 15 € Familien.

Der um 1320 erbaute Saal war von 1663 bis 1806 Sitz des Immerwährenden Reichstags: Gesandte der Reichsstände traten hier zusammen, manche lebten lebenslang vor Ort.

Reichssaal mit Kaiserthron im Alten Rathaus in Regensburg, Foto und Upload von Hajotthu auf de.wikipedia
Reichssaal mit Kaiserthron im Alten Rathaus in Regensburg, Foto und Upload von Hajotthu auf de.wikipedia

Station 3: Goliathhaus

Goliathstraße 4, 93047 Regensburg. Kostenlos, nur Außenansicht: Der Innenbereich ist nicht öffentlich zugänglich.

Das David-und-Goliath-Fresko erstreckt sich über die gesamte Fassade. Melchior Bocksberger malte das Original etwa zwischen 1570 und 1580, aber die Fläche, die du heute siehst, ist kein unberührtes Original: Die städtische Denkmalliste verzeichnet umfassende Arbeiten an der Fassade in den Jahren 1897/98 sowie 1957/58. Das Motiv stammt aus dem 16. Jahrhundert, die Wand vor dir ist eine Restaurierung.

Goliath-Haus, Goliathstraße 4, Regensburg, Dr. Bernd Gross
Goliath-Haus, Goliathstraße 4, Regensburg, Dr. Bernd Gross

Station 4: Brückturm

Weiße-Lamm-Gasse 1, 93047 Regensburg, am südlichen Ende der Steinernen Brücke, durch das Brücktor. 2 € pro Person für den Turm; das Besucherzentrum Welterbe im selben Gebäude ist kostenlos.

Im Inneren läuft noch heute ein Uhrwerk aus dem Jahr 1625. Es ist der letzte erhaltene von ursprünglich drei Türmen, die die Brückenköpfe sicherten. Das oberste Stockwerk, einst die Türmerwohnung, dient heute als Aussichtspunkt über die Altstadt und die Donau. Nur Treppen, kein Aufzug. Geöffnet von April bis Oktober, täglich 10:00 bis 18:00 Uhr; Winteröffnungszeiten sind nicht veröffentlicht.

Geh von hier aus kurz auf die Brücke, bevor du weiterziehst (siehe oben unter „Die Route“).

Der Brückentorturm ist der einzige von ursprünglich drei Türmen auf der Steinernen Brücke, der erhalten geblieben ist, Helmlechner
Der Brückentorturm ist der einzige von ursprünglich drei Türmen auf der Steinernen Brücke, der erhalten geblieben ist, Helmlechner

Station 5: Porta Praetoria

Unter den Schwibbögen, 93047 Regensburg. Auf der offiziellen Seite ist keine Hausnummer angegeben. Von der Straße aus kostenlos zu sehen. Da für den Innenbereich weder Öffnungszeiten noch Eintrittspreise für 2026 vorliegen, planst du diesen Stopp am besten von außen ein.

Hier stand das Nordtor von Castra Regina, dem römischen Legionslager, das 179 n. Chr. unter Mark Aurel gegründet wurde. Der faszinierende Clou: die Epochen überlagern sich sichtbar. Die römischen Quader stehen nicht für sich allein, sondern sind direkt im Bischofshof verbaut, der späteren bischöflichen Residenz nebenan. Die Stadt wuchs schlicht über das Tor hinweg und umbaute es, genau das hat es gerettet. Seit 2017 ist es nach aufwendiger Restaurierung wieder zugänglich.

Die Reste des ehemaligen Römischen Lagers beim Bischofs-Hof in Regensburg, Rosa-Maria Rinkl
Die Reste des ehemaligen Römischen Lagers beim Bischofs-Hof in Regensburg, Rosa-Maria Rinkl

Station 6: Dom St. Peter

Domplatz 5, 93047 Regensburg, Infozentrum Domplatz. Eine andere Quelle nennt auch Domplatz 1. Der Eintritt ist frei, außerhalb der Gottesdienste kannst du den Dom auf eigene Faust erkunden.

Öffnungszeiten nach Saison: Juni–Sept., Mo.–Sa. 06:30–19:00 Uhr, So./Feiertage 13:00–19:00 Uhr; Apr., Mai, Okt., 06:30–18:00 Uhr / 13:00–18:00 Uhr; Nov.–März, 06:30–17:00 Uhr / 13:00–17:00 Uhr. Während der Messen sind keine Besichtigungen möglich. Der barrierefreie Zugang liegt im Nordosten beim Eselsturm.

Am Silberaltar im Chor wurde fast ein Jahrhundert lang gearbeitet. Seine ältesten Elemente sind die Büsten von Maria und Josef neben dem Kreuz. Das Kunstwerk ist derart massiv verankert, dass der Brandschutzplan keine Bergung vorsieht, im Ernstfall wird es vor Ort abgedeckt. Der Domschatz bleibt wegen Sanierung bis 2028 geschlossen, das Hauptschiff ist geöffnet.

Regensburger Dom, Regensburg, Deutschland (2012), im Vordergrund das Denkmal für Ludwig I. von Bayern. Dipsey
Regensburger Dom, Regensburg, Deutschland (2012), im Vordergrund das Denkmal für Ludwig I. von Bayern. Dipsey

Station 7: Neupfarrkirche

Neupfarrplatz 1, 93047 Regensburg. Für die Kirche sind weder Öffnungszeiten noch Eintrittspreise angegeben, einen Kassenbereich gibt es nicht.

Auf diesem Platz lag einst das mittelalterliche jüdische Viertel Regensburgs. Nach dem Tod von Kaiser Maximilian I., der als Schutzherr fungiert hatte, vertrieb der Stadtrat im Jahr 1519 die jüdische Gemeinde, riss das Viertel mitsamt der Synagoge ab. Albrecht Altdorfer hielt das Gebäude kurz zuvor noch in Zeichnungen fest. Bei Ausgrabungen zwischen 1995 und 1998 kamen die gotische Synagoge, ihr romanischer Vorgängerbau und 624 Goldmünzen ans Licht. Das weiße Bodenrelief von Dani Karavan zeichnet den Grundriss der Synagoge nach: frei zugänglich unter freiem Himmel, das Herzstück dieser Station.

Das unterirdische document Neupfarrplatz ist davon getrennt und nur mit Führung zugänglich: Seit Januar 2026 finden Führungen montags, donnerstags, freitags und samstags um 14:30 Uhr statt, Preise sind nicht angegeben.

Beschreibung: Neupfarrplatz in Regensburg
Beschreibung: Neupfarrplatz in Regensburg

Station 8: St. Emmeram

Emmeramsplatz 5, 93047 Regensburg, Besuchereingang des Schlosses. Für die Basilika ist keine Hausnummer angegeben.

Die Prunkräume und der Kreuzgang sind nur mit Führung zugänglich, kein Einzelticket ohne Tour: täglich um 10:30, 12:30, 14:30 und 16:30 Uhr, 17 € regulär, 14 € ermäßigt, Kinder unter 10 Jahren frei in Begleitung Erwachsener. Die Schatzkammer und der Marstall können auf eigene Faust besucht werden: Do.–So. und feiertags 11:00–16:00 Uhr, letzter Einlass 15:30 Uhr, 6 € / 4 €, gleiche Konditionen für Kinder.

Die Familie Thurn und Taxis erhielt das ehemalige Kloster 1812 als Entschädigung für das verstaatlichte Postwesen und baute es in rund 100 Jahren zu einer Residenz mit über 500 Zimmern aus. Der Südflügel stammt aus dem Jahr 1883. Die Basilika ist eine aktive Pfarrkirche ohne feste offizielle Besichtigungszeiten. Ob du hineinkannst, hängt davon ab, ob die Pforten offenstehen.

Schloss St. Emmeram von Thurn und Taxis in Regensburg, Dr. Bernd Gross
Schloss St. Emmeram von Thurn und Taxis in Regensburg, Dr. Bernd Gross

Tickets und praktische Hinweise

  • An- und Abreise: Vom Hauptbahnhof zum Haidplatz sind es etwa 1,1 km. Offizielle Gehzeiten gibt es nicht, andere Quellen veranschlagen rund 15 Minuten über die Maximilianstraße. Von St. Emmeram zurück zum Hauptbahnhof dauert es zu Fuß südwärts an der Fürst-Anselm-Allee entlang etwa 10 bis 12 Minuten (redaktionelle Schätzung). Für Busverbindungen empfiehlt sich ein Blick in die RVV-Fahrplanauskunft statt einer festen Liniennummer.
  • Schließfächer: Der Hauptbahnhof Regensburg macht keine Angaben zu Schließfachgrößen, Preisen oder Öffnungszeiten.
  • Toiletten: Am Neupfarrplatz 9 stehen während der laufenden Bauarbeiten mobile Toilettenkabinen bereit, darunter eine barrierefreie, rund um die Uhr geöffnet. Bei St. Emmeram am besten vor der Führung austreten, während des Rundgangs gibt es keine Möglichkeit dazu.
  • Kulinarik: Die Historische Wurstkuchl in der Thundorferstraße 3 liegt direkt neben dem Salzstadel und dem Brückturm, ganz ohne Umweg. Die Öffnungszeiten sind nicht verifiziert, bitte vor Ort prüfen.
  • Startzeit: Wer nur Außenfassaden sehen möchte, startet zwischen 09:00 und 09:30 Uhr; ab 10:00 Uhr lässt sich auch der Brückturm besteigen. An Sonn- und Feiertagen ist der Dom vor 13:00 Uhr nicht für Besichtigungen geöffnet.
  • Unterwegs: Die Route verläuft größtenteils durch Fußgängerzonen, doch das historische Kopfsteinpflaster wird bei Nässe rutschig und ist für Kinderwagen wie Rollstühle mühsam. Am Brückturm und im Museum von St. Emmeram gibt es Treppen ohne stufenfreien Zugang. In den Prunkräumen gibt es keine Sitzgelegenheiten.
  • Kombitickets: Ein Sammelticket für alle acht Stationen gibt es nicht. Das eigentliche Nadelöhr ist ohnehin die Zeit, nicht das Geld: Sowohl für das Innere des Alten Rathauses als auch für die Prunkräume im Schloss gelten feste Führungszeiten. Beide Touren in einen zweistündigen Rundgang zu packen, ist schlicht nicht machbar.

Häufig gestellte Fragen

Vermasseln die zwei reinen Führungs-Stopps einen zweistündigen Besuch? Nein. Spar dir den Reichssaal und die Prunkräume von Thurn und Taxis, beide Stationen wirken auch von außen. Die veranschlagten zwei Stunden gehen davon aus, dass du schaust statt an einer Führung teilzunehmen.

Sollte ich die Steinerne Brücke trotzdem ansehen, auch wenn sie nicht zu den acht Stationen gehört? Ja. Der Brückturm zeigt nur die Torbögen, nicht den Brückenweg oder die Pfeiler. Geh kurz auf die Brücke hinaus und wieder zurück, bevor du weiter zur Porta Praetoria läufst.

Ich bin auf einer Donau-Kreuzfahrt und habe noch drei bis vier Stunden bis zur Abfahrt. Wo fange ich an? Die meisten Anlegestellen liegen nahe dem Marc-Aurel-Ufer, also näher an St. Emmeram und dem Brückturm als am Haidplatz. Geh die Route einfach umgekehrt, damit du am Fluss endest, statt dort zu starten.

Muss ich etwas herunterladen? Nein, die Adressen und Öffnungszeiten oben reichen völlig aus. Die Ciceru-App bietet dieselben acht Stationen als selbstgeführte Tour mit einer Story und einem Quiz an jedem Halt, plus eine kostenlose weltweite eSIM mit 500 MB.

Bevor du losgehst

Acht Stationen, rund 1,4 km und etwa zweitausend Jahre zwischen der Porta Praetoria und dem Südflügel von Thurn und Taxis.

Geh die Route in der angegebenen Reihenfolge ab, häng den kurzen Abstecher auf die Steinerne Brücke an und lass die beiden Innenräume, die nur mit Führung zugänglich sind, entweder aus oder buch sie vorab. Nichts davon erfordert eine App, einen Guide oder eine Reservierung, um als zweistündiger Spaziergang perfekt zu funktionieren.

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