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Sarajevo zu Fuß: Ein selbstgeführter Rundgang durch die Altstadt

Zuletzt aktualisiert: September 2026

filippo.anzivino@gmail.comSarajevo

Einführung

Sarajevo zu Fuß: Ein selbstgeführter Rundgang durch die Altstadt

Zuletzt aktualisiert: September 2026

Sarajevo ist kompakt genug, um die Altstadt komplett zu Fuß zu erkunden, aber die Reihenfolge macht den Unterschied. Die reguläre Ciceru-Tour startet am Rathaus und legt zwischendurch einen kleinen Zickzackkurs ein. Diese Version beginnt am Bahnhof Bistrik und endet am Rathaus.

Die Route ist etwa 2,4 km lang. Die zehn Stationen umfassen österreichisch-ungarisches, osmanisches und jüdisches Erbe, die Lateinerbrücke und das Flussufer. Die Belagerung und das Attentat von 1914 werden als belegte Geschichte vermittelt.

Kurzübersicht

  • Dauer: Etwa 1 Stunde 30 Minuten bis 1 Stunde 50 Minuten bei Außenbesichtigungen und kurzen Stopps. Plane 2 Stunden 20 Minuten bis 2 Stunden 50 Minuten ein, wenn du zwei Gebäude von innen besichtigst.
  • Distanz: Etwa 2,4 km Wegstrecke. Die reguläre Tour in der Ciceru-App ist auf 2 km gerundet.
  • Reine Gehzeit: Etwa 33 bis 36 Minuten.
  • Stationen: 10.
  • Start: Bahnhof Bistrik.
  • Ziel: Rathaus von Sarajevo (Vijećnica).
  • Preis: Die Route im öffentlichen Raum ist kostenlos. Für Innenbesichtigungen gelten separate Eintrittspreise und Öffnungszeiten.
  • Höhenprofil: Kein verifizierter Gesamtanstieg angegeben. Der Startpunkt und einige Straßen weisen jedoch Steigungen auf.

Dieselben 10 Stationen gibt es auch als selbstgeführte Tour in der Ciceru-App, inklusive der passenden Geschichte und einer Quizfrage an jedem Stopp sowie einer kostenlosen globalen 500-MB-eSIM, damit du direkt nach der Landung online bist.

Die Route

Die effizienteste Reihenfolge lautet: Bahnhof Bistrik, Aschkenasische Synagoge, Lateinerbrücke, Ferhadija-Moschee, Gazi-Husrev-Beg-Moschee, Morića Han, Baščaršija, Sebilj, Kupferschmiedgasse (Kazandžiluk) und Rathaus von Sarajevo. Sie beginnt mit dem südlichen Ausreißer und führt dann nach Norden und Osten durch das Zentrum.

Die aktuelle Ciceru-Seite führt 10 Stationen, 2 km und 2 Stunden auf, beginnend am Rathaus. Bei dieser Reihenfolge läufst du von der Gazi-Husrev-Beg-Moschee zur Lateinerbrücke, zurück zur Ferhadija und dann nach Südwesten zur Synagoge und nach Bistrik. Das bedeutet doppelte Wege. Geh die unten stehende Route einfach rückwärts ab, um der offiziellen App-Reihenfolge zu folgen, oder starte in Bistrik für die direktere Strecke.

Die Zeitangaben trennen Gehzeit von Verweildauer. 35 Minuten beziehen sich rein auf die Strecke zu Fuß, ohne Lesen, Straßenüberquerungen oder Innenbesichtigungen.

Station 1: Bahnhof Bistrik

Der Bahnhof Bistrik ist der südliche Startpunkt und der einzige größere Ausreißer der Route. Er ist ein erhaltener Teil der ehemaligen Eisenbahninfrastruktur Sarajevos oberhalb des zentralen Flusslaufs.

Plane hier einen reinen Außenstopp ein, es sei denn, ein Zugang ist am jeweiligen Tag gesichert möglich. Bis zur nächsten Station sind es etwa 0,9 km und 12 bis 14 Minuten.

Ehemaliger Bahnhof Bistrik über dem Flusskorridor von Sarajevo. Foto: Julian Nyča
Ehemaliger Bahnhof Bistrik über dem Flusskorridor von Sarajevo. Foto: Julian Nyča

Station 2: Aschkenasische Synagoge

Die Aschkenasische Synagoge steht südlich der zentralen Brücken an der Miljacka. Sie repräsentiert das jüdische Architekturerbe Sarajevos, bevor die Route ins osmanische und österreichisch-ungarische Zentrum führt.

Der reguläre touristische Zugang zum Innenraum ist nicht garantiert, weshalb sich die verlässliche Besichtigung auf die Außenansicht von der Straße beschränkt. Bis zur Lateinerbrücke sind es etwa 450 Meter und 6 Minuten.

Die Aschkenasische Synagoge an der Miljacka in Sarajevo. Foto: Argo Navis
Die Aschkenasische Synagoge an der Miljacka in Sarajevo. Foto: Argo Navis

Station 3: Lateinerbrücke und das Museum 1878–1918

Die Lateinerbrücke ist eng mit dem Latinluk verbunden, dem historischen katholischen Viertel von Sarajevo. Von 1918 bis 1993 trug sie offiziell den Namen Principov most (Princip-Brücke), bevor 1993 der Name Lateinerbrücke wiederhergestellt wurde.

Am 28. Juni 1914 fuhren Franz Ferdinand und Sophie in einer angekündigten Wagenkolonne durch Sarajevo. Nedeljko Čabrinović warf eine Bombe, die Insassen des nachfolgenden Wagens verletzte. Nach dem Besuch im Rathaus wurde die Rückroute geändert, doch der neue Befehl wurde nicht richtig weitergegeben. Ein Fahrzeug bog nahe der Brücke in die ursprünglich geplante Straße ein, stoppte und setzte zurück. Gavrilo Princip stand an der Ecke und feuerte zwei Schüsse ab, die Sophie und Franz Ferdinand tödlich verletzten.

Das Museum Sarajevo 1878–1918 befindet sich im ehemaligen Delikatessengeschäft Schiller, direkt am Ort des Attentats. Von Mai bis Oktober ist es montags bis freitags von 09:00 bis 17:00 Uhr und samstags von 10:00 bis 15:00 Uhr geöffnet, sonntags geschlossen. Von November bis April gelten unter der Woche Öffnungszeiten von 10:00 bis 16:00 Uhr. Der Eintritt kostet 5 BAM für Erwachsene, 2 BAM für Studierende und 1 BAM für Kinder und Rentner. Die Außenansicht ist kostenfrei.

Die Lateinerbrücke über die Miljacka in Sarajevo. Foto: Dudva
Die Lateinerbrücke über die Miljacka in Sarajevo. Foto: Dudva

Station 4: Ferhadija-Moschee und Sarajevo Meeting of Cultures

Die Ferhadija-Moschee ist ein aktives Gotteshaus und steht unter Denkmalschutz. Von der Lateinerbrücke sind es etwa 250 Meter und 3 bis 4 Minuten. Die Außenbesichtigung ist kostenlos. Feste touristische Eintrittspreise und Besuchszeiten sind nicht offiziell ausgewiesen.

Am Übergang zwischen den Straßen Sarači und Ferhadija, direkt am Gazi-Husrev-Beg-Basar (Bezistan), markiert die Bodenmarkierung „Sarajevo Meeting of Cultures“ einen markanten architektonischen Schnittpunkt. Städtische Unterlagen beschreiben den östlichen Teil als osmanisch geprägtes Handelsviertel und den westlichen als österreichisch-ungarische Stadtentwicklung. Eine historische politische Grenze war dies jedoch nie. Beachte bei Moscheebesuchen stets angemessene Kleidung, zieh am Eingang die Schuhe aus und betritt das Gebäude nicht während der Gebetszeiten.

Ferhadija-Moschee in der Ferhadija-Straße. Foto: Milan Suvajac
Ferhadija-Moschee in der Ferhadija-Straße. Foto: Milan Suvajac

Station 5: Gazi-Husrev-Beg-Moschee

Die Gazi-Husrev-beg-Moschee wurde **1530 oder 1531** als Teil eines gestifteten religiösen und sozialen Komplexes erbaut. Ihre Uhrentradition folgt der islamischen Zeitrechnung, bei der die Uhr mit dem Sonnenuntergang auf 12 Uhr zurückgestellt wird.

Die offiziellen Besuchszeiten für Touristen sind vom **1. April bis 31. Oktober von 09:00 bis 12:00 Uhr, 14:30 bis 16:00 Uhr und 17:30 bis 19:00 Uhr**. Während des Ramadan gelten die Zeiten **09:00 bis 12:00 Uhr und 17:30 bis 19:00 Uhr**. Im Winter, etwa vom 31. Oktober bis zum 1. April, liegt das Zeitfenster bei **09:00 bis 11:00 Uhr**. Der Eintritt kostet **3 BAM**. Dies sind feste Besuchsfenster, keine durchgehenden Öffnungszeiten zwischen dem ersten und letzten Termin.

Die Gazi-Husrev-beg-Moschee im Viertel Baščaršija. Foto: Argo Navis
Die Gazi-Husrev-beg-Moschee im Viertel Baščaršija. Foto: Argo Navis

Station 6: Morića Han

Ein Han bot im osmanischen Handelssystem Reisenden und Tieren eine sichere Unterkunft. Die Gazi-Husrev-beg-Stiftung datiert den Morića Han auf das späte 16. oder frühe 17. Jahrhundert und beziffert die damalige Kapazität auf rund **300 Reisende und 70 Pferde**.

Heute ist das Gebäude ein gewerbliches Objekt der Stiftung und keine funktionierende Karawanserei mehr. Im **August 2026** meldete die Stiftung Mittel für eine Dacherneuerung an. Es liegt keine offizielle Schließmeldung vor, der Zugang zu allen Bereichen kann jedoch nicht garantiert werden. Einheitliche Besuchszeiten für das gesamte Denkmal gibt es nicht. Von der Gazi-Husrev-beg-Moschee aus erreichst du den Han in **etwa 140 Metern und 2 Minuten**.

Morića Han in Sarajevos historischem Zentrum. Foto: JoJan
Morića Han in Sarajevos historischem Zentrum. Foto: JoJan

Station 7: Baščaršija

Die Baščaršija ist das historische Marktviertel rund um die zentralen osmanischen Handelsgassen. Diese Station widmet sich einem ganzen Viertel, nicht nur einem einzelnen Gebäude. Plane vom Morića Han aus **etwa 120 Meter und 2 Minuten** ein.

Baščaršija, Sarajevos historisches Basarviertel. Foto: Đana Talić
Baščaršija, Sarajevos historisches Basarviertel. Foto: Đana Talić

Station 8: Sebilj

Ein Sebil war ein öffentlicher Brunnenpavillon zur Trinkwasserversorgung. Offizielle Denkmalquellen zur Baščaršija belegen einen früheren Sebil in Sarajevo, der **1754** von Mehmed-paša Kukavica in Auftrag gegeben und beim großen Brand von 1852 zerstört wurde. Das heutige Bauwerk stammt aus dem Jahr **1891**.

Die Urheberschaft des Entwurfs ist umstritten: Offizielle Denkmalberichte halten eine Planung durch Josip Vancaš für wahrscheinlich, während viele Sekundärquellen Alexander Wittek nennen. Dieser Guide legt sich hier nicht fest. Die Erzählung, dass jeder, der aus dem Sebilj trinkt, eines Tages nach Sarajevo zurückkehrt, gehört ins Reich der Legenden.

Die Baščaršija und der Sebilj liegen auf demselben Platz. Plane **etwa 1 Minute** Gehzeit ein.

Der Sebilj-Brunnen auf dem Baščaršija-Platz. Foto: Tumi-1983
Der Sebilj-Brunnen auf dem Baščaršija-Platz. Foto: Tumi-1983

Station 9: Kupferschmiedgasse

Kazandžiluk, die Kupferschmiedgasse, ist die historische Handwerkerstraße für traditionelle Kupferarbeiten in Sarajevo. Die Gasse ist Teil des historischen Basargefüges und kein isoliertes Einzeldenkmal.

Die Werkstätten und Läden legen ihre Öffnungszeiten und Preise individuell fest. Vom Sebilj aus gehst du **etwa 80 Meter und 1 Minute**. Bis zum Rathaus sind es von hier aus noch einmal **etwa 250 Meter und 3 bis 4 Minuten**.

Kupferschmiede bei der Arbeit in der Kazandžiluk. Foto: JoJan
Kupferschmiede bei der Arbeit in der Kazandžiluk. Foto: JoJan

Station 10: Rathaus von Sarajevo, Vijećnica

Das Rathaus von Sarajevo wurde unter österreichisch-ungarischer Verwaltung erbaut und am **20. April 1896** eröffnet. Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergte es die National- und Universitätsbibliothek von Bosnien und Herzegowina. In der Nacht vom **25. auf den 26. August 1992** wurde das Gebäude von Brandgranaten getroffen und brannte vollständig aus. Laut offizieller Chronik des Hauses wurden dabei rund **zwei Millionen Bibliothekseinheiten** vernichtet. Der Wiederaufbau erfolgte phasenweise von 1996 bis 2014. Am **9. Mai 2014** wurde die Vijećnica feierlich wiedereröffnet.

Die regulären Öffnungszeiten sind **täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr**. Der zuletzt publizierte Regulärpreis lag bei **10 BAM** (ermäßigt **5 BAM**), allerdings veröffentlicht die Betreiberseite derzeit keine verbindliche Preisliste. Betrachte diese Angaben als Richtwert und prüfe sie vor Ort. Die Außenansicht ist jederzeit kostenfrei möglich.

Die Belagerung Sarajevos dauerte nach historischer und akademischer Chronologie vom **5. April 1992 bis zum 29. Februar 1996**. Die Rosen von Sarajevo sind mit rotem Kunstharz ausgefüllte Granattrichter im Straßenasphalt, die an Stellen erinnern, an denen Zivilisten starben. Sie sind keine Fotomotive und kein dekoratives Element. Die juristische Aufarbeitung der Kriegsverbrechen umfasst klar definierte Urteile zu bestimmten Operationen, während Einzelereignisse und historische Deutungen weiterhin Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind.

Das Rathaus von Sarajevo, auch bekannt als Vijećnica. Foto: Choinowski
Das Rathaus von Sarajevo, auch bekannt als Vijećnica. Foto: Choinowski

Tickets und Praktisches

  • BAM: Bosnien und Herzegowina nutzt die Konvertible Mark, vor Ort mit KM abgekürzt. Gehe nicht davon aus, dass überall Kartenzahlung akzeptiert wird. Der Hoffnungstunnel nimmt nur Bargeld an und liegt abseits dieser Tour.
  • Trinkwasser: Labortests der städtischen Versorger vom Juli 2026 bestätigen die Trinkwasserqualität des öffentlichen Netzes. Nimm an heißen Tagen immer eine Wasserflasche mit.
  • Hoffnungstunnel: Dies ist ein eigenständiger Ausflug und keine Station dieses Rundgangs. Das Museum lässt sich auf eigene Faust erreichen. Vom 1. April bis 31. Oktober ist es von 08:30 bis 17:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass 16:30 Uhr). Vom 1. November bis 31. März gelten die Zeiten 09:00 bis 16:00 Uhr (letzter Einlass 15:30 Uhr). Der Eintritt beträgt 20 BAM, ermäßigt/Studierende 8 BAM, der Audioguide kostet 3 BAM, Kinder unter sechs Jahren haben freien Eintritt. Kartenzahlung oder Fremdwährungen werden vor Ort nicht akzeptiert. Da Buslinien flexibel geführt werden, solltest du vorab die aktuellen Fahrpläne prüfen.
  • Straßenbahn: Für diese Tour durch die Altstadt brauchst du keine Bahn. Die aktuellen GRAS-Tarife liegen bei 2,20 BAM für eine Einzelfahrt und 7,10 BAM für ein Tagesticket.
  • Hitze: Die Sommernachmittage in Sarajevo können extrem heiß werden. Bei einer Hitzewelle Ende August 2026 meldete das Föderale Hydrometeorologische Institut Spitzenwerte von 38 bis 40 °C. Starte früh, halte dich im Schatten auf und plane Innenbesichtigungen passend zu den offiziellen Zeitfenstern.

Häufig gestellte Fragen

Ist diese Route wirklich kostenlos?

Ja, von öffentlichen Straßen und Außenbereichen aus. Das Museum an der Lateinerbrücke, das Rathaus und die Gazi-Husrev-Beg-Moschee verlangen die oben genannten Eintrittspreise. Die Besuchsbedingungen für Touristen in der Ferhadija-Moschee sind derzeit nicht verifiziert.

Führt die Route an einer Sarajevo-Rose vorbei?

Nicht gesichert. Fachliteratur belegt zwar Rosen in der Ferhadija-Straße, aber keine erhaltene Markierung direkt entlang dieser Route mit zehn Stopps. Versprechen können wir daher keine.

Kann ich den Tunnel der Hoffnung ohne geführte Tour besuchen?

Ja. Es handelt sich um einen separaten Museumsbesuch, der nicht Teil des Spaziergangs im Zentrum ist. Prüfe vorher die aktuelle Verkehrsverbindung und nimm BAM mit, da vor Ort nur Barzahlung akzeptiert wird.

Brauche ich die Ciceru-App, um diese Route zu laufen?

Nein. Du kannst einfach dieser Seite folgen. Dieselben 10 Stopps gibt es auch als selbstgeführte Tour in der Ciceru-App, mit den passenden Geschichten und Quizfragen an jeder Station sowie einer kostenlosen globalen 500-MB-eSIM, damit du direkt nach der Ankunft online bist.

Bevor es losgeht

Starte in Bistrik für die sinnvollste geografische Reihenfolge oder gehe die Liste rückwärts ab, um abseits des Zentrums zu enden. Plane 35 Minuten für die reine Gehzeit ein und rechne zusätzliche Zeit für Innenbesichtigungen hinzu. Prüfe vorab noch einmal Eintrittspreise, denkmalbedingte Zugänge, Besuchszeiten der Moscheen und die Verbindung zum Tunnel der Hoffnung. Wenn du einen längeren Aufenthalt planst, lies Sarajevo ohne Auto: fünf Tagesausflüge mit Bus und Bahn.

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