
Navigationsschule Åland: Ein Erbe maritimer Ausbildung
Die Navigationsschule Åland (Navigationsskolan) ist ein institutioneller Eckpfeiler der dauerhaften maritimen Identität Mariehamns. Das ehrwürdige Backsteingebäude in der Stadt, die als „Heimat der letzten Windjammer“ bekannt ist, ist ein lebendiger Beweis für die lange und reiche Geschichte maritimer Kompetenz auf Åland.
Eine lange Geschichte der Seefahrtsausbildung
Die Ursprünge der maritimen Ausbildung auf den Ålandinseln reichen bis ins Jahr 1854 zurück, als sie vom Pfarrer Frans Petter von Knorring ins Leben gerufen wurde. Dies führte 1868 zur Gründung der offiziellen Navigationsschule in Mariehamn. Bereits 1874 bildete die Institution Handelsschiffer, Steuerleute und Kapitäne für Fahrten auf Nord- und Ostsee aus.
Die Schule spielte eine entscheidende Rolle bei der Bereitstellung der qualifizierten Offiziere, die die legendäre åländische Flotte bemannten. Dazu gehörten auch die Windjammer von Gustaf Erikson, einer herausragenden Persönlichkeit im goldenen Zeitalter der kommerziellen Segelschifffahrt. Erikson selbst erhielt einen Teil seiner nautischen Ausbildung in Mariehamn und qualifizierte sich mit 20 Jahren als Zweiter Offizier. Die Schule stellte die unerlässlichen Arbeitskräfte bereit, die es der åländischen kommerziellen Segelschifffahrt ermöglichten, noch lange zu florieren, nachdem die Dampfkraft anderswo dominant geworden war.
Architektonische Entwicklung
Das heutige Gebäude der Navigationsschule wurde zwischen 1937 und 1938 nach den Entwürfen des renommierten finnischen Architekten Lars Sonck errichtet. Sein Bau fiel mit dem Höhepunkt von Gustaf Eriksons Windjammer-Betrieb zusammen, was das Engagement der Insel für die maritime Ausbildung unterstreicht.
Eine umfassende Renovierung im Jahr 1972, unter der Leitung der Architekten Elma und Erik Lindroos, fügte dem Gebäude eines seiner markantesten Merkmale hinzu: einen zurückgesetzten Turm, der von einem Mast gekrönt wird. Dies war nicht nur dekorativ, sondern wurde speziell für den praktischen Navigationsunterricht konzipiert und genutzt. Der architektonische Wert des Gebäudes wurde intensiv diskutiert, wie eine Publikation mit dem Titel „Die Navigationsschule – Architektur oder Kitsch?“ belegt.
Die moderne Marineakademie
Das Gebäude setzt sein Erbe heute fort und beherbergt maritime Studiengänge, die Teil der Högskolan på Åland (Hochschule Åland) sind. Seit 2020 wird die gesamte maritime Ausbildung auf Åland von der Alandica Shipping Academy (ASA) koordiniert.
Die ASA bietet ein umfassendes Ausbildungsangebot, von Berufsausbildungen bis hin zu Hochschulabschlüssen in Bereichen wie Nautik, Schiffsmaschinenbau und Elektrotechnik. Die Akademie nutzt modernste Einrichtungen, darunter fortschrittliche Navigations- und Maschinenraumsimulatoren, einen eigenen Übungshafen und ein Maritimes Sicherheitszentrum für spezialisierte Schulungen.
FAQ
Wann wurde die Navigationsschule Åland gebaut?
Das heutige Gebäude wurde zwischen 1937 und 1938 nach einem Entwurf des Architekten Lars Sonck errichtet. Eine formale Navigationsschule wurde jedoch bereits 1868 in Mariehamn gegründet, und 1874 begann sie mit der Ausbildung von Seekapitänen.
Welche Verbindung hat die Schule zu Gustaf Erikson?
Die Schule bildete die qualifizierten Offiziere und Kapitäne für Ålands Segelflotten aus, darunter Gustaf Eriksons weltberühmte Windjammer. Erikson selbst erhielt einen Teil seiner nautischen Ausbildung in Mariehamn.
Ist die Navigationsschule Åland noch in Betrieb?
Ja, das Gebäude ist weiterhin ein Zentrum für maritime Ausbildung. Es ist Teil der Hochschule Åland, und alle Studiengänge werden seit 2020 von der Alandica Shipping Academy (ASA) koordiniert.
Wozu dient der Mast auf dem Gebäude?
Ein Turm mit Mast wurde während einer Renovierung im Jahr 1972 hinzugefügt. Er wurde speziell für den praktischen Navigationsunterricht konzipiert und genutzt, wodurch die Funktion der Schule direkt in ihre Architektur integriert wurde.



