Goldenes Dachl Innsbruck: Kaiserliche Geschichte und goldene Schindeln - Innsbruck
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Ziel

Goldenes Dachl Innsbruck: Kaiserliche Geschichte und goldene Schindeln

Innsbruck, Austria

Im Herzen der Innsbrucker Altstadt steht das Goldene Dachl als berühmtestes Wahrzeichen der Stadt, ein glitzerndes Symbol kaiserlicher Macht. Von der Straße aus begeistern seine 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln die Schaulustigen und spiegeln das Vermächtnis von Kaiser Maximilian I. wider.

Eine kaiserliche Loge

Das als Neuhof bekannte Gebäude wurde um 1420 von Herzog Friedrich IV. als Residenz für die Tiroler Landesfürsten erbaut. Zwischen 1497 und 1500 gab Kaiser Maximilian I. den prunkvollen Erker und sein ikonisches Dach in Auftrag. Dieser opulente Anbau diente als kaiserliche Loge, von der aus der Kaiser und sein Hofstaat Turniere, Feste und andere Veranstaltungen auf dem Platz darunter beobachten und dabei seinen Reichtum und Einfluss zur Schau stellen konnte.

Architektonische Pracht

Das Goldene Dachl ist ein Meisterwerk an der Schwelle von der Spätgotik zur frühen Renaissance. Der verzierte, 16 Meter breite Prunkerker wurde vom Baumeister Niklas Türing dem Älteren entworfen. Sein 3,7 Meter hohes Dach ist mit Tausenden von vergoldeten Kupferschindeln bedeckt. Die farbenfrohen Fresken, die das Bauwerk schmücken, werden Jörg Kölderer, dem Hofmaler Maximilians I., zugeschrieben.

Geschichten in Stein und geheimer Schrift

Die Reliefs am Erker sind reich an Symbolik. Sie zeigen Kaiser Maximilian I., strategisch zwischen seinen beiden Ehefrauen Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza positioniert, eine diplomatische Geste zur Würdigung der Allianzen aus beiden Ehen. Andere Reliefs zeigen Hofnarren und Moriskentänzer bei akrobatischen Darbietungen, obwohl der genaue Ursprung dieses Tanzes ein historisches Rätsel bleibt. Im Design versteckt, enthält ein Spruchband eine verschlüsselte lateinische Inschrift aus dem Johannesevangelium, die lautet: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern wird das Licht des Lebens haben, spricht der Herr.“

Vom Schattendasein zum Wahrzeichen

Nach Maximilians Herrschaft verlor das Gebäude an Bedeutung. Es diente verschiedenen Zwecken, unter anderem als Verwaltungsgebäude und sogar als Kaserne, wobei seine historische Bedeutung weitgehend verkannt wurde. Erst mit dem Aufkommen des Tourismus im späten 19. Jahrhundert wurde das Goldene Dachl wiederentdeckt, als wichtige historische Stätte gefeiert und sein Status als Wahrzeichen Innsbrucks zementiert.

Das Goldene Dachl heute

Heute ist das Goldene Dachl ein zentraler Anziehungspunkt in der Innsbrucker Fußgängerzone. Das Gebäude beherbergt das Museum Goldenes Dachl, das 2019 neugestaltet wurde, um das Leben und die Zeit Kaiser Maximilians I. in den Mittelpunkt zu stellen. Das Museum zeigt auch sechs der originalen Reliefs des Erkers, die 1952 zum Schutz durch Kopien an der Fassade ersetzt wurden. Außerdem befindet sich im Gebäude das Ständige Sekretariat der Alpenkonvention und auf dem Platz davor finden weiterhin öffentliche Veranstaltungen wie der jährliche Christkindlmarkt statt.

FAQ

Warum wurde das Goldene Dachl erbaut?

Kaiser Maximilian I. gab das Goldene Dachl um 1500 als prunkvolle kaiserliche Loge in Auftrag. Von dort aus konnten er und sein Hofstaat Feste und Turniere auf dem Platz darunter beobachten, was als öffentliche Zurschaustellung seiner kaiserlichen Macht und seines Reichtums diente.

Sind die Schindeln auf dem Goldenen Dachl aus echtem Gold?

Das Dach ist mit 2.657 feuervergoldeten Kupferschindeln bedeckt. Sie sind zwar nicht aus massivem Gold, aber mit Gold überzogen, was dem Dach sein berühmtes, glitzerndes Aussehen verleiht.

Was befindet sich heute im Gebäude des Goldenen Dachls?

Das Gebäude beherbergt das Museum Goldenes Dachl, das sich auf Kaiser Maximilian I. konzentriert. Es enthält auch das Büro des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention. Die originalen Reliefs des Erkers werden zu ihrem Schutz im Museum ausgestellt.

Wer ist auf den Reliefs des Goldenen Dachls abgebildet?

Die Reliefs zeigen Kaiser Maximilian I. neben seinen beiden Ehefrauen, Maria von Burgund und Bianca Maria Sforza. Sie zeigen auch Hofnarren und Moriskentänzer.

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