
Esma-Sultan-Moschee: Jajces einzigartiges Wahrzeichen
Die Esma-Sultan-Moschee liegt im historischen Basar von Jajce und ist ein bedeutendes kulturelles und religiöses Wahrzeichen. Sie gilt als die wertvollste Moschee der osmanischen Ära in der Stadt und hat die einzigartige Ehre, die einzige Moschee in Bosnien und Herzegowina zu sein, die nach einer Frau benannt ist: Esma Sultan. Ihre Geschichte ist eine faszinierende Mischung aus historischen Fakten, lokalen Legenden und moderner Widerstandsfähigkeit.
Die Geschichte zweier Stifter
Eine Inschrift über dem Portal der Moschee datiert ihren Bau auf 1749/50 und nennt als Gründer Emir Mustafa, einen hochrangigen Militäroffizier. Eine populäre und hartnäckige lokale Überlieferung schreibt die Finanzierung der Moschee jedoch Esma zu, der Frau des bosnischen Gouverneurs Mehmed-Pascha Muhsinović.
Der Legende nach wurde Esma krank und Astrologen rieten ihr, sie würde genesen, wenn sie drei wohltätige Bauten stiften würde. Daraufhin soll sie mit ihrem eigenen Schmuck den Bau von zwei Brücken über den Fluss Vrbas und eben dieser Moschee finanziert haben. Diese Erzählung hat dem Bauwerk seinen Namen und seinen einzigartigen Platz in der Geschichte des Landes als Zeugnis weiblichen Mäzenatentums eingebracht.
Architektonische Merkmale
Die Esma-Sultan-Moschee ist ein schönes Beispiel osmanischer Architektur. Sie ist als zentraler Kuppelbau mit einer überdachten Vorhalle konzipiert. Die gestreckte Kuppel ruht auf einem quadratischen Unterbau und erreicht eine Höhe von 13 Metern. Das schlanke Steinminarett hat einen achteckigen Sockel und einen sechzehnseitigen Schaft. Es ist aufwendig verziert mit Knospenmotiven, Stalaktitenornamenten unterhalb des Balkons und Reliefdekorationen aus Kreisen, Sternen und Sechsecken an seiner Brüstung.
Zum ursprünglichen Komplex gehörten auch ein Brunnen, ein Mekteb (eine muslimische Religionsschule) und ein Friedhof. Auf dem Friedhof befanden sich etwa zwanzig osmanische Grabsteine, sogenannte Nişan, von denen der älteste auf das Jahr 1822 datiert wird.
Zerstörung und Wiederaufbau
Ein tragisches Kapitel in der Geschichte der Moschee ereignete sich 1993 während des Bosnienkriegs, als sie vollständig zerstört und alle ihre Bestandteile vom Gelände entfernt wurden. Ihre große Bedeutung für die Identität der Stadt war der Antrieb für einen sorgfältigen Wiederaufbau, der von 2003 bis 2010 stattfand. Die Moschee wurde 2010 offiziell wiedereröffnet, als Symbol für die Widerstandsfähigkeit von Jajce und das Bekenntnis zu seinem kulturellen Erbe.
Die Moschee heute
Heute dient die Esma-Sultan-Moschee der muslimischen Gemeinde als aktives Gotteshaus und ist als Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina ausgewiesen. Außerhalb der Gebets- und Abendstunden ist sie für Touristen und Besucher zugänglich. Im angrenzenden Gebäude der islamischen Gemeinde befindet sich eine Bibliothek für alle, die an weiteren Informationen interessiert sind.
FAQ
Nach wem wurde die Esma-Sultan-Moschee benannt?
Die Moschee ist nach Esma benannt, der Frau des bosnischen Gouverneurs des 18. Jahrhunderts, Mehmed-Pascha Muhsinović. Einer beliebten Legende nach finanzierte sie den Bau mit ihrem Schmuck, was die Moschee zur einzigen in Bosnien und Herzegowina macht, die nach einer Frau benannt ist.
Wann wurde die Esma-Sultan-Moschee erbaut?
Die ursprüngliche Moschee wurde 1749/50 erbaut. Nachdem sie 1993 während des Bosnienkriegs vollständig zerstört worden war, wurde sie zwischen 2003 und 2010 sorgfältig wiederaufgebaut.
Wer ist der offizielle Gründer der Moschee?
Obwohl sie nach Esma Sultan benannt ist, nennt eine Inschrift über dem Portal als Gründer Emir Mustafa, einen hochrangigen Militäroffizier, der der historisch belegte Stifter war.
Können Besucher die Esma-Sultan-Moschee betreten?
Ja, die Moschee ist für Besucher außerhalb der Gebets- und Abendstunden zugänglich. Sie ist ein aktives Gotteshaus und ein ausgewiesenes Nationaldenkmal.



