Baščaršija: das osmanische Herz der Altstadt von Sarajevo - Sarajevo
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Baščaršija: das osmanische Herz der Altstadt von Sarajevo

Sarajevo, Bosnia-and-herzegovina

Die Baščaršija, das historische und kulturelle Zentrum von Sarajevo, ist der alte Basar der Stadt und das pulsierende Herz ihrer osmanischen Vergangenheit. Sie wurde im 15. Jahrhundert gegründet und ihr Name stammt aus dem Türkischen und bedeutet „Hauptmarkt“. Mit ihrem charakteristischen osmanischen Baustil, den engen, gewundenen Kopfsteinpflastergassen und einstöckigen Geschäftshäusern bildet das Viertel einen starken visuellen Kontrast zur Pracht der österreichisch-ungarischen Bauten, die nur einen Steinwurf entfernt liegen. So verkörpert die Baščaršija Sarajevos einzigartige Identität als eine Stadt, in der Ost und West sich begegnen.

Gründung und goldenes Zeitalter

Die Ursprünge der Baščaršija reichen bis ins Jahr 1462 zurück, als der osmanische Gouverneur Isa-beg Ishaković einen Han (eine Karawanserei) und Geschäfte errichten ließ und so das neue Handelszentrum mit der bestehenden Siedlung nahe der Kaisermoschee verband. Damit legte er den Grundstein für das, was er Berichten zufolge „die Blume unter den Städten“ nannte.

Ihre Blütezeit erlebte der Markt im 16. Jahrhundert unter dem einflussreichen Gouverneur Gazi Husrev-beg. Zwischen 1521 und 1541 gab er zahlreiche Bauten in Auftrag, die den Basar erheblich erweiterten, darunter seine Moschee (fertiggestellt 1530 oder 1531), eine Medresa, eine Bibliothek, ein Hamam und der Morića Han. Zu ihrer Blütezeit war die Baščaršija ein weitläufiges Handelszentrum mit schätzungsweise 12.000 Geschäften, in denen bis zu 80 verschiedene Handwerksberufe vertreten waren.

Eine Geschichte von Unruhen und Widerstandsfähigkeit

Im Laufe ihrer Geschichte hat die Baščaršija erhebliche Umwälzungen erlebt. Eine Reihe von Erdbeben und Bränden im 17. Jahrhundert, gefolgt von einem verheerenden Überfall österreichischer Truppen unter Prinz Eugen von Savoyen im Jahr 1697, bei dem ein Großteil von Sarajevo niederbrannte, verkleinerten die Fläche des Marktes drastisch. Weitere Brände im 19. Jahrhundert führten dazu, dass die Baščaršija zur Zeit der österreichisch-ungarischen Besetzung 1878 nur noch halb so groß war wie ursprünglich.

Trotz der Bemühungen, Sarajevo zu modernisieren, bewahrte der Basar weitgehend seinen osmanischen Charakter. Er überstand sogar die von den kommunistischen Behörden nach dem Zweiten Weltkrieg geplante Zerstörung. Die Entscheidung wurde glücklicherweise wieder verworfen und so sein einzigartiges Erbe für künftige Generationen bewahrt. Das Viertel war im März 1992 auch Schauplatz einer Schießerei während eines Hochzeitszugs, ein Ereignis, das als Auslöser für die darauffolgende Belagerung von Sarajevo gilt.

Die Baščaršija heute: ein lebendiger Markt

Heute ist die Baščaršija die wichtigste Touristenattraktion Sarajevos und ein belebtes Zentrum des täglichen Lebens für die Einheimischen. Die engen Gassen sind von Geschäften gesäumt und aus den Werkstätten der Kupferschmiede (Kazandžiluk) ist noch immer das rhythmische Hämmern zu hören, wo Kunsthandwerker filigrane Muster in Džezvas und Tabletts treiben. Während historisch gesehen jede Straße einem bestimmten Handwerk gewidmet war, haben sich viele traditionelle Geschäfte, die auf Kupferwaren, Lederwaren und Schmuck spezialisiert sind, zu Souvenirläden entwickelt.

Die Gegend ist nach wie vor ein lebendiger sozialer und kulinarischer Treffpunkt. Einheimische und Besucher treffen sich in Cafés, um traditionellen bosnischen Kaffee und Gerichte wie Ćevapi und Burek zu genießen. Besonders lebhaft ist der Markt an Sommerabenden, aber auch an ruhigen Wintermorgen hat er eine ganz besondere Atmosphäre.

Ikonische Wahrzeichen

Im Zentrum der Baščaršija steht der Sebilj, ein ikonischer Holzbrunnen, der als Wahrzeichen der Stadt gilt. Der heutige Bau ist eine Nachbildung aus dem Jahr 1891, die während der österreichisch-ungarischen Verwaltung einen früheren osmanischen Brunnen ersetzte. Eine lokale Legende besagt, dass jeder, der von seinem Wasser trinkt, dazu bestimmt ist, nach Sarajevo zurückzukehren.

Ein weiteres einzigartiges Merkmal ist der Čekrekčinica-Uhrturm aus dem Jahr 1473. Er funktioniert nach dem Mondkalender, wobei 12:00 Uhr den Sonnenuntergang anzeigt. Dies ermöglicht die Einhaltung der täglichen Gebetszeiten und markiert automatisch den Zeitpunkt des Fastenbrechens während des Ramadan.

FAQ

Wann wurde die Baščaršija gegründet?

Die Baščaršija wurde 1462 vom osmanischen Gouverneur Isa-beg Ishaković gegründet. Er errichtete eine Karawanserei (Han) und mehrere Geschäfte und schuf so ein neues Handelszentrum für Sarajevo.

Wofür ist die Baščaršija heute berühmt?

Heute ist die Baščaršija für ihre historische osmanische Architektur, die engen Kopfsteinpflastergassen und die traditionellen Handwerksläden berühmt, die auf Waren wie Kupferartikel spezialisiert sind. Außerdem ist sie ein lebendiger kulinarischer Treffpunkt mit Cafés, die bosnischen Kaffee, Ćevapi und Burek servieren.

Welche Geschichte verbirgt sich hinter dem Sebilj-Brunnen in der Baščaršija?

Der ikonische Sebilj-Brunnen ist ein Wahrzeichen von Sarajevo. Der heutige Bau ist eine Nachbildung aus dem Jahr 1891 aus der Zeit der österreichisch-ungarischen Herrschaft und ersetzt einen früheren osmanischen Brunnen. Eine lokale Legende besagt, dass jeder, der Wasser aus dem Sebilj trinkt, dazu bestimmt ist, nach Sarajevo zurückzukehren.

Was ist das Besondere am Uhrturm in der Baščaršija?

Der Čekrekčinica-Uhrturm aus dem Jahr 1473 ist einzigartig, weil er nach einem Mondkalender funktioniert. Er ist so eingestellt, dass 12:00 Uhr den Zeitpunkt des Sonnenuntergangs anzeigt, was es ermöglicht, die täglichen Gebetszeiten gemäß der islamischen Tradition zu verfolgen.

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