
Die Ferhadija-Moschee in Sarajevo: ein osmanisches Juwel
Die Ferhadija-Moschee im historischen Viertel Baščaršija in Sarajevo ist ein gefeiertes Beispiel klassischer osmanischer Architektur. Erbaut zwischen 1561 und 1562, ist dieses beständige Wahrzeichen ein Zeugnis der reichen und vielschichtigen imperialen Geschichte der Stadt.
Ursprünge und Architektur
Die Moschee wurde vom bosnischen Sandschak-Bey Ferhad-beg Vuković-Desisalić, einem Nachkommen einer mittelalterlichen bosnischen Familie, in Auftrag gegeben. Obwohl der genaue Architekt unbekannt ist, spiegelt der Entwurf deutlich den klassischen osmanischen Stil wider, der während des „Goldenen Zeitalters“ des Reiches vorherrschte. Ihre Struktur umfasst einen zentralen, von einer Kuppel gekrönten Gebetssaal, einen von kleineren Kuppeln bedeckten Vorbau und ein einzelnes, schlankes Minarett. Nach ihrem Bau entwickelte sich um den Komplex herum ein Wohnviertel, eine sogenannte Mahala, das den Namen Ferhadija annahm.
Eine Geschichte des Wandels und der Widerstandsfähigkeit
Die Geschichte der Moschee ist von Zeiten des Wohlstands wie auch der Not geprägt. Ursprünglich umfasste der Komplex einen Mekteb (eine Schule für Kinder), einen Imaret (eine öffentliche Küche) und zwei Brunnen. Diese angrenzenden Gebäude wurden bei verheerenden Bränden in den Jahren 1879 und 1897 zerstört. Besonders erwähnenswert ist, dass der berühmte Chronist von Sarajevo, Mula Mustafa Bašeskija, einst als Lehrer am Mekteb der Moschee tätig war.
In jüngerer Zeit erlitt die Moschee während des Bosnienkriegs von 1992 bis 1995 erhebliche Schäden, als Granaten ihre Hauptkuppel trafen. Dies führte dazu, dass die Kuppel 2007 im Zuge einer umfassenden Rekonstruktion vollständig abgetragen wurde. In Anerkennung ihres historischen und kulturellen Wertes wurde die Ferhadija-Moschee 2004 zum Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina erklärt.
Schichten von Kunst im Inneren
Während das Äußere ein einheitliches klassisches Erscheinungsbild bietet, erzählen die Innenwände eine komplexere Geschichte. Bei Forschungen in den Jahren 1964 und 1965 wurden fünf verschiedene Schichten von Malereien aus unterschiedlichen historischen Epochen freigelegt. Zu diesen Schichten gehören Rumi-Ornamente aus dem 16. Jahrhundert, florale Muster aus dem 18. Jahrhundert und spätere künstlerische Eingriffe aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Einige der ältesten restaurierten Elemente, wie der Mihrab (eine Nische, die die Gebetsrichtung nach Mekka anzeigt) und die Beleuchtungskörper, stammen aus dem 16. Jahrhundert.
Die Moschee heute
Heute ist die Ferhadija-Moschee ein aktives Gotteshaus und ein bedeutendes kulturelles und historisches Wahrzeichen im Herzen von Sarajevo. Von dem ursprünglich weitläufigen Komplex ist in ihrem Hof nur ein kleiner Friedhof mit etwa zwanzig Grabsteinen erhalten geblieben. Die Lage der Moschee, umgeben von Basaren aus der osmanischen Zeit, österreichisch-ungarischen Gebäuden und Wohnungen aus der jugoslawischen Ära, verkörpert physisch die kontinuierliche, vielschichtige Identität Sarajevos.
FAQ
Wann wurde die Ferhadija-Moschee erbaut?
Die Ferhadija-Moschee wurde zwischen 1561 und 1562 in Sarajevo erbaut.
Wer gab die Ferhadija-Moschee in Auftrag?
Die Moschee wurde vom damaligen bosnischen Sandschak-Bey Ferhad-beg Vuković-Desisalić in Auftrag gegeben.
Was ist das Besondere an der Innenausstattung der Moschee?
Forschungen haben fünf verschiedene Schichten von Malereien im Inneren der Moschee freigelegt, die unterschiedliche Kunststile aus dem 16., 18., 19. und 20. Jahrhundert widerspiegeln.
Wird die Ferhadija-Moschee noch genutzt?
Ja, die Ferhadija-Moschee dient als aktives Gotteshaus und ist zudem ein geschütztes Nationaldenkmal von Bosnien und Herzegowina, das als wichtiges kulturelles Wahrzeichen Besucher anzieht.



