
Marela-Haus: Ein Reederhaus in Alt-Rauma
Das Marela-Haus ist ein greifbarer Ausdruck des maritimen Wohlstands von Rauma, eingebettet in das UNESCO-Weltkulturerbe Alt-Rauma. Als Wohnmuseum erzählt die verzierte Fassade des Gebäudes die Geschichte der wohlhabenden Reederklasse der Stadt im goldenen Zeitalter der Segelschifffahrt.
Architekturgeschichte
Das Hauptgebäude des Marela-Hauses wurde 1825 fertiggestellt, während andere Gebäude auf dem Grundstück, wie ein Getreidespeicher und ein Wagenschuppen, aus den 1830er Jahren beziehungsweise der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen. Die Anordnung des Anwesens wurde maßgeblich durch den fast ein Jahrhundert währenden Besitz der Familie Paqvalin geprägt.
Das heutige Erscheinungsbild des Hauses stammt jedoch aus dem späten 19. Jahrhundert. Angetrieben durch den immensen Reichtum, der durch den Segelschiffhandel entstand, war Marela eines von etwa zwei Dritteln der Häuser in Rauma, die eine umfassende Modernisierung erfuhren. Diese Renovierung verlieh der Fassade ihren modischen Neorenaissance-Stil, ein Stil, der für den Charakter der Stadt prägend wurde. Eine spätere Ergänzung, die Neorenaissance-Verkleidung des Kutschenhauses, wurde 1902 vom Architekten M. Isaksson entworfen.
Eine Geschichte bedeutender Besitzer
Das Haus ist nach Abraham Marelin benannt, einem Kaufmann und Reeder, dem das Anwesen im späten 18. Jahrhundert gehörte. Seine blühendste Zeit erlebte es unter dem Besitz von Gabriel Granlund II, einem prominenten und wohlhabenden Reeder, der das Haus in den 1870er Jahren erwarb.
Granlund war eine faszinierende Persönlichkeit, die ihre Seefahrerkarriere mit neun Jahren begann und mehrere Sprachen fließend beherrschte, ohne eine formelle Schulbildung gehabt zu haben. Er war als reich und sparsam bekannt. Doch nach seinem Tod im Jahr 1901 begann seine Familie mit kostspieligen Renovierungen. Diese verschwenderischen Ausgaben, gepaart mit dem wirtschaftlichen Niedergang der Segelschiffe zugunsten der Dampfschiffe, führten die Familie Granlund in den Bankrott.
Marela-Haus heute
Seit 1982 wird das Marela-Haus vom Rauma Museum als kulturhistorisches Wohnmuseum betrieben. Es bietet einen Einblick in das opulente Alltagsleben einer wohlhabenden Kaufmanns- und Reederfamilie um die Wende zum 20. Jahrhundert. Eine überraschende Wendung: Während das Haus eingerichtet wurde, um den Lebensstil der Familie Granlund widerzuspiegeln, gehört keiner der Gegenstände zu ihrem Originalbesitz. Stattdessen wurde die Sammlung akribisch erworben, basierend auf einer präzisen Konkursliste, die erstellt wurde, als die Familie ihr Vermögen verlor, was eine genaue Nachbildung ihrer häuslichen Umgebung ermöglichte.
FAQ
Nach wem wurde das Marela-Haus benannt?
Das Marela-Haus ist nach einem seiner Besitzer aus dem späten 18. Jahrhundert benannt, Abraham Marelin, einem angesehenen Kaufmann und Reeder.
Warum hat das Marela-Haus eine Neorenaissance-Fassade?
Das Haus erhielt seine Neorenaissance-Fassade während Renovierungen im späten 19. Jahrhundert. Dies war ein beliebter Baustil in Rauma, der den durch den Segelschiffhandel entstandenen Wohlstand widerspiegelte.
Wofür wird das Marela-Haus heute genutzt?
Seit 1982 fungiert das Marela-Haus als Wohnmuseum, das vom Rauma Museum verwaltet wird. Es zeigt den Lebensstil einer wohlhabenden Reederfamilie vom späten 19. und frühen 20. Jahrhundert innerhalb des UNESCO-Weltkulturerbes Alt-Rauma.
Stammen die Einrichtungsgegenstände im Marela-Haus ursprünglich von der Familie?
Nein, keiner der Originalgegenstände der prominenten Familie Granlund befindet sich im Museum. Die Einrichtungsgegenstände wurden vom Museum basierend auf einer detaillierten Konkursliste erworben, was eine präzise Nachbildung des Hausinneren zu ihrer Zeit ermöglicht.
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