
Tour Charlemagne: Der erhaltene Turm einer verschwundenen Basilika
Im Herzen von Tours, Frankreich, steht der Tour Charlemagne als einsames und eindrucksvolles Mahnmal eines prachtvollen Bauwerks, das längst verschwunden ist. Dieser mittelalterliche Turm ist eines der wenigen erhaltenen Fragmente der riesigen Basilika Saint-Martin, einst einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der gesamten Christenheit.
Ein Überbleibsel einer großen Basilika
Der Turm ist ein Überrest der ehemaligen Stiftskirche Saint-Martin, die über dem Grab des heiligen Martin von Tours erbaut wurde. Der Bau dieses Turms im romanischen Stil begann im späten 11. Jahrhundert und wurde im 12. Jahrhundert abgeschlossen, wobei später einige gotische Änderungen hinzugefügt wurden. Die ursprüngliche Basilika, die erstmals 471 n. Chr. geweiht wurde, war im mittelalterlichen Europa ein spirituelles und intellektuelles Zentrum, das Pilger vom ganzen Kontinent anzog.
Die Verbindung zu Karl dem Großen
Obwohl der Turm den Namen des großen Kaisers trägt, wurde er erst Jahrhunderte nach dessen Tod errichtet. Man nimmt an, dass der Name zu Ehren von Luitgard, der vierten Frau Karls des Großen, gewählt wurde. Sie wurde 800 n. Chr. in der Basilika beigesetzt, und der Turm wurde später über ihrem Grab errichtet.
Zerstörung und Überleben
Die riesige Basilika Saint-Martin wurde während der Französischen Revolution zerstört. Die Revolutionsregierung ließ die Kirche systematisch abreißen und als Nationaleigentum verkaufen. Die Zerstörung war so vollständig, dass heute eine moderne Straße, die Rue des Halles, direkt über dem Standort des ehemaligen Kirchenschiffs verläuft. Der Tour Charlemagne und der etwa 400 Meter östlich gelegene Tour de l'Horloge (Uhrturm) sind die einzigen größeren Teile des kolossalen Bauwerks, die erhalten geblieben sind.
Eine Geschichte von Beschädigung und Restaurierung
Das Überleben des Turms verlief nicht ohne Zwischenfälle. Er wurde 1729 vom Blitz getroffen und stürzte 1928 teilweise ein, eine Folge von Bauschwächen und einem heftigen Wirbelsturm. Nach dem Einsturz wurde zwischen 1947 und 1968 ein umfangreiches Restaurierungsprojekt durchgeführt, um das historische Bauwerk für zukünftige Generationen zu erhalten.
Der Turm heute
Mit einer Höhe von etwa 52 Metern (170 Fuß) ist der Tour Charlemagne heute als historisches Denkmal und als markantes Wahrzeichen der Stadt Tours erhalten. Er dient als physische Verbindung zur tiefen mittelalterlichen Vergangenheit der Stadt. Wenn der Turm zugänglich ist, bietet er Besuchern einen Panoramablick über die Stadt und bildet einen starken Kontrast zwischen dem alten Stein und dem modernen Stadtgefüge, das ihn umgibt.
FAQ
Warum heißt er Tour Charlemagne?
Der Turm ist nach Luitgard, der vierten Frau Karls des Großen, benannt, die 800 n. Chr. in der ursprünglichen Basilika beigesetzt wurde. Der Turm selbst wurde im 11. und 12. Jahrhundert errichtet, also Jahrhunderte nach der Zeit Karls des Großen.
Was geschah mit dem Rest der Basilika Saint-Martin?
Die riesige Basilika wurde während der Französischen Revolution fast vollständig abgerissen und ihre Materialien wurden verkauft. Die Zerstörung war so gründlich, dass heute eine moderne Straße, die Rue des Halles, über dem Bereich verläuft, in dem sich einst das Kirchenschiff befand.
Ist der Tour Charlemagne der einzige verbliebene Teil der alten Basilika?
Nein, er ist einer von zwei größeren erhaltenen Türmen. Der andere ist der Tour de l'Horloge (Uhrturm), der etwa 400 Meter entfernt steht. Das riesige Kirchenschiff der Basilika verband einst diese beiden Türme.
Wie hoch ist der Tour Charlemagne?
Der Tour Charlemagne ist etwa 52 Meter (170 Fuß) hoch.



