
Kathedrale San Sabino: Baris romanisches Wunderwerk
Die Kathedrale San Sabino, auch bekannt als Dom von Bari, ist der Sitz des Erzbischofs von Bari-Bitonto. Dieses beeindruckende Bauwerk ist ein bedeutendes Beispiel der apulischen Romanik und spiegelt die vielschichtige Geschichte dieser mediterranen Stadt wider, die seit jeher ein Schmelztiegel der Kulturen ist. Obwohl sie oft im Schatten der nahegelegenen Basilika San Nicola steht, ist die Kathedrale von großer religiöser Bedeutung für die Einheimischen und ein Zeugnis für die Widerstandsfähigkeit Baris.
Geschichte von Zerstörung und Wiedergeburt
An diesem Ort befindet sich seit mindestens dem 6. Jahrhundert eine Kultstätte. Spuren einer frühchristlichen Basilika wurden unter dem heutigen Hauptschiff gefunden. Später stand hier eine kaiserlich-byzantinische Kathedrale, bis sie 1156 zusammen mit dem Großteil der Stadt von Wilhelm I. von Sizilien, auch bekannt als „der Böse“, zerstört wurde.
Der Wiederaufbau unter Erzbischof Rainaldo begann kurz darauf. Dabei wurden Materialien der zerstörten Kathedrale und anderer niedergerissener Gebäude wiederverwendet. Die neue romanische Kirche wurde größtenteils im späten 12. Jahrhundert erbaut und am 4. Oktober 1292 offiziell geweiht. Im 18. Jahrhundert erfuhren Innenraum und Fassade eine umfassende barocke Umgestaltung nach den Plänen von Domenico Antonio Vaccaro. Bei einer großen Restaurierung in den 1950er-Jahren wurden jedoch viele dieser späteren Ergänzungen entfernt, um dem Innenraum sein ursprüngliches, schlichtes romanisches Aussehen zurückzugeben.
Architektonische Highlights
Das Design der Kathedrale vereint römische, byzantinische, arabische und normannisch-staufische Einflüsse. Eines ihrer faszinierendsten Merkmale zeigt sich jedes Jahr am 21. Juni, zur Sommersonnenwende. An diesem Tag fallen die Sonnenstrahlen durch die 18 Segmente der großen Fensterrose an der Fassade und treffen exakt auf ein entsprechendes Rosenmosaik aus Marmor auf dem Boden des Hauptschiffs.
Eine weitere Kuriosität findet sich am Portal der Kathedrale: eine Schnitzerei, die König Artus darstellt. Dieses ungewöhnliche Detail verweist auf die historischen Verbindungen Baris zur keltischen Mythologie und dem Artus-Sagenkreis und unterstreicht seine Rolle als kultureller Schmelztiegel.
Schätze im Inneren und im Verborgenen
Die Kathedrale ist dem Heiligen Sabinus geweiht, einem Bischof von Canosa. Seine Reliquien wurden 844 vom Heiligen Angelarius nach Bari gebracht und werden heute von Pilgern in der Krypta verehrt. Die hervorragende Akustik des Innenraums macht ihn zudem zu einem passenden Veranstaltungsort für gelegentliche Orgelkonzerte.
Unter dem Hauptgeschoss liegt das Museo del Succorpo, ein archäologischer Bereich, der sich fünf Meter in die Tiefe erstreckt. Ausgrabungen haben Überreste aus der Römerzeit vom 1. bis 4. Jahrhundert freigelegt, darunter eine gepflasterte Straße. In diesem Bereich sind auch Teile der frühchristlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert erhalten, zu der das mehrfarbige „Mosaik des Timotheus“ gehört, das Meereslebewesen wie Oktopusse und Fische zeigt.
Die Kathedrale heute
Heute ist die Kathedrale San Sabino eine aktive römisch-katholische Kirche und ein zentraler Ort für Taufen, Hochzeiten und Feste der Gemeinde. Sie ist weiterhin der Bischofssitz des Erzbischofs von Bari-Bitonto und heißt Besucher und Pilger willkommen, die ihre Architektur bewundern und die Reliquien ihres Schutzpatrons verehren wollen.
FAQ
Wofür ist die Kathedrale San Sabino berühmt?
Sie ist ein herausragendes Beispiel der apulischen Romanik, bewahrt die Reliquien des Heiligen Sabinus auf und ist für ein einzigartiges Lichtphänomen zur Sommersonnenwende bekannt.
Wann wurde die Kathedrale San Sabino erbaut?
Das heutige Gebäude wurde hauptsächlich zwischen dem späten 12. und dem späten 13. Jahrhundert an der Stelle einer früheren byzantinischen Kathedrale errichtet. Es wurde am 4. Oktober 1292 geweiht.
Was ist das Ereignis zur Sommersonnenwende in der Kathedrale von Bari?
Am 21. Juni deckt sich das Sonnenlicht, das durch die Fensterrose der Fassade fällt, perfekt mit einem entsprechenden Rosenmosaik auf dem Boden des Hauptschiffs.
Was kann man unter der Kathedrale San Sabino sehen?
Unter der Kathedrale liegt ein archäologischer Bereich, der Succorpo. Er enthält eine Straße aus der Römerzeit und die Überreste einer frühchristlichen Basilika aus dem 6. Jahrhundert, einschließlich eines gut erhaltenen Mosaikbodens.



