Dom Maria Himmelfahrt: Bozens gotisches Juwel - Bolzano
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Dom Maria Himmelfahrt: Bozens gotisches Juwel

Bolzano, Italy

Der Dom Maria Himmelfahrt im historischen Zentrum von Bozen ist ein eindrucksvolles Zusammenspiel aus bürgerlichem Stolz und kultureller Verschmelzung. Eingebettet zwischen dem Waltherplatz und den mittelalterlichen Handelsgassen der Bozner Lauben verkörpert das Bauwerk die hybride Identität Südtirols. Hier verschmelzen nordisch-deutsche Gotik und schwäbische Steinmetzkunst mit italienisch-romanischen Fundamenten.

Farbiges Ziegeldach und gotische Baukunst

Das markanteste Merkmal des Doms ist sein steiles, spätgotisches Dach, eingedeckt mit bunt glasierten Keramikziegeln. Sie sind in markanten geometrischen Rauten- und Zickzackmustern in leuchtendem Grün, Goldgelb und Weiß angeordnet. Dieses Design steht ganz in der mitteleuropäischen Tradition kaiserlicher Gotikdächer wie beim Wiener Stephansdom, die zuverlässigen Wetterschutz boten und zugleich städtischen Wohlstand repräsentierten.

Erbaut vor allem aus rötlichem Grödner und gelblichem Unterlandler Sandstein, präsentiert sich der Dom als dreischiffige Hallenkirche. Gekrönt wird das Bauwerk von einem 65 Meter hohen, durchbrochenen Turmhelm aus Sandstein. Entworfen von Burkhard Engelberg aus Augsburg und zwischen 1501 und 1519 vom schwäbischen Steinmetzmeister Hans Lutz von Schussenried ausgeführt, setzt das filigrane Maßwerk bis heute ein weithin sichtbares architektonisches Zeichen.

Jahrhunderte geschichtlicher Schichten

Der Dom ruht auf tiefen historischen Fundamenten, die mit einer frühchristlichen Basilika aus dem 4. bis 6. Jahrhundert ihren Anfang nahmen. Auf dem Areal folgten eine karolingische Kirche des 8. bis 9. Jahrhunderts und eine 1180 geweihte romanische Pfarrkirche. Um 1300 verwandelten lombardische und schwäbische Baumeister das Bauwerk schließlich in seine heutige gotische Gestalt.

Im Zweiten Weltkrieg beschädigten alliierte Luftangriffe 1944 Mauern, Dach und Innenraum schwer. Bei den anschließenden Nachkriegsrestaurierungen im Jahr 1948 wurden die uralten Fundamente unter dem Mittelschiff freigelegt. Dabei stieß man auf eine antike römische Votivinschrift und die Grundrisse der ursprünglichen Basiliken.

Wie lebendig das bürgerschaftliche Engagement bis heute ist, zeigte sich im strengen Winter 2008, als sich etliche Dachziegel lösten: Die örtliche Pfarrei startete eine Spendenaktion zur Finanzierung der Reparatur, bei der die Bozner die Instandsetzung unterstützen konnten, indem sie für 25 Euro symbolisch einzelne Ersatzziegel erwarben.

Verborgene Kuriositäten und Schätze

An der Außenfassade zum Waltherplatz hin fällt das Leitacher Törl ins Auge, ein hochgotisches Seitenportal. Verziert mit Schnitzereien und Reliefs mittelalterlicher Weinbauern, erinnert dieser Eingang an das historische Privileg der Weinhändler, an dieser Stelle heimischen Wein auszuschenken.

Im Inneren birgt die barocke Gnadenkapelle eine Holzstatue aus dem 12. Jahrhundert, bekannt als die „Liebe Frau vom Moos“. Der Legende nach entdeckte ein mittelalterlicher Fuhrmann das wundertätige Marienbildnis einst in den Auen des nahen Eisacks.

Heute ist der Dom Maria Himmelfahrt ein lebendiger katholischer Gottesdienstort und Konkathedrale der Diözese Bozen-Brixen. In der angrenzenden ehemaligen Propstei befindet sich das Domschatzmuseum, das mittelalterliche und barocke liturgische Goldschmiedearbeiten sowie kostbare Gewänder präsentiert.

FAQ

Welchen Baustil hat der Bozner Dom?

Der Dom ist eine spätgotische Hallenkirche aus rötlichem Grödner und gelblichem Unterlandler Sandstein, die auf romanischen und frühchristlichen Fundamenten ruht.

Warum hat der Dom Maria Himmelfahrt ein buntes Dach?

Das steile Dach ist mit grün, goldgelb und weiß glasierten Ziegeln in geometrischen Mustern eingedeckt. Dieser Stil folgt einer mitteleuropäischen Gotik-Tradition, die Witterungsschutz bot und zugleich bürgerlichen Wohlstand zur Schau stellte.

Wie wurde das Domdach 2008 repariert?

Nachdem sich im Winter 2008 durch schwere Schneelasten Ziegel gelöst hatten, halfen die Bozner Bürger bei der Finanzierung der Sanierung, indem sie für jeweils 25 Euro symbolisch einzelne Ersatzziegel kauften.

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