Guide zur Piazza Savonarola in Ferrara - Ferrara
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Guide zur Piazza Savonarola in Ferrara

Ferrara, Italy

Das Scharnier des historischen Ferrara

Die Piazza Savonarola fungiert als unverzichtbare architektonische Brücke im Zentrum von Ferrara. Sie verbindet das mittelalterliche bürgerliche Herz rund um den Dom sowohl räumlich als auch ideell mit dem wehrhaften Castello Estense und den Renaissance-Vierteln im Norden. Eingerahmt wird der Platz von bedeutenden historischen Bauwerken wie dem südlichen Burggraben des Schlosses und der Loggia dei Camerini des Palazzo Ducale aus dem 16. Jahrhundert.

Denkmal für einen feurigen Prediger

Mitten auf dem gepflasterten Platz ragt ein Denkmal aus strahlend weißem Marmor empor, gewidmet Girolamo Savonarola. Der 1452 in Ferrara geborene Dominikanermönch erlangte Berühmtheit durch seine schonungslose Abrechnung mit der klerikalen Korruption und seine Führungsrolle in Florenz, bevor er 1498 schließlich hingerichtet wurde. Nach Ferraras Eingliederung in den entstehenden italienischen Nationalstaat benannte der Stadtrat den Platz 1860 ihm zu Ehren um.

Die 1875 im Beisein des späteren Königs Umberto I. eingeweihte Statue stammt von dem Bildhauer Stefano Galletti. Sie zeigt den Prediger mitten im Wort, mit angespannten Gesichtszügen und erhobenen Armen, inszeniert als Risorgimento-Symbol des Trotzes gegen die päpstliche Autorität. Ein überraschendes Detail verbirgt sich direkt unter seinen Füßen: Statt auf einem klassischen Postament steht die Figur auf einem kunstvoll gemeißelten Holzstoß. So verewigte Galletti den florentinischen Scheiterhaufen, auf dem Savonarola verbrannt wurde, direkt im Monument.

Architektonische Kontraste

Der Platz lebt vom starken visuellen Kontrast zwischen dem hellen Marmordenkmal und der umgebenden Architektur. Die Westseite wird von der Via Coperta geprägt, einem 57 Meter langen Verbindungsgang, der auf fünf massiven Steinbögen ruht. Unter Borso d’Este ursprünglich als hölzerner Steg zwischen der wehrhaften Festung und dem herzoglichen Verwaltungspalast angelegt, bauten spätere Este-Herzöge die Passage in Stein aus. Durch die Bögen hindurch blickt man auf das schwere Backsteinmauerwerk und das dunkle Wasser des Schlossgrabens.

Modernes Leben und lokale Legenden

Heute ist die Piazza Savonarola eine lebendige Flaniermeile voller Außengastronomie. Freitags locken Wochenmärkte, dazu gesellen sich regelmäßig Kunsthandwerker- und Antiquitätenmärkte. Der Ort blickt auf so manche Eigenheit und historische Spitznamen zurück: Im 19. Jahrhundert hieß er im Volksmund „Piazza de’ Fiaccherai“, weil hier ab Mai 1858 ein Standplatz für Mietdroschken eingerichtet war.

Ein populärer moderner Aberglaube warnt davor, dem strengen Blick der Statue direkt in die Augen zu schauen, das soll nämlich Unglück bringen. Für den lokalen Stolz ist die Figur dennoch unverzichtbar: Bei großen Fanfesten hüllen die Einheimischen das ehrwürdige Denkmal kurzerhand in die Schals des örtlichen Fußballvereins SPAL.

FAQ

Wem ist die Statue auf der Piazza Savonarola gewidmet?

Die Marmorstatue ist Girolamo Savonarola gewidmet, einem 1452 in Ferrara geborenen Dominikanermönch, der vor allem für seine Anprangerung politischer und klerikaler Korruption bekannt war, bevor er in Florenz hingerichtet wurde.

Was ist das für ein erhöhtes Bauwerk am Rand des Platzes?

Das Bauwerk ist die Via Coperta, ein 57 Meter langer, auf fünf Steinbögen ruhender Verbindungsgang. Ursprünglich wurde er von Borso d’Este als hölzerner Steg entworfen, um das Castello Estense mit dem Palazzo Ducale zu verbinden.

Warum sieht der Sockel der Statue wie ein Holzstoß aus?

Der Bildhauer Stefano Galletti gestaltete den Sockel wie einen Holzstapel, um den Scheiterhaufen darzustellen, auf dem Girolamo Savonarola 1498 in Florenz hingerichtet wurde.

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