Kathedrale San Lorenzo: Genuas gestreiftes Meisterwerk - Genoa
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Kathedrale San Lorenzo: Genuas gestreiftes Meisterwerk

Genoa, Italy

Die Kathedrale San Lorenzo, dem Heiligen Laurentius geweiht, ist das spirituelle Herz Genuas und Sitz des Erzbischofs. Ihr markantestes Merkmal ist die auffällige schwarz-weiß gestreifte Marmorfassade, ein mächtiges Symbol des genuesischen Adels, das seit Jahrhunderten die Skyline der Stadt prägt.

Architektonische Entwicklung über die Jahrhunderte

Der Bau der Kathedrale begann um 1098 an der Stelle einer früheren Basilika aus dem 5. oder 6. Jahrhundert. Das Gebäude vereint eine reiche Mischung verschiedener Baustile, die die wechselvolle Geschichte Genuas widerspiegelt. Der ursprüngliche Bau war romanisch, dessen Chor und Altar 1118 von Papst Gelasius II. geweiht wurden. Nach einem Brand im Jahr 1296 wurde die Kathedrale teilweise wieder aufgebaut und um ihre prächtigen gotischen Elemente erweitert.

Die ikonische schwarz-weiße Fassade wurde größtenteils zwischen 1307 und 1312 fertiggestellt, während die gotischen Portale bereits um 1230 von französischen Handwerkern geschaffen wurden. Im 16. Jahrhundert brachte der perugische Architekt Galeazzo Alessi Entwürfe der Renaissance und des Manierismus ein und leitete die Arbeiten an Kuppel, Hauptschiff, Seitenschiffen und Apsis. Die beiden Türme der Kathedrale sind asymmetrisch. Der rechte Glockenturm wurde 1522 fertiggestellt, während der linke Turm unvollendet blieb und seit 1455 von einer Loggia gekrönt wird.

Eine bewegte Geschichte

Der Bau der Kathedrale wurde durch städtische Steuern und den Reichtum aus genuesischen Feldzügen, einschließlich der Kreuzzüge, finanziert. Im Jahr 1133 wurde sie zum Sitz des Erzbischofs, was ihre Rolle als wichtigste Kirche der Stadt festigte. Das Gebäude war Schauplatz bedeutender historischer Ereignisse, einschließlich der Konflikte zwischen Guelfen und Ghibellinen. Diese Auseinandersetzungen lösten den Brand von 1296 aus, der einen umfangreichen Wiederaufbau nötig machte.

Einer der bedeutendsten Momente in ihrer Geschichte war die Ankunft der Asche von Johannes dem Täufer, dem Schutzpatron Genuas. Die Reliquien wurden um 1098-99 nach dem Ersten Kreuzzug vom Heerführer Guglielmo Embriaco aus Myra hierher gebracht. Diese heiligen Überreste werden in der Kapelle Johannes des Täufers aufbewahrt, einem Meisterwerk der Renaissance-Bildhauerei, das zwischen 1450 und 1460 von Domenico Gagini und seinem Neffen Elia geschaffen wurde.

Wundersam gerettet im Zweiten Weltkrieg

Im rechten Seitenschiff ist ein außergewöhnliches Stück moderner Geschichte ausgestellt: eine 15-Zoll-panzerbrechende Granate. Am 9. Februar 1941 wurde die Granate während eines britischen Marinebeschusses auf Genua, bekannt als Operation Grog, von der HMS Malaya abgefeuert. Sie durchschlug das Dach der Kathedrale, explodierte aber wie durch ein Wunder nicht. Eine Inschrift erinnert an das Ereignis und schreibt die Rettung der Kathedrale einem göttlichen Eingreifen zu.

Die Kathedrale heute

Die Kathedrale San Lorenzo ist nach wie vor ein aktives römisch-katholisches Gotteshaus, in dem täglich Messen und religiöse Zeremonien stattfinden. Sie ist auch ein wichtiges Kulturzentrum und eine Touristenattraktion, die Besucher zur Bewunderung ihrer Kunst und Architektur einlädt. In den mittelalterlichen Gewölben der Kathedrale befindet sich das Museo del Tesoro (Schatzmuseum), das kostbare sakrale Gegenstände ausstellt, darunter den Sacro Catino, eine Glasschale, die einst als der Heilige Gral verehrt wurde. Für einen Panoramablick über Genua können Besucher zu bestimmten Öffnungszeiten den Turm der Kathedrale besteigen.

FAQ

Warum hat die Kathedrale San Lorenzo eine schwarz-weiße Streifenfassade?

Die markante schwarz-weiß gestreifte Marmorfassade, die hauptsächlich zwischen 1307 und 1312 errichtet wurde, war im Mittelalter ein Symbol des genuesischen Adels.

Welche wichtigen Reliquien werden in der Kathedrale von Genua aufbewahrt?

Die Kathedrale beherbergt die Asche von Johannes dem Täufer, dem Schutzpatron Genuas. Die Reliquien wurden nach dem Ersten Kreuzzug in die Stadt gebracht und werden in der Kapelle des Johannes des Täufers aus dem 15. Jahrhundert aufbewahrt.

Gibt es wirklich eine nicht explodierte Bombe in der Kathedrale?

Ja, eine 15-Zoll-panzerbrechende Granate, die 1941 von der britischen Royal Navy abgefeuert wurde, ist im rechten Seitenschiff ausgestellt. Sie schlug in das Dach der Kathedrale ein, explodierte aber wie durch ein Wunder nicht.

Was ist der Sacro Catino?

Der Sacro Catino ist eine sechseckige grüne Glasschale, die im Schatzmuseum aufbewahrt wird. Jahrhundertelang wurde sie als der Heilige Gral verehrt, der beim Letzten Abendmahl verwendet wurde, doch moderne Untersuchungen haben sie als ein islamisches oder byzantinisches Artefakt aus dem 9. bis 10. Jahrhundert identifiziert.

Tours featuring Kathedrale San Lorenzo

More places in Genoa