Sottoripa: Genuas mittelalterliche Hafenarkaden - Genoa
© Wikimedia Commons | CC-BY-SA
Ziel

Sottoripa: Genuas mittelalterliche Hafenarkaden

Genoa, Italy

Sottoripa erstreckt sich entlang der einst belebten Hafenpromenade Genuas und gilt als Italiens ältester öffentlicher Bogengang. Dieses etwa vierhundert Meter lange historische Bauwerk war ein Eckpfeiler des Seehandels der Stadt, und seine mittelalterlichen Arkaden beherbergen noch heute einen lebhaften Markt.

Die Geburt eines maritimen Marktplatzes

Der Bau der Sottoripa begann zwischen 1125 und 1133 auf Anweisung der Konsuln der Gemeinde Genua. Ihr Name bedeutet „unter dem Ufer“, eine wörtliche Beschreibung, da das Meer einst bis an ihre Fundamente schwappte. Die Schaffung dieses geschützten Handelsplatzes war eine direkte Reaktion auf Genuas wachsenden Seehandel, insbesondere nachdem der Erste Kreuzzug lukrative Routen in die Levante eröffnet hatte.

Im 14. und 15. Jahrhundert waren die Arkaden ein dynamisches Zentrum für Messen, Geldwechsel und den Verkauf von auf dem Seeweg eintreffenden Waren. Orientalische Gewürze wie Zimt und Ingwer wurden hier gehandelt und von den „Camalli“, Genuas mächtigen Hafenarbeitern, von den Schiffen in die Lagerhäuser gebracht. Im Jahr 1432 bemerkte Enea Silva Piccolomini, der spätere Papst Pius II., dass man in Sottoripa „Waren aller Art“ finden könne.

Architektur und Stadtentwicklung

Die Architektur des Bogengangs zeichnet sich durch niedrige, stabile Rundbögen auf Säulen aus lokalem Promontorio-Stein aus. Diese Arkaden dienten als tragende Struktur für die darüber liegenden Gebäude, deren Erdgeschosse für Geschäfte und deren obere Stockwerke für Wohnungen oder Lagerräume genutzt wurden. Eine ursprüngliche Bauverordnung schuf Anreize für Händler, indem sie ihnen das Recht einräumte, über ihren Läden zu wohnen, und für bauliche Erweiterungen Steuerbefreiungen bot, als Gegenleistung für die Instandhaltung der Fassade.

Vom Meer zur Stadtstraße

Die direkte Verbindung der Sottoripa zum Meer wurde im 17. Jahrhundert durch den Bau von Ufermauern gekappt. Diese Umwandlung setzte sich im 19. Jahrhundert mit Aufschüttungsprojekten fort, durch die die moderne Darsena und der Lungomare entstanden und das hafennahe Bauwerk in eine städtische Arkade verwandelten. Umfassende Renovierungsarbeiten im Jahr 1992 machten die angrenzende Piazza Caricamento zur Fußgängerzone, und bei weiteren Sanierungsarbeiten im Jahr 2023 wurden unter der modernen Oberfläche antike mittelalterliche Pfeiler entdeckt.

Sottoripa in der Neuzeit

Heute ist Sottoripa nach wie vor ein lebhafter kommerzieller und sozialer Treffpunkt. Sie ist ein multiethnischer Treffpunkt für Einheimische und Touristen, voller vielfältiger Geschäfte, die alles von Seemannskleidung bis zu Mobiltelefonen verkaufen. Die Gegend ist besonders für ihr Essen bekannt, und der unverkennbare Geruch von heißem Öl aus den zahlreichen „Friggitorie“ (Frittierbuden) liegt in der Luft. Diese Lokale bieten genuesische Köstlichkeiten wie frittierten Fisch und Farinata (ein Kichererbsenpfannkuchen) neben internationaler Küche und historischen Restaurants an und führen so das langjährige kommerzielle Erbe der Gegend fort.

FAQ

Was ist Sottoripa?

Sottoripa ist ein mittelalterlicher Bogengang in Genua, der als ältester öffentlicher Bogengang Italiens gilt. Er wurde ursprünglich als überdachter Handelsbereich entlang der Uferpromenade der Stadt erbaut.

Wie alt ist Sottoripa?

Der Bau der Sottoripa begann zwischen 1125 und 1133, was sie zu einem bedeutenden architektonischen und historischen Zeugnis aus dem 12. Jahrhundert macht.

Was bedeutet der Name Sottoripa?

Der Name Sottoripa leitet sich vom italienischen „sotto“ und „ripa“ ab und bedeutet „unter dem Ufer“. Das liegt daran, dass zur Zeit ihres Baus das Meer bis an die Fundamente reichte.

Wofür ist Sottoripa heute bekannt?

Heute ist Sottoripa eine belebte Straße, die für ihre historischen Arkaden, vielfältigen Geschäfte und Lokale bekannt ist. Besonders berühmt ist sie für ihre traditionellen „Friggitorie“ (Frittierbuden), die lokale genuesische Spezialitäten wie Farinata und frittierten Fisch verkaufen.

Tours featuring Sottoripa

More places in Genoa