Chiesa di San Carlo al Corso: Notos barockes Meisterwerk - Noto
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Chiesa di San Carlo al Corso: Notos barockes Meisterwerk

Noto, Italy

Die Chiesa di San Carlo al Corso am Corso Vittorio Emanuele, der Hauptachse von Noto, ist ein zentrales Beispiel für die Architektur des sizilianischen Barocks. Sie ist dem heiligen Karl Borromäus gewidmet. Ihre geschwungene, konkave Fassade sorgt für Bewegung und Dramatik und verkörpert die Wiedergeburt der Stadt im Stil des Spätbarocks. Die Kirche ist ein Schlüsselmonument des UNESCO-Weltkulturerbes der spätbarocken Städte des Val di Noto.

Geschichte und Wiederaufbau

Die Geschichte der Kirche beginnt mit dem katastrophalen Erdbeben von 1693 im Val di Noto, nach dem die ganze Stadt neu aufgebaut werden musste. Zwischen 1736 und 1746 wurde sie ursprünglich als Kirche für das angrenzende Jesuitenkolleg erbaut. Der Entwurf wird hauptsächlich Rosario Gagliardi zugeschrieben, einem Meister des Barocks, der bemerkenswerterweise Sizilien nie verließ, um Architektur zu studieren. Der Jesuitenorden war im Kolleg bis zu seiner Vertreibung im Jahr 1767 tätig.

Während des Wiederaufbaus der Kathedrale von Noto diente die Chiesa di San Carlo al Corso als provisorische „Vizekathedrale“. Sie beherbergte die kostbare Silberarche mit den Reliquien von San Corrado Confalonieri, dem Schutzpatron von Noto. Nach einem Einsturz im Jahr 1996 wurde die Kirche ebenfalls restauriert.

Architektur und Kunst

Die Fassade ist ein Meisterwerk barocker Baukunst und besticht durch eine charakteristische Abfolge klassischer Säulenordnungen: unten dorisch, in der Mitte ionisch und oben korinthisch. Dieser dynamische Entwurf macht sie zu einem architektonischen Wahrzeichen.

Im Inneren birgt die Kirche bedeutende Kunstwerke, darunter Fresken von Costantino Carasi und Marmorstatuen von Giuseppe Giuliano, die Glaube und Hoffnung darstellen. Als direkte Verbindung zur Vergangenheit der Stadt wurden sowohl der Hauptaltar als auch eine der Kirchenglocken aus der ehemaligen Jesuitenkirche in Noto Antica geborgen, der Altstadt, die dem Erdbeben von 1693 zum Opfer fiel.

Ein filmischer Meilenstein

Über ihre religiöse und architektonische Bedeutung hinaus hat die Kirche auch einen Platz in der Filmgeschichte. Die Terrasse ihres Glockenturms nutzte der gefeierte Regisseur Michelangelo Antonioni als Drehort für Szenen seines Films „L’Avventura“ aus dem Jahr 1960.

Die Kirche heute

Heute ist die Chiesa di San Carlo al Corso eine aktive römisch-katholische Kirche und eine beliebte Sehenswürdigkeit. Der Eintritt in die Kirche selbst ist frei, doch gegen eine Gebühr kannst du den Glockenturm besteigen. Von dort oben eröffnet sich ein Panoramablick auf das historische Zentrum von Noto, die Kathedrale und den gesamten Corso Vittorio Emanuele.

FAQ

Wer hat die Chiesa di San Carlo al Corso entworfen?

Der Entwurf der Kirche wird hauptsächlich Rosario Gagliardi zugeschrieben, einem bedeutenden Architekten des sizilianischen Barocks.

Kostet der Eintritt in die Chiesa di San Carlo al Corso etwas?

Der Eintritt in die Kirche selbst ist kostenlos. Für den Aufstieg auf den Glockenturm mit seinem Panoramablick wird jedoch eine Gebühr erhoben.

Warum wurde die Chiesa di San Carlo al Corso gebaut?

Sie wurde im Zuge des umfassenden Wiederaufbaus von Noto nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 errichtet. Ursprünglich diente sie als Kirche für das Jesuitenkolleg.

Welche Verbindung hat die Kirche zum Film „L’Avventura“?

Regisseur Michelangelo Antonioni nutzte die Terrasse des Glockenturms als Drehort für seinen Film „L’Avventura“ aus dem Jahr 1960.

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