Dom von Syrakus: vom griechischen Tempel zum barocken Meisterwerk - Sicily
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Dom von Syrakus: vom griechischen Tempel zum barocken Meisterwerk

Sicily, Italy

Bestaune die prachtvolle Barockfassade des Doms von Syrakus, wo kunstvolle Statuen einen heiligen Ort bewachen, der auf antiken griechischen Fundamenten erbaut wurde. Offiziell als Cattedrale metropolitana della Natività di Maria Santissima bekannt, ist dieses architektonische Meisterwerk ein zentraler Bestandteil des UNESCO-Weltkulturerbes von Syrakus und verkörpert über zweieinhalb Jahrtausende Geschichte.

Vom heidnischen Tempel zur christlichen Kirche

Die Kultgeschichte dieses Ortes ist uralt, archäologische Funde deuten auf eine durchgehende Nutzung seit mindestens 1100 v. Chr. hin. Die Geschichte des Bauwerks selbst beginnt um 480 v. Chr., als der Tyrann Gelon den dorischen Tempel der Athene in Auftrag gab, um einen Sieg über die Karthager zu feiern. Dieser prachtvolle Tempel hatte 14 Säulen an den Längsseiten und sechs an den Schmalseiten sowie einen goldenen Schild am Giebel, der den Seefahrern als Leuchtfeuer diente. Im Jahr 70 v. Chr. dokumentierte der römische Redner Cicero die Plünderung der Gold- und Elfenbeinschätze durch den korrupten Statthalter Verres.

Im 7. Jahrhundert n. Chr. wandelte der heilige Bischof Zosimo den heidnischen Tempel auf geniale Weise in eine christliche Basilika um. Anstatt den Tempel abzureißen, ließ er die Zwischenräume zwischen den massiven dorischen Säulen zumauern, wodurch die antike griechische Struktur im Inneren der Kirchenmauern erhalten blieb. Dieses einzigartige Merkmal führte zum lokalen Namen „Santa Maria delle Colonne“ (Heilige Maria der Säulen).

Eine Geschichte der Verwandlung

Die wechselvolle Geschichte des Doms spiegelt die kulturellen Umbrüche Siziliens wider. Erst byzantinische Basilika, wurde er 878 n. Chr. während der zweihundertjährigen arabischen Herrschaft in eine Moschee umgewandelt. 1086 eroberten dann die Normannen unter Roger I. die Stadt zurück und machten aus dem Bauwerk wieder eine katholische Kirche. Sie fügten auch eigene Elemente hinzu, wie das Dach des Kirchenschiffs und die Mosaike in der Apsis.

Der barocke Wiederaufbau

Ein katastrophales Erdbeben verwüstete 1693 große Teile Siziliens, darunter auch die Fassade des Doms. Der darauffolgende Wiederaufbau brachte das prachtvolle Äußere hervor, das heute zu bewundern ist. Zwischen 1725 und 1753 entwarf und errichtete der Architekt Andrea Palma die neue Fassade im opulenten Stil des sizilianischen Hochbarocks. Die Statuen, die die Fassade schmücken, wurden vom Bildhauer Ignazio Marabitti geschaffen.

Kunst, Reliquien und heutige Nutzung

Das Innere des Doms birgt bedeutende Kunst- und Religionsschätze. Darunter eine Statue der „Madonna della Neve“ von Antonello Gagini aus dem Jahr 1512 und ein Ziborium von Luigi Vanvitelli. Der Dom ist eng mit der heiligen Lucia verbunden, der Schutzpatronin von Syrakus. Er beherbergt eine silberne Statue der Heiligen, die 1599 von Pietro Rizzo gefertigt wurde und Fragmente ihrer Rippen enthält.

Heute ist der Dom von Syrakus eine aktive katholische Kirche und Sitz des Erzbistums Syrakus. Er ist nach wie vor ein zentraler Treffpunkt für die Gemeinde, besonders während der zweimal jährlich stattfindenden Feste zu Ehren der heiligen Lucia im Mai und Dezember, wenn ihre Silberstatue in einer Prozession durch die Stadt getragen wird. Als wichtiger Teil des UNESCO-Weltkulturerbes zieht er weiterhin Besucher aus aller Welt an, die seine vielschichtige Geschichte erleben möchten. Stand Mitte 2025 wird die Fassade restauriert.

FAQ

Was ist das Besondere an der Architektur des Doms von Syrakus?

Seine Struktur integriert auf einzigartige Weise die massiven dorischen Säulen des griechischen Athene-Tempels aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. direkt in seine Mauern. Diese antiken Säulen sind sowohl von innen als auch von außen sichtbar.

Warum wurde die Fassade des Doms von Syrakus wiederaufgebaut?

Die ursprüngliche Fassade wurde bei dem verheerenden Erdbeben von 1693 auf Sizilien zerstört. Sie wurde zwischen 1725 und 1753 vom Architekten Andrea Palma im Stil des sizilianischen Hochbarocks wiederaufgebaut.

Welche Verbindung hat der Dom zur heiligen Lucia?

Der Dom beherbergt wichtige Reliquien der heiligen Lucia, der Schutzpatronin von Syrakus. Eine 1599 gefertigte Silberstatue der Heiligen enthält Fragmente ihrer Rippen und steht im Mittelpunkt der zweimal jährlich stattfindenden Feste zu ihren Ehren.

Was war das Gebäude, bevor es zu einem Dom wurde?

Das Gebäude war ursprünglich der griechische Tempel der Athene, der um 480 v. Chr. erbaut wurde. Später wurde er in eine byzantinische Kirche, dann in eine islamische Moschee und eine normannische Kirche umgewandelt, bevor er zu dem heutigen Dom wurde.

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