Porta San Tomaso: das Nordtor von Treviso - Treviso
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Ziel

Porta San Tomaso: das Nordtor von Treviso

Treviso, Italy

Renaissance-Befestigung und Baukunst

1518 unter dem venezianischen Podestà Paolo Nani vollendet, ist die Porta San Tomaso das nördlichste und monumentalste Tor im Verteidigungsgürtel von Treviso aus dem 16. Jahrhundert. Ihr Bau war Teil eines umfassenden Befestigungsprogramms unter der Leitung von Fra Giocondo infolge des Krieges der Liga von Cambrai, in dessen Zug Venedig Treviso in eine Artilleriefestung verwandelte. Der architektonische Entwurf des Tores wird allgemein Guglielmo d'Alzano zugeschrieben.

Architektonisch ist das Tor als Triumphbogen konzipiert. Während das Kernbauwerk und die der Stadt zugewandte Seite aus dunkelrotem Backsteinmauerwerk bestehen, ist die Außenfassade mit glattem, hellem istrischen Kalkstein verkleidet. Gekrönt wird das Monument von einer markanten Holzkuppel mit Bleiverkleidung.

Der geflügelte Löwe und kuriose Widmungen

Die Außenfassade zeigt die Wappen von Treviso und der Republik Venedig, gruppiert um ein markantes Flachrelief des geflügelten Markuslöwen. Das ursprüngliche Löwenemblem wurde 1797 nach dem Fall Venedigs an Napoleons Truppen zerstört. 1857 ersetzte man das fehlende Relief schließlich durch ein antikes Steinbildwerk.

Um die Statue auf dem Dach des Baus rankt sich ein handfester politischer Disput. Obwohl der venezianische Senat per Dekret bestimmt hatte, dass das Tor zu Ehren von Thomas Becket benannt werden sollte, in Anlehnung an eine nahe gelegene mittelalterliche Kirche, ließ Podestà Paolo Nani kurzerhand eine Statue seines eigenen Schutzpatrons aufstellen, des Apostels Paulus. Nani hoffte, dieser persönliche Akzent würde dazu führen, dass die Einheimischen das Tor im Volksmund „Porta Nana“ nennen würden.

Sprachliche Spaltung und neuere Geschichte

Die Porta San Tomaso weist eine ganz bewusste sprachliche Trennung zwischen ihren beiden Seiten auf. Die Außenfassade, die Reisenden und Händlern vom Umland zugewandt ist, trägt eine Inschrift im venezianischen Dialekt: Porta de San Thomaso. Die Innenfassade dagegen, die sich an die gebildete Stadtbevölkerung richtet, zeigt eine formelle Inschrift in klassischem Latein: Porta Sancti Thomae, Dominus custodiat introitum et exitum tuum.

Während des Risorgimento im 19. Jahrhundert und bis ins frühe 20. Jahrhundert wurde das Stadttor offiziell in Porta Mazzini umbenannt, bevor man später wieder zu seinem historischen Namen zurückkehrte. Zwischen 1910 und 1938 passte sich sogar die Verkehrsinfrastruktur dem Denkmal an: Die Gleise der Linie 1 der städtischen Straßenbahn von Treviso wurden direkt durch das zentrale Tonnengewölbe geführt.

Heutige Rolle in Treviso

Zusammen mit der Porta Santi Quaranta und der Porta Altinia ist die Porta San Tomaso eines von nur noch drei erhaltenen Toren der historischen Wehranlagen. Heute in städtischem Besitz, dient sie als Fußgängereingang zur Nordseite von Treviso und leitet Besucher zu Wahrzeichen wie dem Dom und der Piazza dei Signori. Zudem ist sie der wichtigste Zugang zum rund vier Kilometer langen Rundweg oben auf den erhaltenen venezianischen Festungswällen.

FAQ

Wann wurde die Porta San Tomaso erbaut?

Die Porta San Tomaso wurde 1518 unter dem venezianischen Podestà Paolo Nani fertiggestellt, als Teil des Festungsbauprogramms von Treviso infolge des Krieges der Liga von Cambrai.

Warum trägt das Tor Inschriften in zwei verschiedenen Sprachen?

Die Außenfassade, die ankommenden Reisenden vom Land zugewandt ist, trägt eine Inschrift im venezianischen Dialekt („Porta de San Thomaso“), während die Innenfassade für die Stadtbevölkerung in klassischem Latein gehalten ist („Porta Sancti Thomae“).

Welche Statue steht auf der Porta San Tomaso?

Obwohl das Tor offiziell dem heiligen Thomas Becket gewidmet war, zeigt die Statue auf dem Dach den Apostel Paulus, dort platziert von Podestà Paolo Nani zu Ehren seines eigenen Schutzpatrons.

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