
Njegoš-Museum Biljarda in Cetinje, Montenegro
Das Njegoš-Museum Biljarda, oder einfach Biljarda, ist ein historisches Wahrzeichen in Cetinje, Montenegro. Es diente dem gefeierten Fürstbischof, Dichter und Philosophen Petar II. Petrović-Njegoš als Residenz. Sein Bau markierte einen Wendepunkt in der montenegrinischen Geschichte. Er symbolisierte die Modernisierung des Staates und den Übergang der Regierungsgeschäfte vom Kloster Cetinje zu einer zentralisierten, strukturierten Verwaltung.
Bau und Architektur
Der Bau des Gebäudes, das ursprünglich als ‚Neues Haus‘ bekannt war, begann am 29. März 1838. Entworfen vom russischen Gesandten und Architekten Jakow Ozereckovski und erbaut mit beträchtlicher finanzieller Unterstützung aus Russland, war der Bau als befestigte mittelalterliche Burg konzipiert. Das zweistöckige Steingebäude ist über 70 Meter lang, 7,5 Meter breit und beherbergt 25 Räume.
Zu seinen Verteidigungsanlagen gehörte eine hohe Steinmauer mit vier Ecktürmen. Obwohl einige dieser Elemente um 1910 entfernt wurden, wurde das Gebäude 1951 anlässlich des 100. Todestages von Njegoš weitgehend in seinem ursprünglichen Aussehen wiederhergestellt. Weitere Renovierungen fanden nach einem Erdbeben im Jahr 1979 statt.
Der berühmte Billardtisch
Seinen heutigen Namen ‚Biljarda‘ verdankt das Gebäude einer ungewöhnlichen Quelle. In den Jahren 1839 oder 1840 wurde für Njegoš, der ein großer Liebhaber des Spiels war, ein Billardtisch aus Wien oder Italien angeschafft. Dies war der erste Billardtisch in Cetinje und seine Ankunft war ein bedeutendes Ereignis. Der Transport erforderte eine immense Anstrengung, denn der Tisch soll von mehreren Männern auf dem Rücken über das gebirgige Gelände von Kotor getragen worden sein. Zu Ehren von Njegošs Lieblingszeitvertreib wurde das ‚Neue Haus‘ daraufhin in ‚Biljarda‘ (Billard) umbenannt.
Ein Zentrum für Staat und Kultur
Die Biljarda war nicht nur die persönliche Residenz von Njegoš, sondern auch das Epizentrum des politischen, kulturellen und bildenden Lebens in Montenegro. Es beherbergte den montenegrinischen Senat, die Garde des Fürsten und bot angesehenen Gästen eine Unterkunft. Im Gebäude befanden sich außerdem Njegošs Druckerei, eine theologische Schule, ein Gymnasium und ein Mädcheninstitut. Nach Njegošs Tod im Jahr 1851 residierten dort auch seine Nachfolger, Fürst Danilo I. und Fürst Nikola I., bis 1867.
Das Museum heute
1951 wurde die Biljarda offiziell als Njegoš-Museum eingerichtet, das ein zentraler Bestandteil des Nationalmuseums von Montenegro ist. Die Dauerausstellung ist dem Leben und Werk von Petar II. Petrović-Njegoš gewidmet. Ausgestellt sind seine persönlichen Gegenstände, darunter sein Bischofskreuz, seine Gewänder und eine Waffensammlung. Das Museum beherbergt auch seine Bibliothek und seltene Manuskripte, insbesondere das Originalmanuskript des ‚Bergkranzes‘.
Der berühmte Billardtisch, der dem Gebäude seinen Namen gab, befindet sich im Erdgeschoss. Im Innenhof können Besucher außerdem eine detaillierte topografische Reliefkarte von Montenegro sehen, die 1917 erstellt wurde.
FAQ
Warum heißt das Njegoš-Museum Biljarda?
Das Gebäude hieß ursprünglich ‚Neues Haus‘. Es wurde in ‚Biljarda‘ (Billard) umbenannt, nachdem der leidenschaftliche Spieler Fürstbischof Petar II. Petrović-Njegoš 1839 oder 1840 den ersten Billardtisch Cetinjes in die Residenz bringen ließ.
Was gibt es im Njegoš-Museum Biljarda zu sehen?
Das Museum zeigt die persönlichen Gegenstände von Petar II. Petrović-Njegoš, darunter seine Bibliothek, Waffen und Manuskripte wie das Original des ‚Bergkranzes‘. Der berühmte Billardtisch ist ebenfalls ausgestellt, ebenso wie eine große Reliefkarte von Montenegro im Innenhof.
Wann wurde das Biljarda-Gebäude erbaut?
Der Bau des Gebäudes begann am 29. März 1838 unter der Schirmherrschaft von Fürstbischof Petar II. Petrović-Njegoš.



