
Die Reliefkarte Montenegros: Ein Wahrzeichen von Cetinje
In Cetinje, im Hof des historischen Biljarda, beherbergt ein markanter Pavillon die unglaubliche Reliefkarte Montenegros. Dieses großformatige topografische Modell bietet einen detaillierten Einblick in die Geografie des Landes und ist als einzigartiges historisches und kulturelles Artefakt erhalten geblieben.
Ein Werkzeug des Krieges
Die Ursprünge der Karte gehen auf den Ersten Weltkrieg zurück. Nach der Besetzung Cetinjes durch die österreichisch-ungarische Armee wurde die Karte 1916 angefertigt. Ihr Hauptzweck war die strategische Militärplanung für die Besatzungstruppen, deren Hauptquartier im Biljarda eingerichtet wurde. Dieses militärische Werkzeug sollte einen genauen Überblick über das schwierige montenegrinische Terrain verschaffen.
Detailgetreue Anfertigung
Die im Maßstab 1:10.000 erstellte Karte wurde aus Beton auf einem Steinsockel gefertigt, wobei hochpräzise österreichische topografische Karten und Landvermessungen als Vorlage dienten. Die Anfertigung übernahmen österreichisch-ungarische Militärkartografen unter Zwangsmitwirkung montenegrinischer Kriegsgefangener, darunter der bekannte Bildhauer Marko Brežanin. Um die korrekten Höhen zu erzielen, wurde ein Netz aus dünnen Metallstäben installiert und Beton von Hand aufgetragen, um die Konturen der Landschaft nachzubilden.
Ein detailliertes topografisches Zeugnis
Die fertige Karte ist eine detailgetreue Darstellung des vielfältigen Terrains Montenegros, von seinen hohen Bergen und Karstgebieten bis zu den schmalen Küstenebenen. Sie wurde sorgfältig bemalt, um die Straßennetze, Gewässer, Wälder und besiedelten Gebiete der damaligen Zeit darzustellen. Die Karte umfasst auch Teile der Nachbarländer wie Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Albanien und Serbien. Um eine detaillierte Betrachtung zu ermöglichen, wurde eine spezielle Brücke über den zentralen Teil der Karte gebaut.
Vom Militärgut zum Nationalschatz
In einer bemerkenswerten Wendung der Geschichte wurde dieses Werkzeug einer Besatzungsarmee später von der Nation angenommen, zu deren Kontrolle es diente. Am 14. September 1948 wurde die Reliefkarte Montenegros offiziell zum nationalen Kulturdenkmal erklärt. Dieser Wandel von einem militärischen Kriegsmittel zu einem geschätzten Kulturgut beleuchtet ein komplexes und ironisches Kapitel in der Vergangenheit Montenegros.
Die Karte heute
Heute ist die Reliefkarte Montenegros eine bekannte Touristenattraktion und ein Bildungsexponat im Nationalmuseum von Montenegro. Sie befindet sich in einer verglasten Metallkonstruktion, die Anfang der 1980er Jahre den ursprünglichen Pavillon ersetzte, und ist für Besucher mit einer Eintrittskarte für das Njegoš-Museum im Biljarda zugänglich. In dem unbelüfteten Wintergarten kann es ziemlich warm werden, bei Hitzewellen werden Berichten zufolge Temperaturen von bis zu 35 °C erreicht.
FAQ
Wann wurde die Reliefkarte Montenegros erbaut?
Die Karte wurde 1916 während der österreichisch-ungarischen Besetzung Montenegros im Ersten Weltkrieg angefertigt.
Wer hat die Reliefkarte Montenegros erbaut?
Sie wurde von österreichisch-ungarischen Militärkartografen unter Mitwirkung montenegrinischer Kriegsgefangener erbaut, darunter der Bildhauer Marko Brežanin.
Welchen Maßstab hat die Reliefkarte Montenegros?
Die Karte wurde im präzisen Maßstab 1:10.000 unter Verwendung österreichischer topografischer Karten und Landvermessungen erstellt.
Wo befindet sich die Reliefkarte Montenegros?
Sie befindet sich in einem speziellen Pavillon im Hof des Biljarda in Cetinje, der Teil des Nationalmuseums von Montenegro ist.



