Museum Gevangenpoort: Verbrechen und Strafe in Den Haag - The-hague
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Museum Gevangenpoort: Verbrechen und Strafe in Den Haag

The-hague, Netherlands

Das Museum Gevangenpoort ist ein imposantes mittelalterliches Torhaus neben dem Binnenhof in Den Haag. Ursprünglich als Wehranlage erbaut, erzählt seine Geschichte von Justiz, Gefangenschaft und politischen Unruhen in den Niederlanden.

Vom Burgtor zum Gefängnis

Um 1280 erbaut, diente das Gevangenpoort zunächst als eines der Haupttore zur Burg der Grafen von Holland. Seine Funktion änderte sich 1420 dramatisch, als es zum Hauptgefängnis und Gerichtssitz des mächtigen Hofes von Holland umgebaut wurde. In den nächsten vier Jahrhunderten war es ein Ort, an dem Verdächtige auf ihren Prozess und ihre Bestrafung warteten.

Das Gebäude diente bis zu seiner Schließung 1828 als Gefängnis. Später wurde es umgenutzt und 1882 als staatliches Museum eröffnet, um seine düstere Geschichte für künftige Generationen zu bewahren. Seine ursprüngliche Funktion als Tor verlor das Bauwerk 1923, als die umliegenden Häuser für eine neue Straße abgerissen wurden.

Der Lynchmord an den Brüdern de Witt 1672

Am 20. August 1672, während des sogenannten „Rampjaar“, des Katastrophenjahres, ereignete sich im Gevangenpoort ein entscheidendes und brutales Ereignis der niederländischen Geschichte. Der Staatsmann Cornelis de Witt wurde inhaftiert und gefoltert, weil man ihm vorwarf, eine Verschwörung gegen den Statthalter Wilhelm III. zu planen, obwohl er nie gestand.

Als sein Bruder, der Ratspensionär Johan de Witt, ihn besuchen kam, stürmte ein politisch aufgeheizter Mob das Gefängnis. Die Brüder wurden auf den Platz gezerrt und brutal gelyncht. Anschließend wurden ihre Leichen verstümmelt, kopfüber aufgehängt und ihre Körperteile als grausame Souvenirs an Schaulustige verkauft.

Berühmte Gefangene und grausame Realitäten

Neben den Brüdern de Witt waren im Gevangenpoort auch andere prominente Persönlichkeiten inhaftiert. Der Staatsmann Johan van Oldenbarnevelt wurde hier vor seiner Hinrichtung wegen Hochverrats im Jahr 1619 festgehalten. 1567 wurde der humanistische Schriftsteller Dirk Volckertszoon Coornhert wegen seiner Kritik an der religiösen Verfolgung eingesperrt, eine Erfahrung, die seine Schriften inspirierte, in denen er für Rehabilitation statt Bestrafung plädierte.

Entgegen der Annahme, dass hier nur die Elite einsaß, waren im Gefängnis auch zahlreiche einfache und arme Menschen inhaftiert. Im 17. Jahrhundert wurden zeitweise mehr Frauen als Männer wegen Delikten wie Bettelei, Prostitution und Diebstahl strafrechtlich verfolgt. Die Bedingungen waren elendig: Die Fäkalien der Gefangenen wurden in Kübeln gesammelt und in den Hofvijver (Hofteich) gekippt, denselben Teich, aus dem sie ihr Trinkwasser schöpften. Der Hinrichtungsplatz vor dem Tor, bekannt als „Het Groene Zoodje“ (der grüne Rasen), soll aufgrund des bei öffentlichen Hinrichtungen vergossenen Blutes außergewöhnlich fruchtbar gewesen sein.

Das Museum heute

Heute beherbergt das Gebäude das Rijksmuseum de Gevangenpoort, ein nationales Museum, das sich der Geschichte von Verbrechen und Strafe in den Niederlanden widmet. Es beherbergt die landesweit größte Sammlung historischer Folter- und Strafinstrumente. Besucher können ehemalige Zellen und eine Folterkammer erkunden, um mehr über das historische Rechtssystem zu erfahren.

Zu den eindrücklichsten Exponaten gehören die konservierte Zunge von Johan de Witt und ein Finger seines Bruders Cornelis, greifbare Relikte des berüchtigten Lynchmordes. Über eine spezielle Treppe ist das Museum außerdem mit der Galerie Prinz Wilhelm V. verbunden, einer Kunstgalerie aus dem 18. Jahrhundert.

FAQ

Was ist das Museum Gevangenpoort?

Das Museum Gevangenpoort ist ein ehemaliges mittelalterliches Torhaus und Gefängnis in Den Haag. Heute ist es ein nationales Museum, das die Geschichte von Verbrechen und Strafe in den Niederlanden vom 15. bis zum 19. Jahrhundert zeigt.

Was ist das berühmteste Ereignis, das im Gevangenpoort stattfand?

Das berüchtigtste Ereignis war die brutale Lynchung der Staatsmänner Johan und Cornelis de Witt am 20. August 1672. Ein wütender Mob stürmte das Gefängnis, zerrte die Brüder nach draußen und ermordete sie auf dem angrenzenden Platz.

Wer war im Gevangenpoort inhaftiert?

Zu den berühmten Gefangenen gehörten die Staatsmänner Johan van Oldenbarnevelt und die Brüder de Witt. Es saßen aber auch viele einfache Leute im Gefängnis, darunter Frauen, die wegen Delikten wie Bettelei, Prostitution und Diebstahl verfolgt wurden.

Was gibt es heute im Museum zu sehen?

Das Museum zeigt die größte Sammlung historischer Folter- und Strafinstrumente der Niederlande. Besucher können ehemalige Zellen und eine Folterkammer erkunden und schockierende historische Relikte wie die konservierte Zunge von Johan de Witt und einen Finger seines Bruders Cornelis sehen.

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