Wały Chrobrego: Stettins historische Oderterrasse - Szczecin
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Wały Chrobrego: Stettins historische Oderterrasse

Szczecin, Poland

Als monumentale Flussfront über den Trümmern einer preußischen Festung des 18. Jahrhunderts errichtet, sollten die Wały Chrobrego ursprünglich vor allem eines: Eindruck schinden bei allen, die sich der Stadt vom Wasser aus näherten. Ehemals als Hakenterrasse bekannt, thront die 500 Meter lange Aussichtsterrasse rund 19 Meter über der Westoder. Heute ist sie Stettins Vorzeigepromenade und das unverkennbare Gesicht der Stadt zum Fluss hin.

Ursprung und Verwandlung

Die Anlage entstand auf dem Gelände des ehemaligen Fort Leopold, einer preußischen Festung, die Ende des 19. Jahrhunderts abgerissen wurde, um Raum für das wachsende Stettin zu schaffen. Der langjährige Oberbürgermeister Hermann Haken trieb die Verwandlung des einst industriellen Flusshangs in ein repräsentatives städtisches Aushängeschild unermüdlich voran. Um 1900 konzipiert, wurde das Ensemble zwischen 1902 und 1921 unter der Leitung von Stadtbaurat Wilhelm Meyer-Schwartau erbaut.

Den Zweiten Weltkrieg überstand die Uferpromenade weitgehend unbeschadet. Doch mit den Grenzverschiebungen von 1945 und der darauffolgenden Neubesiedlung änderte sich alles. Die polnischen Behörden benannten die Terrasse nach Polens erstem gekrönten König, Bolesław I. dem Tapferen (Chrobry).

Monumentale Architektur

Das obere Ensemble der Wały Chrobrego wird von drei monumentalen Prachtbauten dominiert. Im Zentrum steht das ehemalige Stadtmuseum, erbaut zwischen 1908 und 1913 von Meyer-Schwartau, das heute das Nationalmuseum Stettin und das Zeitgenössische Theater beherbergt. Im Norden erhebt sich das Woiwodschaftsamt Westpommern, ein Backsteinbau der Neorenaissance aus der Feder von Paul Kieschke. Den südlichen Abschluss bildet die Maritime Universität Stettin, untergebracht in den einstigen Gebäuden der Landesfinanz- und Versicherungsverwaltung.

Warme Sandsteinmauern und monumentale, symmetrische Freitreppen prägen das Gesamtbild. Unten am Fluss erinnern zwei steinerne Laternentürme an Leuchttürme und verleihen dem Ort seinen unverwechselbaren maritimen Charakter.

Verborgene Geschichtsspuren

In der Architektur der Terrasse verbergen sich einige faszinierende Details. Auf dem zentralen Zwischenpodest steht eine Sandsteinskulptur von Karl Ludwig Manzel aus dem Jahr 1913, die den Kampf des Herkules mit dem Kentauren zeigt.

Das Mauerwerk erzählt zudem von der Polonisierung der Nachkriegszeit. In die kunstvollen Balustraden waren einst die Namen deutscher Ostseehäfen eingemeißelt. Sie wurden kurzerhand abgeschlagen oder verputzt und durch polnische Küstenstädte ersetzt. Die abweichenden Zeichenlängen der nachgebesserten Inschriften sind bis heute erkennbar. Als Verbeugung vor den historischen Wurzeln wurden in den 1990er- und 2000er-Jahren wieder Gedenktafeln für Hermann Haken angebracht.

Das maritime Herz der Stadt

Die Wały Chrobrego sind das Epizentrum großer maritimer Events, von weltbekannten Regatten wie den Tall Ships Races bis hin zu Open-Air-Konzerten. Von hier oben eröffnet sich ein weiter Panoramablick über die Oder, die Insel Łasztownia, die Werften und Hafenbecken.

Die Atmosphäre lebt vom Rhythmus des geschäftigen Flussufers. Das Rauschen des großen Springbrunnens mischt sich mit der frischen Flussbrise, den Schiffshörnern der Schlepper und Lastkähne und den fernen mechanischen Klängen der Werften. Direkt am Wasser laden Pavillons mit saisonalen Cafés und Restaurants zum Verweilen ein, während Ausflugsschiffe ablegen. Ein Ort, der das pulsierende Leben am Wasser nahtlos mit Stettins historischem Stadtkern verbindet.

FAQ

Welche Hauptgebäude befinden sich auf den Wały Chrobrego?

Die obere Terrasse wird von drei Hauptgebäuden geprägt: dem Nationalmuseum und dem Zeitgenössischen Theater im Zentrum, dem Woiwodschaftsamt Westpommern im Norden und der Maritimen Universität Stettin im Süden.

Wer hat das Ensemble der Wały Chrobrego entworfen?

Das Ensemble wurde zwischen 1902 und 1921 unter der Leitung von Stadtbaurat Wilhelm Meyer-Schwartau entworfen und erbaut. Damit verwirklichte er die Vision des langjährigen Stettiner Oberbürgermeisters Hermann Haken.

Sind noch Spuren der deutschen Vergangenheit der Terrasse sichtbar?

Ja, an den Balustraden sind noch heute Längenunterschiede im Stein erkennbar, wo nach dem Zweiten Weltkrieg die deutschen Namen der Ostseehäfen durch polnische Küstenstädte ersetzt wurden. Zudem wurden in den 1990er- und 2000er-Jahren historische Gedenktafeln für Hermann Haken wieder angebracht.

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