
Dealul Mitropoliei: Bukarests spirituelles und historisches Herz
Dealul Mitropoliei, auch als Metropolitenhügel oder Patriarchenhügel bekannt, ist ein bedeutendes Wahrzeichen in Bukarest, Rumänien, mit tiefgreifender historischer, religiöser und architektonischer Bedeutung. Um 1650 war der Hügel noch von Weinreben bedeckt, entwickelte sich aber zu einem befestigten Klosterkomplex, der heute das spirituelle Herz der rumänisch-orthodoxen Kirche ist. Der Ort bietet einen friedlichen Rückzugsort von der Stadt und einen tiefen Einblick in die Vergangenheit der Nation. Hier befinden sich die rumänische Patriarchalkathedrale, der Patriarchenpalast und ein historischer Glockenturm.
Die architektonischen Wahrzeichen des Hügels
Der Komplex auf dem Dealul Mitropoliei zeigt verschiedene Architekturstile und historische Schichten. Das Herzstück ist die rumänische Patriarchalkathedrale, die den Heiligen Konstantin und Helena geweiht ist. Sie wurde zwischen 1654 und 1658 unter der Schirmherrschaft von Fürst Constantin Șerban und seiner Frau Bălașa erbaut und 1658 geweiht. Das Design der Kathedrale mit ihrer Brâncovenesc-Fassade gilt weitgehend als eine Kopie der Kathedrale von Curtea de Argeș, obwohl der ursprüngliche Baumeister unbekannt ist.
Zugang zum Komplex bietet der Glockenturm, der 1698 von Fürst Constantin Brâncoveanu erbaut wurde. Dieses Bauwerk wurde zwischen 1956 und 1958, auf dem Höhepunkt des kommunistischen Regimes in Rumänien, umfassend restauriert.
In der Nähe steht der beeindruckende Patriarchenpalast. Ursprünglich von 1907 bis 1908 als Palast der Abgeordnetenkammer erbaut, wurde er vom Architekten Dimitrie Maimarolu im neoklassizistischen Stil entworfen. Seine 80 Meter lange Fassade zeichnet sich durch sechs ionische Säulen aus. In einer für die damalige Zeit bemerkenswerten Leistung war dieses Gebäude das erste in Rumänien, das aus Stahlbeton gebaut wurde.
Eine Bühne der rumänischen Geschichte
Der Dealul Mitropoliei war die Kulisse für entscheidende Momente der rumänischen Geschichte. Der Hügel war Zeuge des Aufstands der Seimeni (Söldner) gegen die Bojaren im Jahr 1655, ein Ereignis, an das ein Steinkreuz auf dem Gelände erinnert. Auch der Vater von Papa Brâncoveanu errichtete ein Holzkreuz zum Gedenken an seinen Sohn, der während des Aufstands getötet wurde.
Am 24. Januar 1859 spielte der Hügel eine zentrale Rolle bei der Gründung des modernen rumänischen Staates. Im Gebäude des Fürstlichen Diwans wurde Alexandru Ioan Cuza zum Fürsten sowohl der Moldau als auch der Walachei gewählt, ein entscheidender Schritt zur Vereinigung der rumänischen Fürstentümer, während sich draußen über 30.000 Anhänger versammelten. An diesem Ort fanden auch die Proklamationen der rumänischen Unabhängigkeit 1878 und des Königreichs Rumänien 1881 statt. Bei einem tragischeren Ereignis wurde Rumäniens erster Premierminister, Barbu Catargiu, am 20. Juni 1862 unterhalb des Glockenturms ermordet.
Der Hügel in der Neuzeit
Heute ist der Dealul Mitropoliei der Hauptsitz der rumänisch-orthodoxen Kirche und beherbergt die Residenz des Patriarchen, seit die Metropolie 1925 in den Rang eines Patriarchats erhoben wurde. Die rumänische Patriarchalkathedrale ist nach wie vor ein aktiver Ort des Gottesdienstes und bekannt für die Ausrichtung großer religiöser Feste wie der jährlichen Palmsonntagsprozession. Ihre Göttliche Liturgie ist besonders bekannt für ihren A-cappella-Chor, eine gängige Praxis in orthodoxen Gottesdiensten.
Der Patriarchenpalast dient heute administrativen Zwecken der Kirche und enthält Salons und Veranstaltungsräume. Der ganze Hügel ist ein beliebtes Ziel für Touristen, Pilger und Einheimische. Die ursprüngliche gepflasterte Straße, die auf den Hügel führt und in der Zwischenkriegszeit angelegt wurde, ist immer noch in Gebrauch und ein seltenes Beispiel für erhaltenes Zwischenkriegspflaster in Bukarest.
FAQ
Was sind die Hauptgebäude auf dem Dealul Mitropoliei?
Die Hauptbauwerke auf dem Dealul Mitropoliei sind die rumänische Patriarchalkathedrale, der Patriarchenpalast und der Glockenturm.
Warum ist der Dealul Mitropoliei historisch bedeutsam für Rumänien?
Er war Schauplatz wichtiger Ereignisse bei der Gründung des modernen Rumänien, darunter die Wahl von Alexandru Ioan Cuza im Jahr 1859, die zur Vereinigung der Fürstentümer führte, sowie die Proklamationen der Unabhängigkeit 1878 und des Königreichs 1881.
Was ist das architektonisch Besondere am Patriarchenpalast?
Der Patriarchenpalast, ursprünglich der Palast der Abgeordnetenkammer, wurde zwischen 1907 und 1908 erbaut und war das erste Gebäude in Rumänien, das aus Stahlbeton errichtet wurde.
Wofür wird der Dealul Mitropoliei heute genutzt?
Er dient als Zentrum der rumänisch-orthodoxen Kirche und beherbergt die Residenz des Patriarchen sowie Verwaltungsbüros. Die Kathedrale ist ein aktiver Ort des Gottesdienstes und ein beliebtes Ziel für Touristen und Pilger.



