
Nationalmuseum für rumänische geschichte in Bukarest
Das Nationalmuseum für rumänische Geschichte (MNIR) ist die führende Institution für Archäologie und Geschichte in Rumänien. Untergebracht in einem prachtvollen neoklassizistischen Gebäude, bewahrt es die bedeutendsten historischen Artefakte des Landes und zeichnet so eine lückenlose Geschichte von der Vorgeschichte bis in die Neuzeit nach.
Vom Postamt zum Nationalmuseum
Dieses beeindruckende Bauwerk war nicht immer ein Museum. Ursprünglich wurde es zwischen 1894 und 1900 als Postpalast (Palatul Poștelor) erbaut. König Karl I. war 1894 bei der Grundsteinlegung anwesend, was die nationale Bedeutung des Gebäudes von Anfang an unterstrich. Bis 1970 diente es als Bukarester Hauptpostamt. Nach Renovierungsarbeiten öffnete es 1972 offiziell seine Pforten als Nationalmuseum für rumänische Geschichte. Der Standort selbst hat eine lange Geschichte: Zuvor befand sich hier das Gasthaus des Constantin Vodă, das 1847 durch ein Feuer zerstört wurde.
Architektonische Pracht
Das Gebäude ist ein architektonisches Meisterwerk, entworfen vom französischen Architekten Alexandru Săvulescu. Er ließ sich vom eidgenössischen Postgebäude in Genf inspirieren und schuf einen eklektischen Stil mit starken neoklassizistischen Elementen. Die prachtvolle Fassade zeichnet sich durch einen markanten Portikus aus, der von zehn dorischen Säulen getragen wird und auf einem hohen Sockelgeschoss ruht. Mit einer Fläche von über 8.000 Quadratmetern spiegelt die Gestaltung des Gebäudes die monumentale Ästhetik seiner Zeit wider.
Schätze hinter den Mauern
Der Bestand des Museums umfasst über 650.000 Objekte, die auf rund 60 Ausstellungsräume verteilt sind. Zu den bedeutendsten Dauerausstellungen gehören die Schatzkammer, in der über 3.000 wertvolle Gegenstände aus Metall und Stein ausgestellt sind, und das Lapidarium. Ein zentrales und beeindruckendes Exponat ist der originalgroße Gipsabguss der Trajanssäule, ein Projekt, das zwischen 1939 und 1943 realisiert wurde. Das Gebäude beherbergt außerdem nach wie vor ein philatelistisches Museum.
Das Museum heute
Heute ist das Nationalmuseum für rumänische Geschichte ein wichtiges Zentrum, das mit seinen umfangreichen Sammlungen, Sonderausstellungen und Bildungsprogrammen die Vergangenheit der Nation dokumentiert. Seit 2012 wird das Museum umfassend restauriert und ist daher nur teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich. Während dieser Arbeiten wurde unter dem Gebäude eine spätmittelalterliche archäologische Stätte entdeckt, die der reichen Geschichte des Ortes eine weitere Facette hinzufügt. Das Museum gibt außerdem eine wissenschaftliche Zeitschrift heraus, das Magazin „Muzeul Național“, das seit 1974 erscheint.
FAQ
Welchem Zweck diente das Gebäude des Nationalmuseums ursprünglich?
Das Gebäude war ursprünglich der Postpalast, der zwischen 1894 und 1900 erbaut wurde. Es diente als Hauptpostamt von Bukarest, bis 1970 der Umbau zum Museum begann.
Wann wurde das Nationalmuseum für rumänische Geschichte eröffnet?
Das Museum wurde 1972 offiziell für die Öffentlichkeit eröffnet, nachdem das ehemalige Postgebäude für seinen neuen Zweck renoviert worden war.
Was sind die wichtigsten Exponate im Museum?
Zu den wichtigsten Exponaten gehören die Schatzkammer mit über 3.000 wertvollen Artefakten, ein originalgroßer Gipsabguss der Trajanssäule und das Lapidarium.
Ist das gesamte Museum für Besucher geöffnet?
Nein, das Museum wird seit 2012 umfassend restauriert und ist daher nur teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich.



