
Bukarester Altstadt: Geschichte, Sehenswürdigkeiten und Nachtleben
Die Bukarester Altstadt, auch als Lipscani-Viertel bekannt, ist das historische Herz der rumänischen Hauptstadt. Einst ein geschäftiges Zentrum für Kaufleute und Handwerker, hat es sich in ein pulsierendes, verkehrsberuhigtes Ausgehviertel verwandelt, in dem historische Gebäude moderne Cafés, Restaurants und Clubs beherbergen und so den fortwährenden Wandel der Stadt widerspiegeln.
Mittelalterliche Ursprünge und wirtschaftlicher Aufstieg
Die erste urkundliche Erwähnung des Gebiets stammt vom 20. September 1459 aus einem von Fürst Vlad III. Drăculea, auch bekannt als Vlad der Pfähler, erlassenen Text. Das Viertel blühte rund um den Fürstenhof auf, der Mitte des 16. Jahrhunderts von Mircea Ciobanul gegründet wurde. Der Legende nach geht die Gründung der Stadt auf einen Hirten namens Bucur zurück.
An alten Handelsrouten gelegen, die das Osmanische Reich mit mitteleuropäischen Städten wie Leipzig verbanden, wurde die Altstadt zu einem wichtigen Handelszentrum. Nach 1698, während der Herrschaft von Fürst Constantin Brâncoveanu, wurde Bukarest die ständige Hauptstadt der Walachei, was die Bedeutung des Viertels weiter festigte.
Architektonisches Erbe
Die Architektur der Altstadt ist ein reiches Mosaik aus verschiedenen Stilen, das vor allem neoklassizistische und neobarocke Elemente aufweist. Ein ausgeprägter lokaler Stil, der Brâncoveanu-Stil, ist in wichtigen Bauten wie der Stavropoleos-Kirche sichtbar, die im frühen 18. Jahrhundert vom griechischen Mönch Ioanichie gegründet wurde.
Zu den bemerkenswerten historischen Gebäuden gehören Hanul lui Manuc (Manucs Herberge), 1808 vom armenischen Kaufmann Emanuel Mârzaian erbaut, und Hanul cu Tei (die Herberge zur Linde) aus dem Jahr 1833. In Manucs Herberge fanden sogar die Friedensvorverhandlungen statt, die den Russisch-Türkischen Krieg von 1806 bis 1812 beendeten. In der Nähe steht der CEC-Palast aus der Belle Époque, entworfen von Paul Gottereau und erbaut zwischen 1897 und 1900, als ein markantes Wahrzeichen.
Resilienz und Wiederbelebung
Die Altstadt hat mehrere Katastrophen überstanden, darunter Erdbeben und Brände. Der große Brand vom 23. März 1847 war besonders verheerend und zerstörte rund 2.000 Gebäude, was einem Drittel der Stadt entsprach. Trotzdem wurde das Gebiet wieder aufgebaut und 1862 wurde Bukarest die Hauptstadt des neu gegründeten Fürstentums Rumänien.
Nach Jahrzehnten der Vernachlässigung während der kommunistischen Ära hat das Viertel eine umfassende Wiederbelebung erfahren. Heute ist es eine lebhafte, verkehrsberuhigte Gegend, die bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen beliebt ist, besonders abends und an den Wochenenden.
Die Altstadt heute
Die moderne Altstadt ist das wichtigste Ausgehviertel Bukarests. Ihre 48 Straßen sind voller Cafés, Bars, Kunstgalerien und Boutiquen. Viele historische Gebäude haben ein neues Leben gefunden, wie zum Beispiel ein renoviertes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das heute die mehrstöckige Buchhandlung Cărturești Carusel beherbergt. Historische Lokale wie das 1879 gegründete Caru' cu Bere servieren weiterhin traditionelle rumänische Gerichte, während Hanul lui Manuc nach wie vor als Herberge und Restaurant betrieben wird.
Verborgene Geschichten von Lipscani
Viele Straßennamen der Altstadt deuten auf ihre Vergangenheit als Zentrum der Handwerkszünfte hin. Lipscani ist nach Händlern aus Leipzig benannt, während andere Straßen Blănari („Kürschner“), Șelari („Sattler“) und Covaci („Schmiede“) heißen. Eine faszinierende architektonische Eigenheit ist die Macca-Villacrosse-Passage, eine mit gelbem Glas überdachte Arkade, die sich in zwei Arme gabelt, weil sich ein Hotelbesitzer während des Baus weigerte, sein Grundstück zu verkaufen, sodass die Passage um das Gebäude herum gebaut werden musste. Unter den Straßen verbirgt sich ein Netzwerk aus gewölbten Kellern und Gängen von ehemaligen Herbergen und Geschäften.
FAQ
Wann entstand die Bukarester Altstadt?
Die erste historische Erwähnung des Gebiets, auch Lipscani genannt, findet sich in einem Dokument von Fürst Vlad III. Drăculea vom 20. September 1459. Es entwickelte sich als Viertel für Handwerker und Kaufleute rund um den Fürstenhof aus dem 16. Jahrhundert.
Wofür ist die Bukarester Altstadt heute bekannt?
Heute ist die Altstadt ein lebhaftes, verkehrsberuhigtes Ausgehviertel. Sie ist ein beliebter Treffpunkt für Einheimische und Touristen, voller Cafés, Restaurants, Bars, Clubs und Boutiquen in restaurierten historischen Gebäuden.
Was bedeuten die Straßennamen in der Altstadt?
Viele Straßennamen erinnern an die Handwerkszünfte, die hier einst ansässig waren. Lipscani ist zum Beispiel nach Händlern benannt, die Waren aus Leipzig bezogen, Blănari bedeutet „Kürschner“, Șelari „Sattler“ und Covaci „Schmiede“.
Gibt es in der Altstadt noch historische Herbergen, die in Betrieb sind?
Ja, Hanul lui Manuc (Manucs Herberge), ursprünglich 1808 erbaut, wird in der Altstadt weiterhin als Herberge und Restaurant betrieben.



