
Antoniuskirche: Bukarests älteste Fürstenkirche
Die Antoniuskirche ist ein historischer Anker in der Bukarester Altstadt und gilt als die älteste erhaltene Kirche der Hauptstadt. Ihre Grundmauern wurden 1559 unter der Herrschaft von Fürst Mircea Ciobanul gelegt. Ursprünglich als Holzkapelle für die Herrscher der Walachei erbaut, war sie der Mariä Verkündigung und dem Heiligen Antonius dem Großen geweiht.
Ein fürstliches Erbe
Zwei Jahrhunderte lang hatte diese Kirche als offizielle Krönungsstätte der Herrscher der Walachei eine immense politische und religiöse Bedeutung. Fürsten wie Mihai Viteazul, Matei Basarab, Șerban Cantacuzino und Constantin Brâncoveanu beteten in ihren Mauern. Sie grenzte an den Alten Fürstenhof (Curtea Veche) und diente als dessen Fürstenkapelle. Bis 1842 war die Kirche zudem die Grabstätte für Mitglieder der Herrscherdynastie.
Architektonische Entwicklung
Der ursprüngliche Holzbau wurde zwischen 1695 und 1700 in Ziegelbauweise neu errichtet. Die Architektur der Kirche ist überwiegend im Brâncoveanu-Stil gehalten, der byzantinische Einflüsse mit Elementen der italienischen Renaissance verbindet. Sie weist auch Strebepfeiler und Zierziegelwerk auf, die für die mittelalterliche moldauische Architektur charakteristisch sind. Im Jahr 1715 wurde von Ștefan Cantacuzino ein prunkvolles Portal hinzugefügt. Bei einer umfassenden Restaurierung zwischen 1928 und 1935 unter der Leitung des Historikers Nicolae Iorga wurden spätere neugotische Anbauten entfernt, um die Kirche wieder in ihren vermeintlichen Originalzustand zu versetzen.
Eine Geschichte der Widerstandsfähigkeit
Die Antoniuskirche hat seit Anfang des 18. Jahrhunderts bemerkenswerterweise zahlreiche Katastrophen überstanden, darunter sieben Großbrände und mehrere Erdbeben. Besonders erwähnenswert ist der Großbrand von 1847, der vier Fünftel von Bukarest zerstörte und auf wundersame Weise vor den Mauern der Kirche haltmachte. Während dieses Brandes wurde eine Ikone des Heiligen Antonius des Großen unbeschädigt aus einer nahegelegenen, zerstörten Gefängniskirche geborgen. Die Ikone wurde in dieses Heiligtum gebracht, was dazu führte, dass die Kirche den Heiligen Antonius als ihren Hauptschutzpatron annahm.
Die Kirche heute
Die Antoniuskirche ist nach wie vor ein aktives rumänisch-orthodoxes Gotteshaus und ein bedeutendes historisches Wahrzeichen. Sie zieht Gläubige und Touristen gleichermaßen an. Viele kommen dienstags, um die wundertätige Ikone und ein Fragment der Reliquien des Heiligen Antonius des Großen zu verehren, das 2017 dauerhaft in der Kirche untergebracht wurde. Auf dem Gelände, zu dem auch ein Pfarreimuseum in einem Nebengebäude gehört, finden das ganze Jahr über zahlreiche Gottesdienste und Veranstaltungen statt. Der Eintritt ist in der Regel frei, sodass Besucher die Fresken und die Ikonostase bewundern und eine Oase der spirituellen Ruhe in der pulsierenden Stadt erleben können.
FAQ
Wann wurde die Antoniuskirche erbaut?
Der Gründungsbau der Antoniuskirche stammt aus dem Jahr 1559 und wurde von Fürst Mircea Ciobanul in Auftrag gegeben. Damit ist sie die älteste erhaltene Kirche in Bukarest.
Welche historische Bedeutung hat die Antoniuskirche?
Zwei Jahrhunderte lang war sie die offizielle Krönungsstätte der Herrscher der Walachei. Sie diente auch als Fürstenkapelle für den Alten Fürstenhof und war bis 1842 eine Grabstätte für die Herrscherdynastie.
Warum ist die Kirche nach dem Heiligen Antonius benannt?
Die Kirche nahm den Heiligen Antonius nach dem Großbrand von 1847 als ihren Hauptschutzpatron an. Eine Ikone des Heiligen Antonius des Großen wurde aus den Ruinen einer nahegelegenen Gefängniskirche gerettet und hierher gebracht, ein Ereignis, das als Wunder gilt.
Kann man die Antoniuskirche besichtigen?
Ja, die Kirche ist ein aktives Gotteshaus und ein historisches Wahrzeichen, das für Besucher geöffnet ist. Der Eintritt ist in der Regel frei und es gibt auch ein angrenzendes Pfarreimuseum.



