Große orthodoxe Synagoge in Oradea: Geschichte und Fakten - Oradea
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Große orthodoxe Synagoge in Oradea: Geschichte und Fakten

Oradea, Romania

Die Große Orthodoxe Synagoge in Oradea zeugt von der vielfältigen jüdischen Geschichte der Stadt. Das 1890 errichtete Gebäude wurde von dem Bauingenieur Nándor Bach entworfen und von dem Baumeister Ferenc Knapp erbaut. Ihr eklektischer Baustil, der prominente neomaurische Elemente aufgreift, machte sie zu einer der prachtvollsten Synagogen in der österreichisch-ungarischen Monarchie.

Das Fundament einer Gemeinschaft

Die Ursprünge der Synagoge gehen auf die formelle Trennung der orthodoxen und neologen jüdischen Gemeinden von Oradea im Jahr 1870 zurück. Die Gründung der orthodoxen Gemeinde wurde von Izidor Ullmann vorangetrieben, einem einflussreichen Anführer, der die kostenlose Übertragung des Grundstücks für die Synagoge sicherstellte. Unter der geistlichen Führung von Rabbi Mose Hersch Fuchs blühte die Gemeinde auf. Die Synagoge wurde zum Herzstück eines größeren Komplexes in der „Neustadt“, zu dem eine kleinere Synagoge, Verwaltungsbüros, ein Ritualbad (Mikwe) und jüdische Grundschulen gehörten, was den Wohlstand der Gemeinde nach der Emanzipation der Juden im Jahr 1867 widerspiegelte.

Architektonische Details

Der Innenraum der Synagoge war für eine große Gemeinde ausgelegt, mit 600 Plätzen für Männer im Erdgeschoss und 450 Plätzen für Frauen auf einer Empore, die durch ein Holzgitter verdeckt war. Ein bemerkenswertes Merkmal ist die Bima, das Pult für die Toralesungen, das nur etwa 50 Zentimeter über dem Boden erhöht ist. Auch der Innenhof der Synagoge weist einzigartige Elemente auf, darunter vier feste Steinsäulen, die für die Errichtung eines rituellen Hochzeitszeltes vorgesehen sind.

Ort der Tragödie und des Gedenkens

Die Geschichte der Synagoge nahm im Mai 1944 eine düstere Wendung, als sie zum Mittelpunkt des Ghettos von Oradea wurde. Das große Ghetto, das sich über 36 Straßen erstreckte, wurde um die Synagoge herum errichtet, die direkt neben dem einzigen Eingang lag. Von diesem Ort aus wurden etwa 27.000 Juden in Konzentrationslager deportiert. Heute dient ein Holocaust-Mahnmal aus schwarzem Marmor im Innenhof der Synagoge als feierliche Gedenkstätte für die Opfer.

Restaurierung und heutige Nutzung

Nach einem aufwendigen, achtjährigen Restaurierungsprojekt, das 2009 begann, wurde die Große Orthodoxe Synagoge am 4. September 2018 wieder eingeweiht. Sie ist wieder Teil des religiösen Lebens und dient als zentraler Treffpunkt für die jüdische Gemeinde von Oradea, die heute etwa 600 bis 650 Mitglieder zählt. Die Synagoge wird hauptsächlich für Gottesdienste an den hohen Feiertagen und für besondere Gedenkveranstaltungen genutzt. Die täglichen Gebete finden in der kleineren Sas-Chevra-Synagoge statt, die sich im selben Innenhof befindet.

FAQ

Wann wurde die Große Orthodoxe Synagoge in Oradea gebaut?

Die Große Orthodoxe Synagoge wurde 1890 erbaut. Sie wurde von dem Ingenieur Nándor Bach entworfen und von Ferenc Knapp erbaut.

Wird die Große Orthodoxe Synagoge noch für Gottesdienste genutzt?

Ja, nach einer umfassenden Restaurierung, die 2018 abgeschlossen wurde, wird die Synagoge von der jüdischen Gemeinde vor Ort für Gottesdienste an den hohen Feiertagen und für besondere Veranstaltungen genutzt. Die täglichen Gebete finden in der kleineren Sas-Chevra-Synagoge in ihrem Innenhof statt.

Was ist das Denkmal im Innenhof der Synagoge?

Das Denkmal aus schwarzem Marmor im Innenhof ist ein Holocaust-Mahnmal. Es erinnert an die rund 27.000 Juden, die aus dem Ghetto von Oradea in Konzentrationslager deportiert wurden, dessen Zentrum 1944 die Synagoge war.

Welchen Baustil hat die Große Orthodoxe Synagoge?

Die Synagoge ist in einem eklektischen Stil erbaut, der vor allem neomaurische Elemente aufweist. Zur Zeit ihrer Erbauung galt sie als eine der prachtvollsten Synagogen in der österreichisch-ungarischen Monarchie.

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