Casa de Zafra: Nasridische Geschichte im Albaicín von Granada - Granada
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Casa de Zafra: Nasridische Geschichte im Albaicín von Granada

Granada, Spain

Im Herzen von Granadas historischem Stadtviertel Albaicín steht die Casa de Zafra, ein seltenes und außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel nasridischer Wohnarchitektur aus dem 14. Jahrhundert. Ursprünglich eine Residenz für den muslimischen Adel, bietet dieses Gebäude einen einzigartigen Einblick in das Alltagsleben im hispano-muslimischen Granada, ganz im Gegensatz zu den palastartigen Dimensionen der Alhambra. Heute dient es als Informationszentrum für das Albaicín und liefert den Kontext für das umliegende UNESCO-Weltkulturerbe.

Eine Geschichte des Überlebens

Die Casa de Zafra wurde im 14. Jahrhundert im Stadtteil Axares erbaut, einem noblen Viertel des Nasridenreichs. Nach der christlichen Eroberung Granadas im Jahr 1492 begann für das Haus ein neues Kapitel. Im 16. Jahrhundert wurde es Hernando de Zafra zugesprochen, dem vertrauten Sekretär der Katholischen Könige, Isabella I. und Ferdinand II. Nach ihm ist das Haus benannt, nicht nach seinen ursprünglichen muslimischen Besitzern.

Ein entscheidender Moment in seiner Geschichte kam nach dem Tod von Hernando de Zafra, als das Haus in das benachbarte Kloster Santa Catalina de Siena integriert wurde. Diese Eingliederung war der Schlüssel zu seinem Überleben, denn sie schützte die nasridische Bausubstanz jahrhundertelang vor Abriss oder größeren Umbauten. Der gesamte Klosterkomplex, einschließlich des Hauses, wurde 1931 zum historisch-künstlerischen Denkmal erklärt. Die Stadt Granada erwarb das Haus 1946 und ließ es umfassend restaurieren, bevor es für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Nasridische Architektur und wiederentdeckte Kunst

Das Gebäude ist ein Paradebeispiel für nasridische Wohnarchitektur. Sein Grundriss ist um einen zentralen Innenhof mit einer „Alberca“, einem Wasserbecken, angelegt. Dieses Element war sowohl dekorativ als auch funktional, denn es sorgte für natürliche Kühlung und eine ruhige Atmosphäre. Charakteristische Hufeisenbögen und filigrane Stuckarbeiten prägen die Architektur.

Bei den Restaurierungsarbeiten im 20. Jahrhundert wurden bemerkenswerte Entdeckungen gemacht. Unter den Putz- und Farbschichten, die nach der christlichen Eroberung aufgetragen wurden, kamen originale Kunstwerke aus der Nasridenzeit zum Vorschein. Darunter waren dekorative Wandmalereien und polychrome „Alfarjes“ (kunstvoll verzierte Holzdecken), die die verborgene künstlerische Pracht des Hauses offenbarten.

Das Informationszentrum Albaicín

Heute fungiert die Casa de Zafra als Centro de Interpretación del Albaicín. Es dient als informativer Ausgangspunkt für Besucher, die das historische Viertel erkunden. Anhand von Modellen, audiovisuellen Präsentationen und interaktiven Tafeln erklärt das Zentrum die Geschichte, Kultur und Entwicklung des Albaicín.

Die Ausstellungsstücke veranschaulichen das häusliche Leben in den Häusern der Nasriden, wobei das Gebäude selbst als bestes Beispiel dient. Die Räume sind zwar nicht mit historischen Möbeln ausgestattet, aber die Architektur spricht für sich. Von bestimmten Stellen aus bietet das Haus auch malerische Ausblicke auf die Alhambra. Der reguläre Eintritt kostet ein paar Euro, sonntags ist der Eintritt frei.

FAQ

Warum ist die Casa de Zafra so gut erhalten?

Der bemerkenswert gute Erhaltungszustand der Casa de Zafra ist darauf zurückzuführen, dass sie nach dem 16. Jahrhundert direkt in die Bausubstanz des Klosters Santa Catalina de Siena integriert wurde. Dies schützte das ursprüngliche Nasridengebäude vor wesentlichen Umbauten oder einem Abriss.

Nach wem ist die Casa de Zafra benannt?

Das Haus ist nach Hernando de Zafra benannt, dem Sekretär der Katholischen Könige, der das Anwesen im 16. Jahrhundert nach der christlichen Eroberung Granadas als Schenkung erhielt. Es ist nicht nach seinen ursprünglichen nasridischen Besitzern benannt.

Wofür wird die Casa de Zafra heute genutzt?

Heute dient es als Informationszentrum für das Albaicín, ein Museum, das sich der Geschichte, Kultur und städtebaulichen Entwicklung von Granadas Stadtviertel Albaicín widmet, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

Was können Besucher in der Casa de Zafra sehen?

Besucher können die nasridische Architektur aus dem 14. Jahrhundert bewundern, darunter einen zentralen Innenhof mit Wasserbecken, Hufeisenbögen und originalen Stuckarbeiten. Das Zentrum zeigt außerdem Ausstellungen mit Modellen und interaktiven Displays zur Geschichte des Albaicín.

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