
Königliche Kapelle von Granada: Grabmal der Katholischen Könige
Die Königliche Kapelle von Granada ist ein monumentales Zeugnis einer entscheidenden Epoche der spanischen Geschichte. In Auftrag gegeben von den Katholischen Königen, Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, sollte dieses beeindruckende Gebäude aus dem 16. Jahrhundert ihre letzte Ruhestätte werden. Sein Bau symbolisiert den Höhepunkt der christlichen Reconquista und die Gründung eines vereinten Spaniens und verbindet die Stadt Granada für immer mit den Gründern der Nation.
Ein königlicher Erlass und der Bau
Nach der Eroberung Granadas im Jahr 1492 bekräftigten die Monarchen mit einem königlichen Erlass vom 13. September 1504 ihren Wunsch, in der Stadt beigesetzt zu werden. Der Bau der Kapelle an der Stelle der ehemaligen Großen Moschee begann 1505 und wurde 1517 fertiggestellt. Der leitende Architekt, Enrique Egas, entwarf das Bauwerk im vorherrschenden isabellinischen Stil.
Königin Isabella starb 1504 noch vor Abschluss der Bauarbeiten und wurde vorübergehend im Konvent von San Francisco in der Alhambra beigesetzt. Im Jahr 1521 erfüllte ihr Enkel, Kaiser Karl V., den Wunsch seiner Großeltern und ließ ihre sterblichen Überreste in die neu fertiggestellte Kapelle überführen.
Die Königsgräber und die Krypta
Im Herzen der Kapelle befinden sich die prachtvollen Grabmäler der einflussreichsten Königspaare Spaniens. Das Mausoleum birgt die sterblichen Überreste von Isabella I. von Kastilien, Ferdinand II. von Aragón, ihrer Tochter Johanna I. von Kastilien (bekannt als Johanna die Wahnsinnige), deren Ehemann Philipp I. von Kastilien (Philipp der Schöne) und ihres jungen Enkels, des Infanten Miguel de la Paz.
Kunstvolle Marmordenkmäler, geschaffen vom italienischen Künstler Domenico Fancelli und dem spanischen Bildhauer Bartolomé Ordóñez, beherrschen die Mitte des Querschiffs. Dies sind jedoch nur prunkvolle Kenotaphe. In einem überraschenden Kontrast, der dem Wunsch Königin Isabellas nach einer schlichten Bestattung nachkommt, befinden sich die eigentlichen Gebeine in einfachen Bleisärgen in einer kargen Krypta darunter.
Kunst und architektonische Höhepunkte
Als größte Grabkapelle Spaniens ist die Königliche Kapelle von Granada reich an kunstvollen und architektonischen Details. Der Hochaltar, geschaffen von Felipe Bigarny, gilt als eines der ersten und besten Beispiele des Plateresken Stils in Spanien. Ein markanter blauer Fries trägt eine Inschrift, die die Errungenschaften der Katholischen Könige, einschließlich der Eroberung Granadas, aufzählt.
Die Kapelle heute
Die Königliche Kapelle ist nach wie vor ein aktiver Ort für katholische Gottesdienste und ein bedeutendes kulturelles Wahrzeichen. Sie ist Teil eines größeren monumentalen Komplexes, zu dem auch die Kathedrale von Granada gehört. Angrenzend an die Kapelle befindet sich das Sakristei-Museum, in dem eine Sammlung persönlicher Gegenstände der Monarchen ausgestellt ist, darunter Krone und Zepter von Königin Isabella, das Schwert von König Ferdinand und eine Sammlung flämischer Gemälde. Besucher sollten beachten, dass das Fotografieren und Filmen im Inneren in der Regel verboten ist.
FAQ
Wer ist in der Königlichen Kapelle von Granada beigesetzt?
Die Königliche Kapelle von Granada ist die letzte Ruhestätte der Katholischen Könige Isabella I. von Kastilien und Ferdinand II. von Aragón, ihrer Tochter Johanna I. von Kastilien, deren Ehemann Philipp I. von Kastilien und ihres Enkels, des Infanten Miguel de la Paz.
Was ist der Unterschied zwischen den Grabmälern und der Krypta in der Königlichen Kapelle?
Die kunstvollen Marmorgrabmäler in der Hauptkapelle sind prunkvolle Kenotaphe. Die eigentlichen sterblichen Überreste der Monarchen ruhen in einfachen Bleisärgen in einer schlichten Krypta direkt unter den Grabmälern, was dem Wunsch Königin Isabellas nach einer bescheidenen Beisetzung entspricht.
Wann wurde die Königliche Kapelle von Granada erbaut?
Die Königliche Kapelle von Granada wurde zwischen 1505 und 1517 erbaut. Die Katholischen Könige hatten den Bau 1504 per königlichem Erlass in Auftrag gegeben.
Was gibt es im Sakristei-Museum zu sehen?
Das Sakristei-Museum zeigt persönliche Gegenstände der Katholischen Könige, darunter Krone, Zepter und Schatulle von Königin Isabella, das Schwert von König Ferdinand sowie eine Sammlung flämischer Gemälde und italienischer Kunstwerke.



