
Kathedralbasilika Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler, Saragossa
Die Kathedralbasilika Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler, meist nur Basílica del Pilar genannt, ist eine monumentale katholische Kirche am Ufer des Ebro in Saragossa, Spanien. Als Konkathedrale der Stadt ist sie eines der bedeutendsten religiösen und kulturellen Wahrzeichen Spaniens und zieht Pilger und Besucher aus aller Welt an. Ihre eindrucksvolle Silhouette, geprägt von vier Ecktürmen und elf schimmernden Kuppeln, ist ein ikonisches Merkmal der Skyline der Stadt.
Eine legendäre Gründung
Die Ursprünge der Basilika wurzeln in einer tiefen Tradition, die bis ins Jahr 40 n. Chr. zurückreicht. Es wird geglaubt, dass die Jungfrau Maria, während sie noch in Jerusalem lebte, dem Apostel Jakobus dem Älteren in Caesaraugusta (dem heutigen Saragossa) erschien. Dieses Ereignis, ein wundersamer Akt der Bilokation, gilt als die erste Marienerscheinung der Geschichte. Der Überlieferung nach wies sie Jakobus an, an dieser Stelle eine Kirche zu bauen, und hinterließ eine Jaspissäule als materielles Zeugnis ihres Besuchs. Diese Säule ist bis heute das spirituelle Herz der Basilika.
Architektonische Entwicklung und Kunstfertigkeit
Obwohl an dieser heiligen Stätte bereits romanische, gotische und Mudéjar-Kirchen standen, stammt der heutige prachtvolle Bau größtenteils aus der Barockzeit. Der Bau begann 1681 unter König Karl II. von Spanien. Das Gebäude, 130 Meter lang und 67 Meter breit, zeigt eine Mischung aus Barock, Rokoko und Neoklassizismus.
1725 entwarf der Architekt Ventura Rodríguez die Heilige Kapelle, einen prunkvollen barocken Anbau, der die verehrte Säule und die Statue beherbergt. Das Innere der Basilika ist ebenfalls eine Schatzkammer der Kunst, die vor allem Fresken des gefeierten Künstlers Francisco Goya birgt, darunter sein Werk „Regina Martyrum“ in einer der Kuppeln. Ein weiteres Meisterwerk ist das Hochaltarretabel aus Alabaster, das von dem Bildhauer Damián Forment geschaffen wurde.
Historische Bedeutung und Wunder
Im Laufe der Jahrhunderte haben zahlreiche Päpste die Verehrung Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler anerkannt. Papst Innozenz XIII. genehmigte die Marienerscheinung 1723 offiziell und schrieb ihre Verehrung 1730 für das gesamte spanische Reich vor. Der Festtag der Basilika, der 12. Oktober, fällt auf dasselbe Datum, an dem Christoph Kolumbus 1492 die Neue Welt sichtete, was zur Schutzherrschaft der Jungfrau über die hispanische Welt führte.
Ein bemerkenswertes Ereignis fand während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) statt, als drei Bomben auf die Basilika abgeworfen wurden. Obwohl sie das Dach durchschlugen, explodierte keine der Bomben. Zwei dieser entschärften Sprengkörper sind heute in der Kirche ausgestellt, als Erinnerung an das, was viele als ein Wunder betrachten.
Die Basilika heute
Heute fungiert die Basilika Unserer Lieben Frau auf dem Pfeiler als aktive Konkathedrale und als wichtiges Zentrum der Marienverehrung. Sie ist der am zweithäufigsten besuchte Wallfahrtsort Spaniens, in dem täglich Messen abgehalten werden. Ein zentraler Akt der Hingabe für Pilger ist das Küssen des freiliegenden Teils der Jaspissäule. Die Basilika ist der Mittelpunkt des größten Festes der Stadt, der Fiestas del Pilar, das jedes Jahr im Oktober stattfindet. Das Gelände umfasst auch das Museo del Pilar, das eine Sammlung der kunstvollen Mäntel der Jungfrau ausstellt, und Besucher können auf einen der Türme steigen, um einen Panoramablick über Saragossa zu genießen.
FAQ
Warum ist die Basílica del Pilar berühmt?
Die Basilika ist berühmt als der traditionelle Ort der ersten Marienerscheinung der Geschichte, an dem die Jungfrau Maria im Jahr 40 n. Chr. dem Apostel Jakobus erschienen sein soll. Sie ist ein bedeutendes Pilgerziel und ein Meisterwerk der barocken Architektur.
Was ist die Geschichte von den Bomben in der Basílica del Pilar?
Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) wurden drei Bomben auf die Basilika abgeworfen. Sie durchschlugen das Dach, aber keine von ihnen explodierte. Zwei der entschärften Bomben sind heute als Zeugnis dieses Ereignisses in der Kirche ausgestellt.
Welche Bedeutung hat die Jaspissäule?
Der Überlieferung nach hinterließ die Jungfrau Maria bei ihrer Erscheinung vor dem Apostel Jakobus im Jahr 40 n. Chr. eine Jaspissäule als Zeugnis. Die Basilika ist um diese Säule herum gebaut, die eine kleine Marienstatue trägt und von Pilgern verehrt wird.
Wer hat die Fresken in der Basílica del Pilar gemalt?
Der berühmte spanische Künstler Francisco Goya malte mehrere Fresken in den Kuppeln der Basilika, darunter die berühmte „Regina Martyrum“ (Königin der Märtyrer).




