Sankt Hans kyrkoruin: Visbys alte Kirchenruine - Visby
© Bengt A. Lundberg | CC BY 2.5
Ziel

Sankt Hans kyrkoruin: Visbys alte Kirchenruine

Visby, Sweden

Erkunde die stimmungsvolle Ruine von Sankt Hans, einer alten Kirche, deren kahle Mauern von Visbys reicher spiritueller und kaufmännischer Vergangenheit erzählen. Als eine der vielen mittelalterlichen Ruinen der Stadt ist Sankt Hans ein eindrucksvolles Symbol für Visbys Geschichte als bedeutender Handelshafen.

Vom heidnischen Ort zur christlichen Kirche

Die Geschichte der Kirchenruine Sankt Hans beginnt vermutlich auf einer ehemaligen heidnischen Opferstätte, einem sogenannten „Viet“. Um 1060 wurde an dieser Stelle eine der ersten Steinkirchen Gotlands errichtet. Dieser ursprüngliche Bau wurde im frühen 13. Jahrhundert durch eine wesentlich größere, dreischiffige Basilika im gotischen Stil ersetzt und dem Evangelisten Johannes geweiht.

Diese neue Kirche, Sankt Hans, diente der gotländischen Kirchengemeinde von Visby. Sie war baulich mit ihrer Nachbarkirche Sankt Per verbunden, die der deutschen Bevölkerung der Stadt diente. Zusammen bildeten sie Visbys größten Kirchenkomplex und spiegelten so die vielfältigen Gemeinschaften wider, die die mittelalterliche Stadt prägten.

Ein Ort historischer Wendepunkte

Sankt Hans spielte während der Reformation eine entscheidende Rolle. Im Jahr 1527 fand in der Kirche der allererste lutherische Gottesdienst auf Gotland statt. Der Gottesdienst wurde von Bischof Hans Brask unterbrochen, der die Lutheraner kurzerhand vertrieb. Doch nach dem Abzug des Bischofs setzten sie ihren Gottesdienst fort, ein bedeutender Moment in der Religionsgeschichte der Region.

Niedergang und Abriss

Mit dem Niedergang Visbys durch veränderte Handelsrouten und die Auswirkungen der Reformation wurden viele seiner Kirchen aufgegeben. Der Abriss von Sankt Hans begann im 17. Jahrhundert und zog sich bis ins 19. Jahrhundert hin. Die Steine wurden systematisch als Baumaterial für andere Gebäude in Visby wiederverwendet, darunter im 19. Jahrhundert für das Lythbergska-Haus. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Ort so verwahrlost, dass die alten Kirchenmauern als Kuhstall dienten und Tiere zwischen den Ruinen grasten.

Archäologische Entdeckungen

Umfangreiche archäologische Ausgrabungen, insbesondere zwischen 1980 und 1986, legten vieles von dem frei, was heute sichtbar ist. Bei diesen Grabungen wurden über 100 Gräber entdeckt, von denen viele älter sind als die Kirche aus dem 13. Jahrhundert. Unter den Funden befand sich ein Runengrabstein, bekannt als „Hailgairs Häll“, der auf etwa 1070 datiert wird.

Paradoxerweise trug der frühe und gründliche Abriss von Sankt Hans und Sankt Per dazu bei, Geschichte zu bewahren. Dabei blieben viele mittelalterliche Grabsteine jahrhundertelang verborgen und ungestört. Dies hat dazu beigetragen, dass Visby heute die größte erhaltene Sammlung mittelalterlicher Grabsteine in Europa besitzt.

Die Ruine heute

Die Kirchenruine Sankt Hans ist ganzjährig kostenlos für Besucher geöffnet. In den Sommermonaten wird in den Ruinen oft ein Café oder Restaurant mit Außensitzplätzen betrieben, wo Besucher die historische Gartenanlage genießen können. Sie ist nach wie vor ein beliebter Ort für Einheimische und Touristen, um sich zu entspannen und in die tiefere Geschichte Visbys einzutauchen.

FAQ

Was befand sich am Standort der Sankt Hans kyrkoruin, bevor dort eine Kirche gebaut wurde?

Die Kirche wurde um das Jahr 1060 auf dem Gelände einer alten heidnischen Opferstätte, einem sogenannten „Viet“, erbaut.

Warum gibt es in Visby so viele mittelalterliche Grabsteine?

Der frühe und umfassende Abriss von Kirchen wie Sankt Hans führte dazu, dass viele Grabsteine verschüttet wurden und jahrhundertelang ungestört blieben. Das trug dazu bei, dass Visby die größte erhaltene Sammlung mittelalterlicher Grabsteine in Europa besitzt.

Kostet der Besuch der Sankt Hans kyrkoruin Eintritt?

Nein, die Ruine ist ganzjährig kostenlos zugänglich. Im Sommer gibt es in der Ruine manchmal ein Café.

Was ist mit den Steinen der ursprünglichen Kirche passiert?

Ab dem 17. Jahrhundert wurde die Kirche gezielt abgetragen. Ihre Steine dienten als Baumaterial für andere Gebäude in Visby, zum Beispiel für das Lythbergska-Haus.

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