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Regensburger Brauereien und Biergärten: ein Guide für 2026

Zuletzt aktualisiert: August 2026

hi.ciceru@gmail.comRegensburg

Regensburg ist kein Bamberg im Kleinformat

Wer nach Regensburg kommt und eine Brauereitour wie in Bamberg erwartet, wird enttäuscht. Nach der Zählung von 2026 gibt es in Regensburg sechs aktive Braustätten, in Bamberg neun. Regensburg hat rund 160.800 Einwohner, Bamberg etwa 77.150. Pro Kopf macht das rund 3,7 Brauereien pro 100.000 Einwohner gegenüber 11,7 in Bamberg, also gut die dreifache Dichte. Es gibt auch keinen speziellen lokalen Bierstil, den man hier jagen müsste; nichts übernimmt die Rolle, die das Rauchbier in Bamberg spielt.

Was Regensburg stattdessen zu bieten hat, ist kurioser als jeder Bierstil. Zwei der ältesten Brauereien gehören schlicht gemeinnützigen Stiftungen statt Braukonzernen. Eine davon, das Spital, kümmert sich seit 1226 um Bedürftige, und ihr Pflegeheim beherbergt heute noch etwa 78 bis 80 Menschen. Genau daneben trinkst du hier dein Bier.

Auf einen Blick

  • Aktive Brauereien in der Stadt: Sechs. Eine davon, Bischofshof, stellt den Braubetrieb zum 31. Dezember 2026 ein.
  • Saison: Die meisten Biergärten haben von Frühling bis Spätsommer geöffnet, manche schließen außerhalb dieser Zeit, und die Öffnungszeiten variieren.
  • Zu Fuß unterwegs: Die vier unten genannten Lokale liegen auf einer kompakten Runde ab der Steinernen Brücke, die meisten Abschnitte dauern unter 15 Minuten.
  • Typischer Preis: Eine Halbe (0,5 l) kostet etwa 4 bis 5 €. Die Maß (1 l) gehört auf die Herbstdult, nicht in den normalen Feierabend.
  • Bar oder Karte: Keine einheitlichen Angaben bei den Lokalen. Nimm am besten Bargeld mit.

Die Brauereien, die noch brauen, und die eine, die 2026 aufhört

  • Kneitinger, Kreuzgasse 7. Braut mitten in der Altstadt, gehört der Hans-und-Sofie-Kneitinger-Stiftung, die von den letzten Eigentümern aus der Familie gegründet wurde.
  • Spitalbrauerei, Am Brückenfuß 1 bis 3. Braut am nördlichen Brückenkopf, betrieben von der St. Katharinenspitalstiftung.
  • Bischofshof, Heitzerstraße 2. Gegründet 1649, im Besitz der Bischöflichen Knabenseminarstiftung der Diözese. Der Braubetrieb in Regensburg endet am 31. Dezember 2026. Ab dem 1. Januar 2027 wandern die Marken zu Schneider Weisse und die Produktion vor Ort wird eingestellt. Ein Besuch 2026 und ein Besuch 2027 liefern also unterschiedliche Zahlen.
  • Regensburger Weissbräuhaus, Schwarze-Bären-Straße 6. Sudkessel und Läuterbottich stehen direkt im Gastraum.
  • Brauhaus am Schloss, Waffnergasse 6 bis 8. Braukessel von den Tischen aus sichtbar, in der heutigen Form seit 2015.
  • Ein sechster, kleinerer Hersteller, DiVeRs / freibier.cc, taucht in der Zählung von 2026 zwar auf, nennt aber bisher weder Adresse noch Öffnungszeiten, die einen Besuch rechtfertigen würden.

Keine der sechs braut etwas, das man als spezifisch regensburgischen Bierstil bezeichnen könnte.

Der Spitalgarten

Spitalgarten, St.-Katharinen-Platz 1, am nördlichen Brückenkopf, 5 Minuten von der Historischen Wurstkuchl am südlichen Ende entfernt. Der Garten blickt über die Donau direkt auf die Bögen der Steinernen Brücke und die Domtürme, mit einer Gaststube für schlechtes Wetter.

Öffnungszeiten (Stand 30. August 2026): Montag bis Samstag 11:00 bis 23:00 Uhr, Sonntag 11:00 bis 22:00 Uhr, Küche bis 21:00 Uhr. Eine gesonderte Freiluftsaison ist nicht angegeben; das Wirtshaus hat ganzjährig geöffnet. Hier wird bedient, es gibt keine Selbstbedienung. Aus diesem Grund ist das Mitbringen eigener Brotzeit nicht gestattet, wie die Geschäftsführung 2025 der Mittelbayerischen Zeitung erklärte.

Das Bier stammt von der benachbarten Spitalbrauerei, die zur St. Katharinenspitalstiftung gehört, einer Spitalstiftung aus dem Jahr 1226. Das Datum bezieht sich auf die Stiftung, nicht auf das Bier: Die frühesten Belege fürs Brauen sind eine Zuteilungsration von 1238 und ein Gersten-Hafer-Bier um 1271. Die Einnahmen dienen insgesamt den gemeinnützigen Stiftungszwecken; eine genaue Aufschlüsselung, welcher Euro Gewinn in welches Pflegebett fließt, gibt es öffentlich nicht.

Der Spitalgarten am nördlichen Ende der Steinernen Brücke. Buendia22
Der Spitalgarten am nördlichen Ende der Steinernen Brücke. Buendia22

Der Kneitinger

Kneitinger hat zwei Adressen, beide von derselben stiftungseigenen Brauerei. Die Brauereigaststätte am Arnulfsplatz 3, 12 bis 15 Minuten von der Alten Linde entfernt, hat montags Ruhetag; Dienstag bis Donnerstag 11:00 bis 23:00 Uhr, Freitag und Samstag 11:00 bis 24:00 Uhr und Sonntag 11:00 bis 23:00 Uhr.

Der Kneitinger Keller in der Galgenbergstraße 18 liegt etwa 28 bis 35 Minuten weiter südlich. Das Hauptgebäude wird bis Ende 2026 umgebaut; am 3. Juli eröffnete ein Pop-up-Garten, Mittwoch bis Samstag ab 17:00 Uhr, Sonntag ab 11:30 Uhr. Die Wiedereröffnung des sanierten Kellers ist für etwa November geplant. Preise für die Halbe: ca. 4,70 € in der Brauereigaststätte (Rezension von 2025), 4,00 € im Pop-up-Keller (Quelle von 2026).

Kneitinger führt seine Ursprünge auf das Jahr 1530 zurück, eine traditionelle Marketing-Jahreszahl ohne urkundlichen Beleg. Der erste verlässliche Nachweis der Brauerei stammt von 1590. Zudem zeigt ein Eintrag im Stadtarchiv, dass die Müllerstraße 1 von 1975 bis 1994 als „Kneitinger Garten“ firmierte, die heutige Alte Linde, nicht der Kneitinger Keller.

Kneitingers Brauereigaststätte am Arnulfsplatz. rufus46
Kneitingers Brauereigaststätte am Arnulfsplatz. rufus46

Alte Linde

Alte Linde, Müllerstraße 1, auf der Insel Oberer Wöhrd, etwa 8 bis 10 Minuten von der Steinernen Brücke entfernt.

Die Tische stehen direkt am Donauufer mit Blick auf den Fluss, die mittelalterliche Brücke und die Altstadtkulisse samt Dom. Innenplätze gibt es ebenfalls.

Die veröffentlichten Öffnungszeiten sind lückenhaft: Montag 16:00 bis 22:00 Uhr, Sonntag 11:00 bis 21:00 Uhr sind bestätigt; für den Rest der Woche gibt es keine verlässlichen Angaben, schau also vorher lieber nach. Ob man die eigene Brotzeit mitbringen darf, ist unklar; Gäste berichten von reiner Tischbedienung, geh also besser nicht davon aus.

Stadtamhof, das Inselviertel, in dem die Alte Linde steht. rufus46
Stadtamhof, das Inselviertel, in dem die Alte Linde steht. rufus46

Schlossbrauhaus

Brauhaus am Schloss, Waffnergasse 6 bis 8, rund 15 Minuten vom Zentrum über Neupfarrplatz und Emmeramsplatz.

Ein echtes Brauhaus, kein saisonaler Biergarten. Die Sudkessel stehen gut sichtbar im Gastraum, und der Schlossgarten blickt auf Schloss St. Emmeram statt auf die Donau. In der heutigen Form geöffnet seit 2015.

Genaue Daten und Öffnungszeiten für die Freiluftsaison sind nicht offiziell hinterlegt; Gaststube und Innenhof gelten als ganzjährige Option. Von den vier Lokalen liegt es dem Bahnhof am nächsten: etwa 500 Meter, 7 bis 10 Minuten zu Fuß.

Schloss Thurn und Taxis neben dem Brauhaus am Schloss. — Bkmd
Schloss Thurn und Taxis neben dem Brauhaus am Schloss. — Bkmd

Weltenburg und die Schifffahrt durch den Donaudurchbruch

Weltenburg bezeichnet sich gern als älteste Klosterbrauerei der Welt. Die Belege reichen sogar weiter zurück als das „1050“ auf dem Etikett: Ein Totenverzeichnis vermerkt das Ableben eines Braumeisters im Jahr 1035, und ein zweites Dokument, der Libellus Traditionum, stammt aus der Zeit um 1050. Weihenstephan beansprucht den Titel mit Verweis auf das Jahr 1040 ebenfalls für sich, was in der Forschung umstritten bleibt: Betrachte die „älteste Klosterbrauerei“ daher eher als Werbeaussage denn als gesicherte Tatsache.

Gebraut wird hier immer noch. Seit 1973 gehört die Brauerei zum Bischofshof-Verbund. Ab 2027 übernimmt Schneider Weisse die Marken, gebraut wird jedoch weiterhin vor Ort.

Ohne Auto: An Wochenenden und Feiertagen vom 1. Mai bis 3. Oktober 2026 fährt der Freizeitbus 6010 viermal täglich vom Hauptbahnhof nach Kelheim, 7 € für Erwachsene. Die Schifffahrt durch die Schlucht ab Kelheim dauert rund 40 Minuten, verkehrt in der Saison (1. Mai bis 4. Oktober) etwa alle 40 Minuten und kostet 12,50 € einfach, 21,50 € hin und zurück.

Seit dem 30. August 2026 ist die Schifffahrt wegen Niedrigwassers eingestellt und durch eine kurze Rundfahrt bei Kelheim ersetzt; prüfe vorher unbedingt die Website der Reederei. Ein teurerer Ausflug ab Regensburg über Klinger erfordert ein Umsteigen in Kelheim, dauert pro Strecke rund 3,5 Stunden und kostet etwa 59 € hin und zurück. So oder so: Plane dafür den Großteil des Tages ein.

Öffnungszeiten des Biergartens der Klosterschenke für 2026: 1. Mai bis 19. Juli, 09:30 bis 19:00 Uhr; ab 20. Juli, 10:00 bis 18:30 Uhr; 5. Oktober bis 1. November, 11:00 bis 17:30 Uhr; geschlossen vom 2. bis 25. November. Führungen kosten 14,90 € für Erwachsene, mit Schiffsticket gibt es 1 € Rabatt.

Kloster Weltenburg im Donaudurchbruch, erreichbar mit dem Schiff ab Kelheim. — Nikon F5 Analogfotografie
Kloster Weltenburg im Donaudurchbruch, erreichbar mit dem Schiff ab Kelheim. — Nikon F5 Analogfotografie

Die Wurstkuchl: Was wirklich dahintersteckt

Die Historische Wurstkuchl, Thundorferstraße 3, liegt am südlichen Ende der Steinernen Brücke. Sie bezeichnet sich selbst als älteste Bratwurststube der Welt, nicht als ältestes Restaurant, und sie ist keine Brauerei. Die Zahl, die man sich merken sollte, lautet nicht 1135.

Die Brücke wurde von 1135 bis 1146 erbaut. Dass dort damals eine Garküche die Bauarbeiter verpflegte, ist zwar plausibel, aber nirgends belegt. Die erste handfeste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1378. Ein 2025 in Erfurt entdecktes Dokument aus dem Jahr 1269, das eine Hütte mit Feuerstelle an anderem Ort beschreibt, schwächt den Mythos zusätzlich. Bleiben wir bei den Fakten: Eine Küche gibt es hier seit dem Spätmittelalter, nicht seit 1135.

Der Klassiker lautet „Sechse mit Kraut“, sechs kleine Bratwürste auf Sauerkraut, zuletzt im November 2024 für 14,40 € notiert; die Preise für 2026 sind noch nicht veröffentlicht. Ab April täglich von 10:00 bis 19:00 Uhr geöffnet. Sitzplätze: 25 im Stüberl, 84 auf der Donauterrasse, 60 in der Schenke. Bier wird hier keines gebraut; man kommt wegen der Würste und der Lage, nicht wegen der Braukunst.

Die Historische Wurstkuchl am Südende der Steinernen Brücke. — Joe MiGo
Die Historische Wurstkuchl am Südende der Steinernen Brücke. — Joe MiGo

Eigene Brotzeit mitbringen: Was rechtlich wirklich gilt

Das Recht, sein eigenes Essen in den bayerischen Biergarten mitzubringen, existiert tatsächlich. Es ist jedoch strenger reglementiert, als die meisten Reiseführer vermuten lassen. Die Bayerische Biergartenverordnung vom 20. April 1999 ist im Grunde ein Lärmschutzgesetz, kein Gastronomierecht: Sie setzt die Betriebszeiten eines traditionellen Biergartens auf 07:00 bis 23:00 Uhr fest, mit Musikende um 22:00 Uhr und Ausschankschluss um 22:30 Uhr. Welche Speisen erlaubt sind, regelt sie mit keinem Wort.

Das Recht auf die eigene Brotzeit entspringt vielmehr bayerischer Rechtsprechung: Gerichte nutzen genau dieses Kriterium, ob Gäste mitgebrachtes Essen verzehren dürfen, als Prüfstein für einen echten, traditionellen Biergarten. Es gilt ausnahmslos für den Selbstbedienungsbereich, niemals im Wirtsgarten, auf einer Restaurantterrasse oder in bedienten Bereichen. Und es betrifft nur das Essen: Das Bier holst du dir an der Schänke.

Regensburg liefert das perfekte Beispiel für ein typisches Missverständnis: 2025 stellte der Wirt des Spitalgartens in der Mittelbayerischen Zeitung klar, dass mitgebrachte Brotzeiten dort verboten sind, weil der gesamte Garten bedient wird. Wer behauptet, man dürfe überall sein Essen auspacken, liegt an einer der bekanntesten Adressen der Stadt schlicht falsch.

Mitgebrachte Brotzeit von zu Hause, genau die Tradition, die bayerisches Biergartenrecht schützt. — Magnus Gertkemper
Mitgebrachte Brotzeit von zu Hause, genau die Tradition, die bayerisches Biergartenrecht schützt. — Magnus Gertkemper

Praktisches: Saison, Öffnungszeiten, Bargeld und Rückweg

Saisondaten und Öffnungszeiten ändern sich hier schnell. Prüfe den oberen Abschnitt.

Ruhetag am Montag: Kneitinger am Arnulfsplatz und das Pop-up im Kneitinger Keller haben geschlossen; Spitalgarten, Alte Linde und die Wurstkuchl sind geöffnet.

Bar oder Karte: Für keines der Lokale liegen verlässliche, einheitliche Angaben vor. Hab immer Bargeld dabei.

Regensburger Dult: Die Herbstdult findet vom 28. August bis 13. September 2026 auf dem Dultplatz statt, nördlich vom Spital und Stadtamhof. Das bedeutet reges Treiben und volle Festzelte in direkter Nachbarschaft: Meide diese Tage für einen ruhigen Abend oder stürz dich gezielt ins bayerische Volksfest samt Maßkrug.

Zu Fuß zurück zum Hauptbahnhof:

  • Brauhaus am Schloss: 7 bis 10 Minuten, die kürzeste Strecke.
  • Kneitinger Arnulfsplatz: 15 bis 18 Minuten.
  • Wurstkuchl: 18 bis 20 Minuten.
  • Spitalgarten und Alte Linde: 22 bis 28 Minuten.

Häufig gestellte Fragen

Kann Regensburg beim Bier mit Bamberg mithalten? Nein. Sechs aktive Brauereien stehen neun in Bamberg gegenüber, das ist pro Kopf etwa ein Drittel der Dichte, und einen eigenen Bierstil wie das Bamberger Rauchbier gibt es hier auch nicht.

Darf ich meine eigene Brotzeit in einen Regensburger Biergarten mitbringen? Nur im Selbstbedienungsbereich eines echten traditionellen Biergartens, niemals im bedienten Bereich, im Wirtsgarten oder auf einer Restaurantterrasse, und Getränke sind sowieso tabu. Im Spitalgarten ist es generell nicht erlaubt.

Braut Bischofshof noch in Regensburg? Ja, bis zum 31. Dezember 2026. Ab dem 1. Januar 2027 gehen die Marken an Schneider Weisse und die Produktion vor Ort wird eingestellt.

Komme ich ohne Auto nach Weltenburg? Ja, aber prüfe vorher den Pegelstand der Donau. Nimm den Freizeitbus 6010 vom Hauptbahnhof nach Kelheim und steig dort aufs Schiff durch den Donaudurchbruch um, das bei Niedrigwasser wie in diesem Sommer allerdings pausiert. Plane fast einen ganzen Tag ein.

Bevor es losgeht

Sechs Brauereien, zwei davon in der Hand gemeinnütziger Stiftungen, und eine, die nach dem 31. Dezember 2026 von dieser Liste verschwindet. Statt einer gewöhnlichen Kneipentour erwartet dich eine Spitalstiftung, die seit 1226 Menschen verköstigt und ihr Bier direkt neben einer Brücke aus dem 12. Jahrhundert ausschenkt, sowie ein Kloster, das du per Schiff zwischen steilen Kalksteinfelsen erreichst, vorausgesetzt, der Wasserstand spielt mit.

Die Regensburger Altstadt gibt es auch als selbstgeführte Ciceru-Tour: acht Stationen mit jeweils einer Geschichte und einer Quizfrage, inklusive einer kostenlosen weltweiten 500-MB-eSIM.

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