Anker der Bark „Plus“: Eine maritime Tragödie - Mariehamn
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Anker der Bark „Plus“: Eine maritime Tragödie

Mariehamn, Aland

Der Anker der Bark „Plus“ ist ein greifbares Bindeglied zu den mächtigen Segelschiffen einer vergangenen Ära. Er repräsentiert ein Schiff mit einer bewegten Geschichte, die nur wenige Meter von der sicheren Geborgenheit des Hafens von Mariehamn tragisch endete.

Ein Windjammer des späten 19. Jahrhunderts

Die Bark „Plus“ war ein dreimastiges, eisernes Segelschiff, das 1885 von der renommierten Blohm & Voss Werft bei Hamburg, Deutschland, gebaut wurde. Mit einer Länge von rund 70 Metern und einer Bruttotonnage von 1.268 Tonnen wurde das Schiff als „Vollschiff ohne Motor“ klassifiziert. Es verließ sich also weit nach der Dominanz der Dampfschiffe ausschließlich auf Windkraft. Ihre Jungfernfahrt unter Kapitän Carl J. Steincke war eine 61-tägige Reise von Hamburg nach Valparaíso, Chile.

Von der deutschen Schifffahrt zum åländischen Handel

Zunächst im Besitz der deutschen Reederei Laeisz, wechselte die „Plus“ mehrfach den Besitzer und diente Reeder in Norwegen, bevor ihre Geschichte mit der Seefahrtsgeschichte Ålands verwoben wurde. Im Jahr 1927 wurde das Schiff von Aktieselskapet Spes erworben, einer bedeutenden finnischen Handelsgesellschaft mit Sitz auf den Ålandinseln. Das Schiff wurde genutzt, um Handelsrouten mit Großbritannien und Südamerika zu erleichtern, und wurde Teil des anhaltenden Engagements der Region für die kommerzielle Segelschifffahrt.

Eine Weihnachtstragödie

Die Karriere des Schiffes fand in der stürmischen Nacht des 14. Dezember 1933 ein jähes Ende. Auf der Rückfahrt nach Mariehamn, nachdem sie ihre letzte Ladung in London gelöscht hatte, soll die Besatzung angeblich sehnsüchtig darauf gewartet haben, zu Weihnachten nach Hause zurückzukehren. In einer schicksalhaften Entscheidung versuchte der Kapitän, während eines heftigen Schneesturms ohne Lotsen in den Hafen einzulaufen. Das Schiff wurde nur 100 Meter vor der Küste auf den Meeresgrund gezogen, was zum tragischen Verlust von zehn bis vierzehn Besatzungsmitgliedern führte.

Das bleibende Erbe des Wracks

Heute ruht die Bark „Plus“ als Unterwasserwrack im Åland-Archipel. Es liegt in einer Tiefe von 17 bis 32 Metern und hat sich zu einem beliebten und zugänglichen Tauchplatz entwickelt, wobei viele seiner strukturellen Details noch sichtbar sind. Ein schwedisches Tauchmagazin hat die „Plus“ zu einem der zehn besten Wracks Skandinaviens gekürt. Ihre Geschichte ist ein ergreifender Teil der Identität Mariehamns als „Heimat der letzten Windjammer“ und veranschaulicht die immensen Risiken, denen Seeleute in den letzten Jahrzehnten der kommerziellen Segelschifffahrt ausgesetzt waren. Erinnerungsstücke an das Schiff sind im Åländischen Schifffahrtsmuseum ausgestellt.

FAQ

Was war die Bark „Plus“?

Die „Plus“ war ein dreimastiges, eisernes Segelschiff, das 1885 in Deutschland gebaut wurde. Sie fuhr ohne Motor und wurde 1927 von einem åländischen Unternehmen erworben, bevor sie 1933 sank.

Wie sank die Bark „Plus“?

Am 14. Dezember 1933 sank die „Plus“ in einem Schneesturm nur 100 Meter vor der Küste Mariehamns. Die Entscheidung des Kapitäns, ohne Lotsen in den Hafen einzulaufen, führte zu der Katastrophe, die zehn bis vierzehn Besatzungsmitglieder das Leben kostete.

Kannst du das Wrack der „Plus“ betauchen?

Ja, das Wrack der Bark „Plus“ ist ein beliebter und bedeutender Tauchplatz im Åland-Archipel. Es wird von einem schwedischen Tauchmagazin zu den zehn besten Wracks Skandinaviens gezählt.

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