Mausoleum Kaiser Ferdinands II. in Graz - Graz
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Mausoleum Kaiser Ferdinands II. in Graz

Graz, Austria

Das Mausoleum Kaiser Ferdinands II. ist ein monumentaler Sakralbau in Graz und ein wesentlicher Bestandteil des historischen Stadtzentrums, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Jahr 1614 vom zukünftigen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Auftrag gegeben, lässt seine prachtvolle Fassade bereits die opulente Ausstattung und die komplexe Geschichte im Inneren erahnen.

Ein Denkmal der Gegenreformation

Der Bau des Mausoleums begann 1614 unter Erzherzog Ferdinand II., einem überzeugten Verfechter des Katholizismus. In Graz geboren und von Jesuiten erzogen, wollte er eine dynastische Grablege und ein machtvolles Symbol der katholischen Gegenreformation in Innerösterreich schaffen. Seine Politik, zu der auch die Aufhebung der Religionsfreiheit für Protestanten zählte, trug maßgeblich zum Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges bei.

Ein Jahrhundert Bauzeit

Der ursprüngliche Entwurf stammt vom italienischen Hofkünstler Giovanni Pietro de Pomis, der dem Projekt einen südländischen, manieristischen Stil verlieh. Die Fassade war in den 1630er-Jahren weitgehend fertiggestellt. Die Bauarbeiten verlangsamten sich jedoch drastisch, nachdem Ferdinand 1619 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt wurde und seinen Hof nach Wien verlegte. Er wurde 1637 im noch unvollendeten Mausoleum beigesetzt.

Jahrzehnte später beauftragte Ferdinands Enkel, Kaiser Leopold I., die Fertigstellung des Innenraums. Ab 1687 entwarf und realisierte der gefeierte österreichische Barockarchitekt Johann Bernhard Fischer von Erlach die prunkvolle Innenausstattung. Sein Werk, das als eines seiner frühesten dokumentierten Projekte gilt, umfasst prächtige Stuckarbeiten, Fresken und luxuriöse Altäre. Der gesamte Komplex wurde schließlich 1714 geweiht.

Architektonische und funeraire Kuriositäten

Das Mausoleum ist ein architektonisches Meisterwerk am Übergang von der Spätrenaissance zum Frühbarock. Es verfügt über eine ovale Kuppel über der Grabkapelle, eine Innovation, die damals erstmals außerhalb Italiens realisiert wurde. Die angrenzende Katharinenkirche enthält Fresken, die Kaiser Leopold I. und die Befreiung Wiens von den Türken im Jahr 1683 verherrlichen.

In der Krypta ist die Anordnung der Gräber überraschend. Obwohl Kaiser Ferdinand II. den prachtvollen Bau für sich selbst in Auftrag gab, kennzeichnet seine sterblichen Überreste lediglich eine schlichte Tafel an der Wand. In krassem Gegensatz dazu befinden sich die Überreste seiner Mutter, Maria von Bayern, in einem reich verzierten Sarkophag aus rotem Marmor. Dieser Sarkophag mit den Skulpturen beider Eltern Ferdinands gilt als eines der wertvollsten Stücke der Krypta, obwohl sein Vater an einem anderen Ort begraben liegt. Darüber hinaus birgt eine spezielle Herzgruft die einbalsamierten Herzen von Ferdinand II. und anderen Mitgliedern der Habsburgerfamilie.

Das Mausoleum heute

Heute ist das Mausoleum Kaiser Ferdinands II. ein aktiver Sakralort und ein bedeutendes historisches Denkmal. Es ist ein wesentlicher Teil der Grazer „Stadtkrone“, einem architektonischen Ensemble, das den Dom, die Burg und die Alte Universität umfasst. Als beliebte Sehenswürdigkeit bietet es einen Einblick in die reiche imperiale Vergangenheit von Graz und sein bis heute währendes kulturelles Erbe.

FAQ

Wer ist im Mausoleum Kaiser Ferdinands II. begraben?

Die Krypta des Mausoleums birgt die sterblichen Überreste von Kaiser Ferdinand II., seiner Mutter Maria von Bayern, seiner zweiten Frau Eleonora Gonzaga und weiteren Mitgliedern der Habsburgerfamilie. Ferdinand II. ist unter einer schlichten Wandtafel beigesetzt, während seine Mutter in einem prunkvollen Sarkophag ruht.

Warum dauerte der Bau des Mausoleums 100 Jahre?

Der Bau begann 1614, verlangsamte sich aber erheblich, nachdem Ferdinand II. 1619 Kaiser des Heiligen Römischen Reiches wurde und nach Wien umzog. Er wurde 1637 im noch unfertigen Bau beigesetzt. Die Arbeiten an der prunkvollen Innenausstattung wurden erst 1687 wieder aufgenommen und der gesamte Komplex wurde schließlich 1714 fertiggestellt.

Welchen Baustil hat das Mausoleum?

Das Mausoleum ist ein Schlüsselbeispiel für den Übergang von der Spätrenaissance zum Frühbarock. Die von Giovanni Pietro de Pomis entworfene Fassade zeigt Einflüsse des italienischen Manierismus, während der spätere Innenraum von Johann Bernhard Fischer von Erlach ein Meisterwerk des österreichischen Barocks ist.

Befindet sich das Herz von Kaiser Ferdinand II. im Mausoleum?

Ja, aber separat. Eine spezielle Herzgruft, das sogenannte Herzgrüftl, hinter der Hauptkrypta enthält die einbalsamierten Herzen von Kaiser Ferdinand II., seiner Mutter Maria von Bayern und anderen Habsburgern. Sein Körper befindet sich in der Hauptkrypta, während sein Herz getrennt aufbewahrt wurde, eine bei den Habsburgern nicht unübliche Praxis.

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