Uhrturm: Graz' historisches Wahrzeichen auf dem Schlossberg - Graz
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Uhrturm: Graz' historisches Wahrzeichen auf dem Schlossberg

Graz, Austria

Hoch oben auf dem Schlossberg thront der Uhrturm als das wohl beständigste und bekannteste Wahrzeichen der Stadt. Als Teil der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt bietet dieser mittelalterliche Turm einen Panoramablick und eine direkte Verbindung zur widerstandsfähigen Geschichte von Graz. Eines seiner eigenwilligsten Merkmale fällt sofort ins Auge: Der große Zeiger der Uhr gibt die Stunden an, während der kleine die Minuten anzeigt.

Eine Geschichte von Verteidigung und Widerstandskraft

Die Ursprünge des Uhrturms reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als er 1265 erstmals als Wehrturm innerhalb der mächtigen Festungsanlage auf dem Schlossberg erwähnt wurde. Seine heutige Gestalt erhielt der Turm um 1560-1569 und bekam 1569 seine erste Uhr mit drei großen Zifferblättern. Ein hölzerner Wehrgang diente den Feuerwächtern als Aussichtspunkt, um die Stadt unter ihnen zu überwachen.

Eine bedeutende Modernisierung fand 1712 statt, als der Uhrmacher Michael Sylvester Funck ein neues, präziseres Uhrwerk einbaute. Seinen dramatischsten Moment erlebte der Turm 1809 während der Napoleonischen Kriege. Als die französischen Truppen die Festung schleiften, bezahlten die Grazer Bürger gemeinsam ein beträchtliches Lösegeld, um ihren geliebten Uhrturm und den nahegelegenen Glockenturm vor der Zerstörung zu bewahren, womit er sich für immer in die Herzen der Gemeinschaft einschrieb.

Die kuriose Uhr und die historischen Glocken

Das unkonventionelle Zifferblatt des Turms ist historisch bedingt. Ursprünglich hatte die Uhr nur einen einzigen, großen Zeiger, damit die Stunde auch aus großer Entfernung in der ganzen Stadt gut lesbar war. Der kleinere Minutenzeiger wurde erst später hinzugefügt, was zu der heutigen, einzigartig verkehrten Anordnung führte.

Der Uhrturm beherbergt außerdem drei historische Glocken, jede mit ihrer eigenen Geschichte. Die älteste Glocke von Graz, die Stundenglocke von 1382, schlägt zu jeder vollen Stunde. Eine 1645 gegossene Feuerglocke diente einst dazu, die Stadt vor Bränden zu warnen. Die dritte, die „Armesünderglocke“ von etwa 1450, läutete ursprünglich bei Hinrichtungen und verkündete später die Sperrstunde in der Stadt.

Wappen und heutige Bedeutung

Die Ecken des Turms zieren drei Wappen, Überbleibsel der ehemaligen Festungsmauern. Dazu gehören der Steirische Panther mit dem Herzogshut (ca. 1570), der einköpfige Adler von Kaiser Ferdinand I. (1552) und der Doppeladler mit den Initialen von Maria Theresia aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Heute ist der Uhrturm ein Anziehungspunkt für Einheimische und Touristen gleichermaßen. Der umliegende Schlossberg ist ein öffentlicher Park, der als friedliches Erholungsgebiet zu Spaziergängen und zum Entspannen einlädt, mit einem Café in der Nähe des Turms. Während der Außenbereich frei zugänglich ist, kann das Innere des Turms im Sommer gegen eine Gebühr besichtigt werden. Das Wahrzeichen dient außerdem das ganze Jahr über als historische Kulisse für verschiedene kulturelle Veranstaltungen.

FAQ

Warum sind die Zeiger am Grazer Uhrturm vertauscht?

Der große Zeiger zeigt die Stunden und der kleine Zeiger die Minuten an. Das liegt daran, dass die Uhr ursprünglich nur einen großen Zeiger hatte, damit die Stunde aus der Ferne gut zu erkennen war. Der kleinere Minutenzeiger wurde erst später hinzugefügt.

Kann man in den Uhrturm hineingehen?

Ja, das Innere des Turms, einschließlich des historischen Uhrwerks, kann im Sommer zu bestimmten Öffnungszeiten gegen eine Eintrittsgebühr oder im Rahmen einer Führung besichtigt werden.

Wie alt ist der Grazer Uhrturm?

Die Ursprünge des Uhrturms reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, mit einer ersten Erwähnung im Jahr 1265. Seine heutige Form erhielt er im Wesentlichen um 1560.

Welche Glocken befinden sich im Uhrturm?

Er beherbergt drei historische Glocken: eine Stundenglocke von 1382 (die älteste in Graz), eine Feuerglocke von 1645 und die „Armesünderglocke“ von ca. 1450, die einst bei Hinrichtungen und zur Ankündigung der Sperrstunde geläutet wurde.

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