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Caesarova kašna: Das barocke Prachtmonument von Olmütz

Olomouc, Czechia

Du stehst hier vor dem Denkmal jenes römischen Feldherrn, der diese Stadt gegründet hat. Oder vielmehr: jenes Feldherrn, von dem die Einheimischen einfach nur wünschten, er hätte es getan. Mitten auf dem belebten Horní náměstí (Oberer Marktplatz) gilt die Caesarova kašna (der Cäsar-Brunnen) als das künstlerisch raffinierteste Werk unter den sechs monumentalen Barockbrunnen von Olmütz.

Denkmal für einen mythischen Stadtgründer

Das 1725 vollendete Monument geht auf eine humanistische Renaissance-Legende zurück, nach der Gaius Julius Caesar die Stadt einst unter dem Namen „Iulii Mons“ gegründet haben soll. Historisch gesehen hat Caesar in dieser Region nie einen Feldzug geführt, geschweige denn Olmütz gegründet. Doch die lokale Legende entwickelte sich zu einem wirkmächtigen Symbol städtischer Identität.

Das barocke Prachtstück ersetzte einen früheren, nicht mehr erhaltenen Renaissance-Brunnen aus den 1540er-Jahren, der ebenfalls Caesar gewidmet war. Nach den verheerenden Zerstörungen des Dreißigjährigen Krieges gab der Olmützer Stadtrat eine ganze Reihe mythologischer Brunnen in Auftrag, um die Wiedergeburt der Stadt, ihr historisches Prestige und ihre Kaisertreue weithin sichtbar zu machen.

Kunstfertigkeit und barocke Komposition

Aus Maletiner Sandstein gehauen, entstand der Brunnen in enger Zusammenarbeit zwischen dem Bildhauer Jan Jiří Schauberger und dem Steinmetzmeister Václav Render, der das vielpassige Steinbecken entwarf. Schaubergers Reiterkomposition ist direkt von den Reiterstatuen Gian Lorenzo Berninis inspiriert und zeigt den römischen Feldherrn in klassischer Rüstung samt Lorbeerkranz.

Die zentrale Figur von Julius Caesar reitet auf einem sich aufbäumenden Pferd, das auf einem künstlichen Felssockel balanciert. Bemerkenswert dabei: Kopf und Oberkörper Caesars sind demonstrativ vom Olmützer Rathaus abgewandt. Stattdessen blickt er zum Michaelsberg, wo nach lokaler Überlieferung einst das sagenhafte römische Legionslager stand. Bei Restaurierungsarbeiten im Jahr 1982 machten Fachleute eine kuriose Entdeckung: Caesars rechte Hand war ein späterer Ersatz. Ursprünglich hielt die Figur nämlich keine Schriftrolle, sondern einen Marschallstab.

Versteckte Allegorien und feine Details

Zu Füßen des Felssockels plätschert unentwegt Wasser ins Becken, gegossen aus Fässern unter den Armen zweier ruhender Flussgottheiten. Diese Figuren personifizieren die Flüsse March und Donau. Sie reichen sich die Hände als Zeichen politischer Harmonie im Habsburgerreich und halten die Landeswappen von Mähren und Niederösterreich.

Ein weiteres Detail, das man leicht übersieht: der sitzende Hund hinter den Beinen des Pferdes. Diese kleine Ergänzung dient als Allegorie auf die unerschütterliche Treue der Stadt zum Monarchen. Bis heute ist das Monument ein unverzichtbarer Blickfang, der historische Erhabenheit nahtlos mit dem lebendigen Flanierrhythmus der Olmützer Plätze verbindet.

FAQ

Wer hat die Caesarova kašna entworfen?

Der Brunnen wurde 1725 in Zusammenarbeit zwischen dem Bildhauer Jan Jiří Schauberger, der die Skulpturen schuf, und dem Steinmetzmeister Václav Render vollendet, der das steinerne Becken fertigte.

Hat Julius Caesar Olmütz wirklich gegründet?

Nein, historisch gesehen hat Julius Caesar in dieser Region nie Feldzüge geführt und die Stadt auch nicht gegründet. Der Brunnen geht auf eine humanistische Renaissance-Legende zurück, nach der die Stadt ursprünglich „Iulii Mons“ (Caesars Berg) hieß.

Was stellen die Flussgötter auf dem Brunnen dar?

Die beiden liegenden Flussgottheiten personifizieren die Flüsse March und Donau. Sie reichen sich die Hände als Symbol für politische Harmonie und halten die Landeswappen von Mähren und Niederösterreich.

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