Der Freiheitsplatz in Tallinn: ein Symbol der estnischen Unabhängigkeit - Tallinn
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Der Freiheitsplatz in Tallinn: ein Symbol der estnischen Unabhängigkeit

Tallinn, Estonia

Der Freiheitsplatz, auf Estnisch Vabaduse väljak, ist der zentrale öffentliche Platz in Tallinn und ein modernes Symbol für die Unabhängigkeit Estlands. Umgeben von modernen Cafés, Kunstgalerien und bedeutenden Denkmälern ist dieser weitläufige Platz ein pulsierendes Zentrum des bürgerlichen und kulturellen Lebens.

Eine bewegte Geschichte

Die Geschichte des Platzes spiegelt die turbulente Vergangenheit Estlands wider. Seine Ursprünge lassen sich bis zum Harju-Tor aus dem 14. Jahrhundert, einem Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung Tallinns, und einer schwedischen Bastion aus dem 17. Jahrhundert zurückverfolgen. Im 19. Jahrhundert war das Gebiet als Heumarkt (Heinaturg) bekannt. Eine wesentliche Veränderung gab es 1910 unter russischer Zarenherrschaft, als ein Denkmal für Peter den Großen errichtet und der Platz in Peetri plats umbenannt wurde.

Nach der Unabhängigkeitserklärung Estlands wurde die Zarenstatue 1922 abgebaut und eingeschmolzen und der Platz in Vabaduse väljak (Freiheitsplatz) umbenannt. Während der sowjetischen Besatzung ab 1944 wurde er in Platz des Sieges (Võiduväljak) umbenannt und für Militärparaden genutzt. Der ursprüngliche Name wurde 1989 im Zuge der Singenden Revolution wiederhergestellt, einer gewaltfreien Bewegung, die zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit Estlands führte.

Die Siegessäule des Unabhängigkeitskrieges

Den Platz dominiert die Siegessäule des Unabhängigkeitskrieges, die am 23. Juni 2009 enthüllt wurde. Dieses eindrucksvolle Denkmal erinnert an den estnischen Unabhängigkeitskrieg von 1918 bis 1920, der die Souveränität des Landes sicherte und in dem rund 5.000 estnische Kämpfer ihr Leben ließen. Die von Rainer Sternfeld, Andri Laidre, Kadri Kiho und Anto Savi entworfene Säule ist 23,5 Meter hoch. Sie besteht aus 143 Glasblöcken und wird von einer Nachbildung des Freiheitskreuzes gekrönt.

Modernes Design und historische Ruinen

2009 wurde der Freiheitsplatz vom Architekturbüro Alver Arhitektid grundlegend neugestaltet und erhielt so seine heutige Form als 8.100 Quadratmeter große Fußgängerzone. Eine Besonderheit des modernen Entwurfs ist die Einbeziehung der langen Geschichte des Ortes. Bei den Umbauarbeiten legten Archäologen die Überreste des mittelalterlichen Harju-Tors und der Mauern der schwedischen Bastion aus dem 17. Jahrhundert frei. Diese historischen Fundamente sind heute konserviert und durch Glasplatten im Boden des Platzes für alle sichtbar. Das Projekt umfasste auch den Bau einer Tiefgarage mit 200 Stellplätzen.

Der Platz heute

Als zentraler Platz Tallinns ist der Freiheitsplatz Schauplatz für nationale Zeremonien, Feiern zum Unabhängigkeitstag, Konzerte, politische Kundgebungen und öffentliche Ausstellungen. Er ist ein beliebter Treffpunkt und ein Ort zum Flanieren für Einheimische und Besucher gleichermaßen. Der Platz wird von wichtigen Wahrzeichen gesäumt, darunter die neugotische Johanniskirche (Jaani kirik), die Tallinner Kunsthalle und das Gebäude der Stadtverwaltung.

FAQ

Was ist das Hauptdenkmal auf dem Freiheitsplatz?

Das Hauptdenkmal ist die Siegessäule des Unabhängigkeitskrieges. Die 2009 enthüllte, 23,5 Meter hohe Glassäule ehrt all jene, die im estnischen Unabhängigkeitskrieg von 1918 bis 1920 gekämpft haben.

Warum hatte der Freiheitsplatz so viele verschiedene Namen?

Der Name des Platzes hat sich im Laufe der politischen Geschichte Estlands immer wieder geändert. Unter russischer Herrschaft hieß er Peetri plats, während der sowjetischen Besatzung Platz des Sieges und schließlich wurde er zum Freiheitsplatz (Vabaduse väljak), um die nationale Souveränität zu symbolisieren.

Kann man auf dem Freiheitsplatz historische Ruinen sehen?

Ja, bei der Renovierung im Jahr 2009 wurden die archäologischen Überreste des mittelalterlichen Harju-Tors und einer schwedischen Bastion aus dem 17. Jahrhundert freigelegt. Sie sind heute konserviert und durch Glasplatten im Boden des Platzes für die Öffentlichkeit sichtbar.

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