Domkirche St. Marien: Tallinns älteste Kirche - Tallinn
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Domkirche St. Marien: Tallinns älteste Kirche

Tallinn, Estonia

Die Domkirche St. Marien, auch bekannt als Toomkirik oder einfach nur Dom, steht auf dem Domberg (Toompea) und ist die älteste Kirche Tallinns und des gesamten estnischen Festlandes. Dieses mittelalterliche Gebäude, gekrönt von einem kunstvollen barocken Glockenturm, ist ein Zeugnis der bewegten Geschichte und der verschiedenen Architekturstile der Stadt. Seit dem 20. September 1995 ist die Kirche als nationales Kulturdenkmal Estlands anerkannt.

Eine Geschichte, in Feuer und Glauben geschmiedet

Die Geschichte des Doms beginnt 1219 nach der dänischen Eroberung Tallinns, als an dieser Stelle zunächst eine Holzkirche errichtet wurde. Ein dauerhafterer Steinbau wurde 1229 von Dominikanermönchen in Angriff genommen. Die frühe Baugeschichte war turbulent, doch der Bau wurde 1240 fertiggestellt und von König Waldemar II. zu Ehren der Jungfrau Maria geweiht. Zwischen 1330 und 1430 wurde die Kirche zu der dreischiffigen gotischen Basilika erweitert, die wir heute sehen. Während der Reformation im Jahr 1561 wurde die Kathedrale unter Bischof Peter Foling von einer römisch-katholischen in eine lutherische Kirche umgewandelt.

Ein einschneidender Moment war der große Brand von 1684, der den Domberg verwüstete. Die Marienkirche war das einzige Gebäude, das den Brand überstand, obwohl ihre hölzerne Innenausstattung zerstört wurde. Dies führte zu umfangreichen Renovierungsarbeiten, bei denen viele der heute sichtbaren barocken Elemente hinzugefügt wurden. Der heutige Barockturm wurde zwischen 1778 und 1779 anstelle des im Feuer verlorenen Turms errichtet.

Architektonische Highlights und Innenausstattung

Das Innere der Domkirche St. Marien ist ein wahres Geschichtsbuch. Der barocke Altaraufsatz und die Kanzel, beide vom renommierten Künstler Christian Ackermann im späten 17. Jahrhundert gefertigt, sind herausragende Merkmale. Die Kathedrale beherbergt auch eine große Pfeifenorgel aus dem Jahr 1914, die in ganz Europa für ihren vollen, klangvollen Ton bei Gottesdiensten und Konzerten geschätzt wird.

Der Boden der Kirche ist ein einzigartiges und zugleich düsteres Archiv, vollständig mit Grabsteinen aus dem 13. bis 18. Jahrhundert gepflastert. In der Nähe des Eingangs liegt der Grabstein von Otto Johann Thuve, der in einem Akt tiefster Demut darum bat, dort begraben zu werden, damit alle, die die Kirche betreten, auf sein Grab treten – eine Geste, mit der er um Vergebung für seine Sünden bat.

Die Wände sind mit etwa 110 kunstvoll geschnitzten hölzernen Wappen geschmückt, die den deutschbaltischen Adel repräsentieren, der historisch mit der Kirche verbunden war. Diese Sammlung ist die zweitgrößte ihrer Art auf der Welt.

Berühmte Grabstätten

Neben den gewöhnlichen Grabsteinen ist die Kathedrale auch die letzte Ruhestätte mehrerer bedeutender historischer Persönlichkeiten. Dazu gehören Adam Johann von Krusenstern, der Marineoffizier und Entdecker, der die erste russische Weltumsegelung leitete. Hier ist auch Samuel Greig begraben, ein schottischer Admiral in der russischen Flotte. Ein weiteres bedeutendes Grabmal ist das von Pontus De la Gardie, einem schwedischen Feldherrn, der zusammen mit seiner Frau Sofia Johansdotter Gyllenhielm, der Tochter von König Johann III. von Schweden, beigesetzt ist.

Die Kathedrale heute

Die Domkirche St. Marien setzt ihre lange Geschichte als Gotteshaus fort und dient als wichtigste evangelisch-lutherische Kirche in Estland und als Sitz des Erzbischofs von Tallinn. Hier finden regelmäßig Gottesdienste statt, und sie ist ein wichtiger kultureller Veranstaltungsort, der häufig Orgelkonzerte beherbergt.

Als Hauptanziehungspunkt lädt die Kathedrale Besucher ein, ihr historisches Inneres zu erkunden. Viele entscheiden sich auch dafür, den 69 Meter hohen Glockenturm zu besteigen, der einen weiten Panoramablick über die Altstadt von Tallinn bietet. Das Gebäude wird kontinuierlich restauriert, um sein unschätzbares Erbe für zukünftige Generationen zu bewahren.

FAQ

Warum ist die Domkirche St. Marien in Tallinn von Bedeutung?

Sie ist die älteste Kirche in Tallinn und auf dem estnischen Festland, gegründet 1219. Sie dient als lutherische Hauptkathedrale und birgt eine reiche Sammlung historischer Artefakte, darunter Adelswappen und jahrhundertealte Grabsteine.

Welche Architekturstile sind in der Domkirche St. Marien zu sehen?

Die Kathedrale ist überwiegend eine dreischiffige gotische Basilika. Nach einem großen Brand im Jahr 1684 wurden jedoch bedeutende barocke Elemente hinzugefügt, darunter der heutige Glockenturm (1778-1779), der Altaraufsatz und die Kanzel.

Was ist das Besondere am Boden der Domkirche St. Marien?

Der gesamte Boden ist mit einer Sammlung von Grabsteinen aus dem 13. bis 18. Jahrhundert gepflastert. Ein bemerkenswerter Grabstein in der Nähe des Eingangs gehört Otto Johann Thuve, der aus Demut darum bat, dort begraben zu werden.

Kann man den Turm der Domkirche St. Marien besteigen?

Ja, man kann den 69 Meter hohen barocken Glockenturm besteigen, der einen Panoramablick über die Altstadt von Tallinn bietet.

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