
Musée du Petit Palais, Avignon: Kunst und Geschichte
Das Musée du Petit Palais in Avignon ist in einem prachtvollen Gebäude aus dem 14. Jahrhundert untergebracht, das heute eine erstklassige Sammlung von Meisterwerken der Frührenaissance hütet. Einst eine Residenz für Erzbischöfe, ist dieses historische Bauwerk ein integraler Bestandteil der zum UNESCO-Weltkulturerbe zählenden Altstadt von Avignon und bildet eine Ergänzung zum nahegelegenen Papstpalast.
Vom Palast zur Zitadelle
Die Ursprünge des Gebäudes gehen auf die Jahre 1318–1320 zurück, als es als Residenz für die Erzbischöfe von Avignon errichtet wurde. Später wurde es erweitert und 1335 von Papst Benedikt XII. erworben, um als Bischofspalast zu dienen, was ihm den Spitznamen „Petit Palais“ einbrachte. Seine Geschichte nahm während des Großen Abendländischen Schismas (1396–1411) eine dramatische Wendung, als es zu einer befestigten Zitadelle umgebaut wurde. In dieser konfliktgeladenen Zeit wurde das Gebäude so stark beschädigt, dass es als „Ruine“ bezeichnet wurde.
Wiedergeburt in der Renaissance und Umwandlung zum Museum
Im späten 15. Jahrhundert wurde der Palast umfassend restauriert, größtenteils unter der Leitung von Giuliano della Rovere, dem späteren Papst Julius II. Bei diesen Arbeiten entstanden auch die heute sichtbaren Fassaden im Renaissancestil. Nach der Französischen Revolution wurde das Gebäude verstaatlicht und diente verschiedenen Zwecken, unter anderem als katholische Sekundarschule und im 19. Jahrhundert als technische Schule.
1910 wurde das Bauwerk zum historischen Denkmal erklärt und ab 1961 einer umfassenden Restaurierung unterzogen, um es in ein Museum umzuwandeln. Das Musée du Petit Palais öffnete 1976 offiziell seine Türen für die Öffentlichkeit.
Die Sammlungen des Museums
Heute trägt das Museum das prestigeträchtige Gütesiegel „Musée de France“ und ist bekannt für seine außergewöhnliche Sammlung italienischer Gemälde der Frührenaissance und Werke der Schule von Avignon. Ein Kernstück der Sammlung stammt vom Marquis Campana, einem Sammler aus dem 19. Jahrhundert. Nach dessen Bankrott wurden 350 seiner italienischen Gemälde von Frankreich erworben und vom Louvre als Leihgabe an das Museum übergeben.
Zu den Meisterwerken der Sammlung gehören Sandro Botticellis „Madonna mit Kind“ und Vittore Carpaccios „Sacra Conversazione“. Das Museum zeigt auch mittelalterliche Skulpturen, wie das Grabmal von Kardinal Jean de Lagrange und den erhaltenen Kopf der Grabfigur von Gegenpapst Clemens VII., dessen restliches Grabmal während der Französischen Revolution zerstört wurde.
Museumsbesuch
Der Eintritt in die Dauerausstellungen des Musée du Petit Palais ist kostenlos. Das Museum ist in der Regel an sechs Tagen in der Woche geöffnet, mit Schließtagen am Dienstag und an bestimmten Feiertagen. Die Öffnungszeiten sind im Allgemeinen von 10:00 bis 13:00 Uhr und von 14:00 bis 18:00 Uhr. Für eine Erfrischung zwischendurch gibt es vor Ort auch ein Café.
FAQ
Wofür ist das Musée du Petit Palais bekannt?
Das Musée du Petit Palais ist bekannt für seine Sammlung von Gemälden der Frührenaissance aus Italien und der Schule von Avignon mit Werken von Künstlern wie Sandro Botticelli. Es ist in einem historischen ehemaligen Erzbischofspalast aus dem 14. Jahrhundert untergebracht.
Kostet der Eintritt in das Musée du Petit Palais etwas?
Nein, der Eintritt zu den Dauerausstellungen des Museums ist für alle Besucher kostenlos.
Was ist die Geschichte des Gebäudes?
Ursprünglich im 14. Jahrhundert als Residenz für Erzbischöfe erbaut, diente das Gebäude später als befestigte Zitadelle und Schule. Nach einer umfassenden Restaurierung wurde es 1976 als Museum eröffnet. Heute ist es Teil einer UNESCO-Welterbestätte.
Woher stammt die italienische Kunstsammlung des Museums?
Ein wesentlicher Teil der Sammlung, darunter 350 italienische Gemälde, stammt aus der Campana-Sammlung des 19. Jahrhunderts. Die Sammlung wurde vom französischen Staat erworben und vom Louvre als Leihgabe an das Museum übergeben.



