
Maison Pfister: Colmars Juwel der Renaissance
Das Maison Pfister in der Rue des Marchands 11 ist ein architektonisches Wahrzeichen von Colmar. Es wurde 1537 erbaut und gilt als das erste Beispiel für Renaissance-Architektur in der Stadt. Mit seinem markanten Eckerker, dem achteckigen Türmchen und den bemalten Fassaden ist das Haus ein Zeugnis für den Reichtum und den künstlerischen Wandel des 16. Jahrhunderts.
Ein Meisterwerk der Renaissance
Das Maison Pfister wurde von Ludwig Scherer, einem wohlhabenden Hutmacher aus Besançon, in Auftrag gegeben und ersetzte ein früheres Gebäude an dieser Stelle. Das Gebäude ist eine bemerkenswerte Mischung aus verschiedenen Baustilen, die mittelalterliches Fachwerk mit neuen Elementen der Renaissance verbindet. Zu seinen auffälligsten Merkmalen gehören ein zweistöckiger Eckerker, eine hölzerne Galerie und ein achteckiges Türmchen. Das Baujahr 1537 ist an einem Fenster des Türmchens eingraviert, während eine Inschrift am Erker auf den ursprünglichen Bauherrn verweist.
Die Geschichte hinter den Fresken und dem Namen
Um 1577 wurde die Fassade mit kunstvollen Wandmalereien verziert, die dem Künstler Christian Vacksterffer zugeschrieben werden. Diese Malereien zeigen eine Reihe von Motiven, darunter germanische Kaiser des 16. Jahrhunderts, biblische Erzählungen aus dem Buch Genesis, die vier Evangelisten und die Väter der westlichen Kirche.
Interessanterweise geht der Name des Hauses nicht auf seinen ursprünglichen Besitzer zurück. Es wurde nach François Jean Pfister benannt, einem Kaufmann, der das Anwesen 1841 erwarb. Die Familie Pfister besaß das Haus nur etwa 50 Jahre lang, bis 1892, fast drei Jahrhunderte nach seinem Bau.
Erhaltung und kulturelle Bedeutung
Als Symbol für die humanistischen Ideale des aufstrebenden Bürgertums von Colmar hat das Maison Pfister eine große historische Bedeutung. Am 14. März 1927 wurde es offiziell als historisches Denkmal eingestuft. Das Gebäude wurde mehrfach restauriert, um seinen einzigartigen Charakter zu erhalten, unter anderem 1909 durch die Familie Judlin, die es 1892 übernommen hatte, und 2012 an Fassade und Dach.
Das Maison Pfister heute
Heute ist das Maison Pfister eine bekannte Touristenattraktion und ein wichtiger Teil des gut erhaltenen architektonischen Erbes von Colmar. Das Innere ist zwar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber seine prächtige Fassade kann von der Straße aus bewundert werden. Es wird auch vermutet, dass das Haus als Inspiration für ein Gebäude in Hayao Miyazakis Animationsfilm „Das wandelnde Schloss“ diente.
FAQ
Wer hat das Maison Pfister gebaut?
Das Maison Pfister wurde 1537 für seinen ursprünglichen Besitzer, Ludwig Scherer, einen wohlhabenden Hutmacher und Geldhändler aus Besançon, erbaut.
Kann man das Maison Pfister von innen besichtigen?
Nein, das Innere des Maison Pfister ist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich. Es ist ein historisches Wahrzeichen, dessen Äußeres von der Straße aus betrachtet werden kann.
Warum heißt es Maison Pfister?
Das Haus ist nach der Familie Pfister benannt, die das Anwesen 1841 erwarb. Sie besaßen es rund 50 Jahre lang, bis 1892, also fast drei Jahrhunderte nach seiner ursprünglichen Erbauung.
Was ist das Besondere an der Architektur des Maison Pfister?
Das Maison Pfister gilt als das erste Beispiel für Renaissance-Architektur in Colmar. Es verbindet auf einzigartige Weise Merkmale der Renaissance mit mittelalterlichen Elementen wie Fachwerk und besitzt einen kunstvollen zweistöckigen Erker, eine hölzerne Galerie, ein achteckiges Türmchen und aufwendige Wandmalereien.



