
Quai de la Poissonnerie: Colmars Klein-Venedig
Der Quai de la Poissonnerie ist ein malerischer Kai in Colmars Viertel „Klein-Venedig“ (Petite Venise), berühmt für seine bunten Fachwerkhäuser, die den Fluss Lauch säumen. Dieses Viertel ist ein wesentlicher Teil des historischen und architektonischen Erbes der Stadt und verbindet das Gerberviertel mit dem weitläufigeren Kanalnetz.
Mittelalterliche Ursprünge und Fischerei
Das Viertel, bekannt als Krutenau, entstand im Mittelalter auf ursprünglich sumpfigem Land, das für den Gemüseanbau genutzt wurde. Seine Lage an der Lauch war strategisch, sodass die Erzeugnisse mit flachen Kähnen zum nahegelegenen Markt transportiert werden konnten. Im Laufe der Zeit wurde es zum Zentrum der Colmarer Fischerei.
Hier hatte eine mächtige Zunft von Fischern und Schiffern ihren Sitz. Frisch gefangener Fisch wurde direkt am Kai verkauft und in viviers (Fischbecken) entlang des Flusses gehalten, um seine Frische für die lokalen Märkte zu gewährleisten. So erhielt der Kai seine Identität und seinen Namen, der übersetzt „Fischhändlerkai“ bedeutet.
Architektur, Brand und Restaurierung
Zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert wurde der Kai von den markanten Fachwerkhäusern gesäumt, die für die elsässische Architektur typisch sind. Die leuchtenden Farben der Häuser waren nicht nur dekorativ, sondern gaben früher auch den Beruf der Bewohner an. Ein verheerender Brand im Jahr 1706 verwüstete das Viertel und zerstörte über vierzig Häuser, darunter ein Anwesen von Jean Henri Frid, das als eines der schönsten der Stadt galt.
Von 1978 bis 1981 wurde das Viertel umfassend restauriert. Diese Maßnahmen bewahrten viele Gebäude und legten das traditionelle Fachwerk frei, das heute den Charakter des Viertels ausmacht.
Der Kai heute
Heute ist der Quai de la Poissonnerie ein beliebtes Touristenziel, das für sein charmantes Ambiente gefeiert wird. Hier wimmelt es von Cafés, Restaurants und Geschäften. Bootsfahrten auf der Lauch bieten eine einzigartige Perspektive auf die bunten Fassaden und die historische Architektur. Die nahegelegene Markthalle (Marché Couvert), die 1865 erbaut wurde, dient auch heute noch als lebhafter Umschlagplatz für lokale Produkte. Eine Besonderheit ist die Straßenführung, bei der sich Fahrzeuge und Fußgänger den gleichen, ungetrennten Bereich in einer Einbahnstraße teilen.
FAQ
Woher kommt der Name Quai de la Poissonnerie?
Der Name bedeutet „Fischhändlerkai“ und geht auf seine Geschichte als Zentrum der Colmarer Fischerei zurück. Hier hatte eine mächtige Fischerzunft ihren Sitz, die ihren Fang direkt am Kai verkaufte.
Welche Bedeutung haben die bunten Häuser in Colmar?
Früher gaben die Farben der Fachwerkhäuser am Quai de la Poissonnerie Auskunft über den Beruf der Familie, die darin wohnte.
Ist der Quai de la Poissonnerie dasselbe wie „Klein-Venedig“?
Der Quai de la Poissonnerie ist ein bekannter Kai im Colmarer Viertel „Klein-Venedig“ (Petite Venise), doch der Name „Klein-Venedig“ bezeichnet das gesamte Areal mit seinem Kanalnetz.
Welches wichtige Ereignis fand 1706 am Quai de la Poissonnerie statt?
Im Jahr 1706 fegte ein verheerender Brand durch das Viertel und zerstörte mehr als vierzig Häuser, darunter ein bemerkenswertes Anwesen des Bewohners Jean Henri Frid.



