
Beffroi de Lille: UNESCO-Turm mit Panoramablick
Der Beffroi de Lille, der Belfried von Lille, prägt als Wahrzeichen die Skyline der Stadt. Als höchstes städtisches Gebäude Frankreichs ist dieses UNESCO-Weltkulturerbe ein Zeugnis der Geschichte Lilles und bietet von seiner Spitze aus eine unvergleichliche Aussicht. Sein einzigartiges Design und seine bewegte Vergangenheit machen ihn zu einer bedeutenden Sehenswürdigkeit.
Ein Symbol der Widerstandsfähigkeit
Der heutige Belfried wurde zwischen 1924 und 1932 erbaut. Das Projekt entsprang dem festen Willen der Stadt zum Wiederaufbau, nachdem das vorherige Rathaus 1916 während des Ersten Weltkriegs einem Brand zum Opfer gefallen war. Der vom Architekten Émile Dubuisson entworfene Turm war Teil eines größeren Stadterneuerungsplans für das Viertel Saint-Sauveur, der von Bürgermeister Gustave Delory verfochten wurde. Er ist ein starkes Symbol für Bürgerstolz und den Wiederaufbau der Nachkriegszeit.
Ein architektonisches Meisterwerk
Der Beffroi de Lille zeichnet sich durch eine unverwechselbare Mischung aus Art déco und flämischer Neorenaissance aus. Aus rotem Backstein und skulptural bearbeitetem Stahlbeton erbaut, war er ein technisches Wunderwerk seiner Zeit, was ihm den lokalen Spitznamen „Wolkenkratzer in Flandern“ einbrachte. Mit 104 Metern Höhe gilt er als der höchste zivile Belfried Europas. An seinem Sockel erinnern die von Carlo Sarrabezolles geschaffenen Statuen von Lydéric und Phinaert an die sagenhaften Gründer von Lille.
Der Aufstieg zum Belfried
Der Belfried ist eine beliebte Touristenattraktion mit einer öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform. Besucher können den Turm besteigen, indem sie nach etwa 100 Stufen einen Aufzug nehmen, oder die gesamte Treppe mit rund 400 Stufen erklimmen. Von der Spitze aus bietet sich ein atemberaubender 360-Grad-Panoramablick über Lille, das Leietal und die Monts des Flandres. An klaren Tagen reicht die Sicht sogar bis zur belgischen Grenze.
Ein Turm für viele Zwecke
Im Laufe seiner Geschichte diente der Belfried den verschiedensten Zwecken. Seine Höhe machte ihn während des Zweiten Weltkriegs zu einem strategischen Beobachtungsposten. Ungewöhnlicher ist, dass er von 1951 bis 1958 ein Fernsehstudio beherbergte, das 1953 für die berühmte Übertragung der Krönung von Königin Elisabeth II. genutzt wurde. Ein leistungsstarker 1000-Watt-Drehscheinwerfer an seiner Spitze kann sein Licht bis zu 30 Kilometer weit werfen. Trotz seines Namens besitzt der Belfried weder traditionelle Glocken noch ein Glockenspiel.
Ein modernes Wahrzeichen
Der Beffroi de Lille wurde 2002 unter Denkmalschutz gestellt und 2005 als Teil der Welterbestätte „Belfriede in Belgien und Frankreich“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Heute schmücken zeitgenössische Kunstwerke seine inneren Treppenhäuser und ein kleines Museum widmet sich der Geschichte des Turms. Die beleuchtete Fassade dient als eindrucksvolle Kulisse für Stadtfeste und Lichtshows und festigt so seinen Platz im kulturellen Leben von Lille.
FAQ
Wie hoch ist der Beffroi de Lille?
Der Beffroi de Lille ist 104 Meter hoch und damit das höchste städtische Gebäude Frankreichs und der höchste zivile Belfried Europas.
Kann man auf die Spitze des Beffroi de Lille hinauf?
Ja, der Belfried ist öffentlich zugänglich. Besucher können die Aussichtsplattform per Aufzug erreichen, nachdem sie die ersten ca. 100 Stufen gestiegen sind, oder sie nehmen die gesamte Treppe mit rund 400 Stufen, um die Panoramaaussicht zu genießen.
Hat der Beffroi de Lille Glocken?
Nein, trotz seines Namens ist der Beffroi de Lille insofern einzigartig, als er weder traditionelle Glocken noch ein Glockenspiel besitzt. Er wurde von vornherein ohne diese Ausstattung konzipiert und gebaut.
Warum ist der Beffroi de Lille ein UNESCO-Weltkulturerbe?
Der Beffroi de Lille wurde 2005 als Teil der Welterbestätte „Belfriede in Belgien und Frankreich“ in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen. Diese Auszeichnung würdigt die historische Bedeutung dieser städtischen Türme als Symbole bürgerlicher Freiheit in Europa.



