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Reiterstandbild Friedrichs des Großen: die Geschichte eines Berliner Wahrzeichens

Berlin, Germany

Das Reiterstandbild Friedrichs des Großen, auch Denkmal Friedrich II. von Preußen genannt, ist eine monumentale Bronzeskulptur auf Berlins berühmtem Prachtboulevard Unter den Linden. Dieses bedeutende Wahrzeichen erinnert an König Friedrich II. von Preußen, auch bekannt als Friedrich der Große oder „der Alte Fritz“.

König Friedrich Wilhelm III. gab die Statue 1839 in Auftrag und der Bildhauer Christian Daniel Rauch entwarf sie. Sie gilt als Meisterwerk der Berliner Bildhauerschule und markiert den Übergang vom Klassizismus zum Realismus. Das Denkmal wurde am 31. Mai 1851, dem 111. Jahrestag der Thronbesteigung Friedrichs II., feierlich enthüllt.

Monumentales Design und Details

Das gesamte Denkmal ist 13,5 Meter hoch. Die zentrale Figur ist ein bronzenes Reiterstandbild Friedrichs des Großen, dargestellt in seiner Militäruniform, mit Hermelinmantel und seinem markanten Dreispitz.

Das Pferd des Königs thront auf einem aufwendigen, mehrstufigen Sockel. Dieser Sockel ist mit den Figuren von 74 bedeutenden Persönlichkeiten aus Friedrichs Zeit geschmückt, darunter Generäle, Staatsmänner, Künstler und Wissenschaftler. Darunter befinden sich 21 lebensgroße Figuren wichtiger Zeitgenossen wie Prinz Heinrich von Preußen, Feldmarschall Ferdinand, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, und die Generalleutnants Friedrich Wilhelm von Seydlitz und Hans Joachim von Zieten. Der Sockel zeigt außerdem Szenen aus dem Leben des Königs und eine Inschrifttafel.

Eine turbulente Nachkriegsgeschichte

Obwohl die Statue den Zweiten Weltkrieg unbeschadet überstand, da sie in eine Schutzhülle aus Ziegeln und Beton eingemauert war, war ihr Schicksal nach dem Krieg ungewiss. 1950 ordnete der Magistrat von Ost-Berlin unter dem Einfluss der sowjetischen Verwaltung ihre Entfernung an. Das Denkmal galt als Symbol des preußischen Militarismus und reaktionärer Politik, was mit der herrschenden sozialistischen Ideologie unvereinbar war. Es wurde daraufhin zerlegt und seine Teile heimlich in Potsdam eingelagert.

Geheime Rettung und ideologischer Wandel

Um 1960 wurde Berichten zufolge beschlossen, die Bronzeteile einzuschmelzen. Doch Hans Bentzien, der damalige Kulturminister der DDR, intervenierte. Er inszenierte eine List und ließ es so aussehen, als würden die Teile der Statue zum Einschmelzen transportiert. Stattdessen wurden sie heimlich nach Potsdam gebracht und 1962 im Park Sanssouci wieder zusammengesetzt.

In einer überraschenden Kehrtwende veranlasste DDR-Staatschef Erich Honecker 1980 die Rückkehr des Denkmals nach Berlin. Dieser Akt signalisierte eine bedeutende Wende im offiziellen Geschichtsbild der DDR, die begann, die Rolle von Persönlichkeiten wie Friedrich II. in der deutschen Geschichte neu zu bewerten. Das wiederhergestellte Denkmal wurde erneut Unter den Linden aufgestellt, etwa sechs Meter östlich seines ursprünglichen Standorts.

Restaurierung und heutiger Zustand

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde die Statue zwischen 1997 und 2000 umfassend restauriert. Anschließend kehrte sie an ihren exakten historischen Standort Unter den Linden zurück, komplett mit einem rekonstruierten schmiedeeisernen Zaun, historischem Pflaster und Beleuchtung. Die offizielle Wiedereinweihung fand am 11. November 2000 statt.

Heute ist das Reiterstandbild Friedrichs des Großen ein herausragendes historisches Wahrzeichen und ein Anziehungspunkt für Besucher. Es ist ein integraler Bestandteil des historischen Ensembles Unter den Linden, umgeben von Gebäuden wie der Humboldt-Universität und der Staatsoper. Das Denkmal ist ein starkes Symbol der preußischen Geschichte und eine greifbare Erinnerung an die wechselnden politischen Strömungen, die Berlin über die Jahrhunderte geprägt haben.

FAQ

Warum wurde das Reiterstandbild Friedrichs des Großen aus Berlin entfernt?

1950 ordnete der Magistrat von Ost-Berlin seine Entfernung an, da er es als unvereinbares Symbol des preußischen Militarismus und reaktionärer Politik in der neuen sozialistischen Ideologie ansah.

Wer schuf das Reiterstandbild Friedrichs des Großen?

Das Denkmal wurde zwischen 1839 und 1851 vom Bildhauer Christian Daniel Rauch geschaffen. Es gilt als Meisterwerk der Berliner Bildhauerschule.

Wie hoch ist das Reiterstandbild Friedrichs des Großen in Berlin?

Das gesamte Denkmal, einschließlich seines mehrstufigen Sockels, hat eine Höhe von 13,5 Metern.

Wurde das Reiterstandbild Friedrichs des Großen im Zweiten Weltkrieg beschädigt?

Nein, die Statue überstand den Zweiten Weltkrieg unbeschädigt. Sie war in eine Schutzhülle aus Ziegeln und Beton eingemauert, um sie vor Luftangriffen zu schützen.

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