Goslarer Marktbrunnen: historischer bronzeadlerbrunnen - Goslar
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Goslarer Marktbrunnen: historischer bronzeadlerbrunnen

Goslar, Germany

Ein Meisterwerk aus romanischer Bronze

Schau dir den historischen Marktbrunnen mitten auf dem Platz an, ein absolutes Wahrzeichen der Stadt. Mit einer Höhe von rund vier Metern und einem Beckendurchmesser von 4,8 Metern gilt das zweistöckige Monument als der älteste und größte erhaltene romanische Bronzemarktbrunnen in Deutschland.

Die dunkle, schwer gewichtige Gussbronze hat im Laufe der Jahrhunderte eine kräftige Patina angesetzt, die einen scharfen optischen Kontrast zur hell vergoldeten Oberfläche des Adlers an der Spitze bildet. Das monumentale untere Becken stammt aus dem 12. Jahrhundert und gilt als der größte einstückige Bronzeguss der Romanik. Diese außergewöhnliche metallurgische Meisterleistung schlägt eine greifbare Brücke zum Reichtum aus den nahegelegenen Rammelsberger Erzvorkommen.

Imperiale Symbolik und Stückwerk

Der Marktbrunnen entstand nicht in einem Aufwasch, sondern wurde über Jahrhunderte zusammengesetzt. Das kleinere obere Becken wurde zwischen 1200 und 1230 als eigenständiger Brunnen geschaffen, bevor man es auf einer Mittelsäule mit dem Becken aus dem 12. Jahrhundert vereinigte.

Gekrönt wird der Brunnen von einem vergoldeten Reichsadler, der Goslars mittelalterlichen Status als Freie Reichsstadt direkt unter dem Heiligen Römischen Kaiser symbolisiert. Der Körper des Adlers stammt aus dem frühen 13. Jahrhundert, während seine heutige Krone erst um das 18. Jahrhundert hinzugefügt wurde. Der vergoldete Adler oben auf dem Brunnen ist heute eine Kopie, während das mittelalterliche Original sicher im Goslarer Museum aufbewahrt wird.

Mythen, Monster und Sagen

Der Brunnen geizt nicht mit mittelalterlichen zoomorphen und grotesken Verzierungen. Vor allem fällt er durch vier Drachenköpfe mit eselsohrenartigen Ohren auf, von denen zwei gerade dabei sind, kleine Menschenfiguren zu verschlucken.

Das für den Bronzeguss nötige technische Können ließ Raum für lokale Sagen. Einer Legende zufolge glaubten die Einheimischen, Menschenhände allein hätten das Becken unmöglich fertigen können, und behaupteten, der Teufel habe es aus dem nahen Gittelde herbeigeschafft. Wer dreimal gegen die Schale schlägt, ruft ihn angeblich herbei. Einer anderen Überlieferung zufolge reichte bei drohender Gefahr ein Schlag auf das klangvolle Becken, um ein Geläut zu erzeugen, das bis in die Rammelsberger Gruben schallte und die Bergleute zur Verteidigung der Stadt herbeirief.

Das Herz von Goslar

Im Laufe seiner Geschichte stand der Brunnen an verschiedenen Stellen des Marktplatzes, ehe er 1834 an seinen heutigen Platz in der Mitte wanderte. Gegenüber dem Gotischen Rathaus und den historischen Gildehäusern verankert er den geografischen und bürgerlichen Kern der zum UNESCO-Welterbe gehörenden Goslarer Altstadt.

Auch heute noch ist der Marktbrunnen ein zentraler Ankerpunkt, Treffpunkt und beliebtes Fotomotiv. Zudem dient er als stimmungsvoll beleuchteter Mittelpunkt für große Stadtfeste, allen voran den Goslarer Weihnachtsmarkt.

FAQ

Wie alt ist der Marktbrunnen in Goslar?

Der Brunnen wurde über mehrere Jahrhunderte hinweg zusammengesetzt. Sein monumentales unteres Bronzebecken stammt aus dem 12. Jahrhundert, das obere Becken entstand zwischen 1200 und 1230, und der Adlerkörper datiert auf das frühe 13. Jahrhundert.

Ist der Adler auf dem Marktbrunnen das Original?

Nein, der vergoldete Reichsadler ganz oben auf dem Brunnen ist eine Kopie. Das mittelalterliche Original aus Bronze wird sicher im Inneren des Goslarer Museums aufbewahrt.

Was stellen die Verzierungen am Brunnen dar?

Der Brunnen ist mit mittelalterlichen zoomorphen und grotesken Figuren versehen, darunter vier Drachenköpfe mit eselsohrenartigen Ohren. Zwei dieser Drachen sind dabei abgebildet, wie sie kleine Menschenfiguren verschlucken.

Was hat es mit der Legende vom Teufelsbecken auf sich?

Die lokale Folklore besagt, dass der Bronzeguss so fortschrittlich war, dass die Leute glaubten, der Teufel habe ihn aus dem Ort Gittelde herbeigeschafft. Wer dreimal gegen die Bronzeschale schlägt, ruft ihn demnach herbei.

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