Schuhhof: Goslars ältester historischer Marktplatz - Goslar
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Schuhhof: Goslars ältester historischer Marktplatz

Goslar, Germany

Bevor der prächtige Marktplatz zum pulsierenden Herzen Goslars wurde, begann der städtische Handel in einem viel kleineren, gepflasterten Innenhof, der ganz und gar dem Schuhwerk gewidmet war.

Goslars ursprünglicher Handelsplatz

Der Schuhhof gilt nachweislich als der älteste öffentliche Platz in Goslar. Mindestens seit dem frühen 13. Jahrhundert diente er als erstes kommerzielles Zentrum der Stadt und ist damit noch älter als der benachbarte Marktplatz. Seinen Namen verdankt das Areal den Schustern und Schuhmachern, die hier im Mittelalter lebten, arbeiteten und ihre Waren feilboten.

Ursprünglich verkauften die Handwerker aus einfachen, offenen Marktbuden am Rande des Platzes. Mit der Zeit wurden aus diesen provisorischen Ständen feste, schmale Fachwerkhäuser für Händler. Die bemerkenswert schmalen Grundstücksparzellen rund um den Platz spiegeln bis heute die ursprünglichen Maße jener mittelalterlichen Verkaufsbuden wider.

Architektur und Zunftgeschichte

Eingerahmt von dicht aneinandergereihten Fachwerkhäusern aus dem 16. und 17. Jahrhundert liegt der Schuhhof mitten im UNESCO-Welterbe der Altstadt. Der Platz veranschaulicht Goslars mittelalterlichen Wandel von einer kaiserlich geprägten Bergbaustadt zu einer wohlhabenden Handelsmetropole, in der einzelne Zünfte enormen bürgerlichen und politischen Einfluss besaßen.

Das Zunfthaus der Schuhmacher war das Herzstück des Handwerkertreibens, bis ein verheerender Brand es 1780 zerstörte. Beim anschließenden Wiederaufbau blieben jedoch ältere Bauelemente erhalten, darunter die noch heute sichtbaren hölzernen Arkadengänge im Erdgeschoss.

Der Übergang vom weiten Marktplatz in den intimen, kopfsteingepflasterten Schuhhof verändert sofort die Akustik, während der Blick an den dicht gedrängten, vorkragenden Fachwerkfassaden hängen bleibt. Blickt man zwischen den Dachkanten nach oben, ragen die wuchtigen romanischen und gotischen Türme der nahen Marktkirche empor.

Ein beliebter Ort zum Verweilen

Heute ist der Schuhhof eine lebendige Fußgängerzone. Vor den historischen Fachwerkfassaden laden Straßencafés, Restaurants und Eisdielen zum Verweilen ein.

Jeden Winter verwandelt sich der Platz in den „Weihnachtswald“. Als stimmungsvolle Erweiterung des Goslarer Weihnachtsmarkts werden Dutzende echte, festlich beleuchtete Nadelbäume direkt auf dem Kopfsteinpflaster aufgestellt, und führen so die Tradition des Platzes als zentraler Treffpunkt der Stadt fort.

FAQ

Was ist der älteste öffentliche Platz in Goslar?

Der Schuhhof ist der älteste öffentliche Platz in Goslar und entstand noch vor dem benachbarten zentralen Marktplatz.

Warum heißt der Platz Schuhhof?

Der Platz ist nach den mittelalterlichen Schustern und Schuhmachern benannt, die hier lebten, arbeiteten und ihre Waren verkauften. Ursprünglich handelten sie aus schmalen, offenen Verkaufsbuden, aus denen sich im Laufe der Zeit die heutigen Fachwerkhäuser entwickelten.

Welche Veranstaltungen finden auf dem Schuhhof statt?

Jeden Winter findet auf dem Schuhhof der „Weihnachtswald“ statt, eine Erweiterung des Goslarer Weihnachtsmarkts, bei der Dutzende echte, festlich beleuchtete Nadelbäume auf dem Kopfsteinpflaster aufgestellt werden.

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