Platz der jüdischen Märtyrer und Synagoge in Rhodos - Rhodes
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Platz der jüdischen Märtyrer und Synagoge in Rhodos

Rhodes, Greece

Der Platz der jüdischen Märtyrer und die angrenzende Kahal-Shalom-Synagoge liegen in der UNESCO-geschützten Altstadt von Rhodos und sind ein eindrucksvolles Zeugnis einer jahrtausendealten jüdischen Präsenz auf der Insel. Diese Orte bilden den Mittelpunkt des ehemaligen jüdischen Viertels, bekannt als La Juderia, und erzählen eine Geschichte von kultureller Blüte, Widerstandsfähigkeit und den tragischen Ereignissen des Holocaust.

Der Platz der jüdischen Märtyrer

Auf Griechisch heißt der Platz Evreon Martyron. Er wurde 1946 von Bürgermeister Gabriel Charitos offiziell benannt, um die jüdischen Opfer des Holocaust zu ehren. Auf dem Platz steht ein zentraler Brunnen mit drei Seepferdchen, der einen früheren, im Zweiten Weltkrieg zerstörten Brunnen ersetzte.

Ein markantes Merkmal ist das Holocaust-Mahnmal aus schwarzem Marmor, das am 23. Juni 2002 eingeweiht wurde. Das von Victor Restis gestiftete, sechsseitige Denkmal erinnert an die Opfer aus Rhodos und Kos. Es trägt die eindringliche Inschrift „Vergiss niemals“ in sechs Sprachen: Griechisch, Französisch, Italienisch, Englisch, Hebräisch und Judenspanisch (Ladino).

Die Kahal-Shalom-Synagoge: Ein historisches Heiligtum

Direkt neben dem Platz befindet sich die Kahal-Shalom-Synagoge, die älteste Synagoge Griechenlands. Sie wurde 1577 fertiggestellt. Ihr vollständiger Name lautet Kahal Kadosh Shalom (Heilige Gemeinde des Friedens) und sie ist die einzige Synagoge auf Rhodos, in der noch Gottesdienste abgehalten werden. Das Innere ist im traditionellen sephardischen Stil gehalten, mit der Tewa (dem Pult für die Toralesung) im Zentrum, nach Südosten in Richtung Jerusalem ausgerichtet. Der Boden ist ein markantes schwarz-weißes Steinmosaik aus lokalen Materialien, ein Design, das in den Gassen der Altstadt häufig zu finden ist.

Architektonisch zeichnet sich die Synagoge durch zwei Toraschreine aus. 1935 wurde aufgrund einer liberaleren Religionspolitik eine Empore für die Frauen hinzugefügt. In den Räumen, die einst als Gebetsbereich für Frauen dienten, ist heute das Jüdische Museum von Rhodos untergebracht, das 1997 von Aron Hasson, einem Rhodier in dritter Generation, gegründet wurde.

Eine lange und komplexe Geschichte

Die jüdische Gemeinde von Rhodos geht auf das 2. Jahrhundert v. Chr. zurück. Sie wurde maßgeblich durch die Ankunft sephardischer Juden geprägt, die 1492 vor der Spanischen Inquisition flohen und ihre Kultur und die Sprache Ladino mitbrachten. Die Gemeinde florierte unter der osmanischen Herrschaft, die 1522 begann, und zählte im frühen 20. Jahrhundert bis zu 4.500 Mitglieder.

Die italienische Besatzung ab 1912 und die darauffolgenden faschistischen Rassengesetze der 1930er Jahre veranlassten viele zur Auswanderung. Die dunkelste Zeit begann mit der deutschen Besatzung im Jahr 1943. Am 23. Juli 1944 wurden 1.673 Mitglieder der jüdischen Gemeinde zusammengetrieben und in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert, nur etwa 151 überlebten. In dieser Zeit kam es zu einem Akt interreligiöser Solidarität, als eine Torarolle aus der Synagoge geschmuggelt und vom Mufti von Rhodos unter der Kanzel der Murad-Reis-Moschee in Sicherheit gebracht wurde.

Die Orte heute

Heute ist der Platz der jüdischen Märtyrer ein ruhiger Ort der Besinnung, umgeben von kleinen Geschäften und Cafés. Die Kahal-Shalom-Synagoge dient heute hauptsächlich als Museum und historisches Denkmal und ist von April bis Oktober täglich für die Öffentlichkeit zugänglich. Gottesdienste finden hauptsächlich im Sommer und an Feiertagen statt, wenn jüdische Touristen und Nachfahren die Insel besuchen. Das Jüdische Museum von Rhodos bewahrt das reiche Erbe der Gemeinde und empfängt jährlich rund 20.000 Besucher. Die örtliche jüdische Gemeinde ist heute sehr klein und zählt nur noch zwischen 20 und 35 Personen.

FAQ

Wann wurde die Kahal-Shalom-Synagoge erbaut?

Die Kahal-Shalom-Synagoge wurde 1577 fertiggestellt und ist damit die älteste Synagoge Griechenlands.

Welche Bedeutung hat das Denkmal auf dem Platz der jüdischen Märtyrer?

Das sechsseitige Denkmal aus schwarzem Marmor ist ein 2002 eingeweihtes Holocaust-Mahnmal. Es ehrt die jüdischen Opfer von Rhodos und Kos und trägt die Inschrift „Vergiss niemals“ in sechs Sprachen.

Was geschah mit der jüdischen Gemeinde von Rhodos während des Zweiten Weltkriegs?

Unter deutscher Besatzung wurden am 23. Juli 1944 1.673 Mitglieder der Gemeinde in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Nur etwa 151 Menschen überlebten.

Finden in der Kahal-Shalom-Synagoge noch Gottesdienste statt?

Obwohl sie die einzige aktive Synagoge auf Rhodos ist, dient sie hauptsächlich als Museum. Gottesdienste finden vor allem im Sommer und an Feiertagen für jüdische Touristen und Nachfahren statt.

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