Basilica di Santa Maria dei Servi: Bolognas gotisches Herz - Bologna
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Basilica di Santa Maria dei Servi: Bolognas gotisches Herz

Bologna, Italy

Die Basilica di Santa Maria dei Servi erhebt sich als imposantes gotisches Wahrzeichen in Bologna. Sie wurde 1346 vom Orden der Serviten der seligen Jungfrau Maria gegründet. Ihr weitläufiger Portikus umschließt einen ruhigen Innenhof und bietet zeitlosen Schutz an der belebten Straße. Diese römisch-katholische Basilika, die im 20. Jahrhundert von Papst Pius XII. in diesen Rang erhoben wurde, ist ein Eckpfeiler der unverwechselbaren Stadtlandschaft Bolognas.

Architektonischer Entwurf und Bau

Der Bau der Basilika begann 1345 nach dem Hauptentwurf von Andrea da Faenza, einem leitenden Ordensbruder und Architekten. Die Kirche ist im klassischen gotischen Stil gehalten und hat einen Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes, drei von massiven Säulen und Spitzbögen getrennte Schiffe und eine flache, fünfteilige achteckige Apsis. Der Hauptbau war Ende des 14. Jahrhunderts weitgehend fertiggestellt, der Glockenturm kam 1453 hinzu.

Ein überraschendes Detail ist die Fassade der Basilika, die bis heute unvollendet und schmucklos geblieben ist. Ihre schlichte Ziegelfassade steht in starkem Kontrast zu dem kunstvollen und monumentalen Portikus, der den Komplex prägt.

Der monumentale Portikus

Ein prägendes Merkmal der Basilika ist ihr monumentaler Portikus, ein wesentlicher Bestandteil der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Bogengänge Bolognas. Der Bau dieses Quadriportikus begann 1393 und wurde über Jahrhunderte hinweg schrittweise erweitert. Die endgültige Fertigstellung erfolgte erst 1855, was ihn zu einem der längsten Bauprojekte unter den Portiken Bolognas macht.

Mit einer Breite von etwa sechs Metern ist er einer der breitesten Portiken der Stadt und fungiert als öffentlicher „linearer Säulengangplatz“. Der Entwurf weist ein eigenartiges architektonisches Detail auf: einen profilierten Ring, der den Schaft der Säulen unterbricht, ein Merkmal, das spätere bolognesische Bautraditionen beeinflusste. Während die meisten Gewölbe aus Ziegeln bestehen, sind drei Abschnitte auf einzigartige Weise aus leichtem Holzrohr gefertigt, das mit Gipszement gefüllt ist.

Historische Meilensteine

Die Geschichte der Basilika ist von bedeutenden Ereignissen geprägt. Nach ihrer Gründung im 14. Jahrhundert erlebte sie während der napoleonischen Ära eine turbulente Zeit. 1797 besetzten Napoleons Truppen das Gebäude und nutzten es als Kaserne. 1802 wurde sie zur Pfarrkirche und das angrenzende Kloster wurde enteignet. Nach der Restauration konnte der Servitenorden 1815 in die Basilika zurückkehren.

Kunst und kulturelles Erbe

Santa Maria dei Servi beherbergt bedeutende Kunstwerke. Das am meisten verehrte ist das Altarbild „Maestà“ (Thronende Madonna) des Malers Cimabue. Das Werk wurde im Laufe der Jahrhunderte so stark beschädigt und übermalt, dass es fälschlicherweise einem anderen Künstler zugeschrieben wurde, bis es 1885 endgültig identifiziert werden konnte. Ein weiteres bemerkenswertes Werk ist der Marmoraltar der Verkündigung, der 1558 von Giovanni Angelo Montorsoli, einem Schüler Michelangelos, geschaffen wurde.

Auch in der modernen Kultur hat die Basilika ihren Platz gefunden. Ihr Portikus war in einer Szene von Pier Paolo Pasolinis Film „Edipo Re“ (König Ödipus) aus dem Jahr 1967 zu sehen. Der bolognesische Liedermacher Francesco Guccini erwähnte den Portikus und seinen Weihnachtsmarkt auch in seinem Lied „Eskimo“ von 1978.

Die Basilika heute

Heute ist die Basilica di Santa Maria dei Servi ein aktiver Ort des Gottesdienstes, der täglich für Besucher geöffnet ist. Sie verfügt über eine Musikkapelle und eine bemerkenswerte Tamburini-Pfeifenorgel von 1968 und veranstaltet regelmäßig Konzerte mit klassischer Musik. Der Portikus dient weiterhin als öffentlicher Treffpunkt und beherbergt den berühmten traditionellen Weihnachtsmarkt Fiera di Santa Lucia, eine Tradition, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht. Das ehemalige Kloster wird heute als Wache der Carabinieri genutzt.

FAQ

Warum ist der Portikus von Santa Maria dei Servi so berühmt?

Ihr Portikus ist berühmt, weil er einer der breitesten in Bologna ist, Teil eines UNESCO-Weltkulturerbes und eine außergewöhnlich lange Bauzeit von 1393 bis 1855 hatte. Außerdem findet hier der historische Weihnachtsmarkt der Stadt, die Fiera di Santa Lucia, statt.

Welche berühmten Kunstwerke gibt es in der Basilica di Santa Maria dei Servi?

Die Basilika beherbergt die berühmte „Maestà“ (Thronende Madonna) des Malers Cimabue und einen Marmoraltar der Verkündigung, der von Giovanni Angelo Montorsoli, einem Schüler Michelangelos, geschaffen wurde.

Ist die Fassade der Basilika fertiggestellt?

Nein, die Fassade der Basilica di Santa Maria dei Servi ist unvollendet. Ihre schlichte Ziegelfassade steht in starkem Kontrast zu ihrem kunstvollen und monumentalen Portikus.

Wann wurde die Basilica di Santa Maria dei Servi gebaut?

Die Basilika wurde 1346 gegründet. Der Bau der Kirche selbst begann um 1345–1346, wobei der Hauptbau bis 1396 weitgehend fertiggestellt war. Ihr berühmter Portikus wurde über Jahrhunderte von 1393 bis 1855 erbaut.

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