
Stufles: Das uralte Herz von Brixen entdecken
Stufles ist der Urkern von Brixen (Bressanone), ein malerisches Viertel, hinter dessen charmanter mittelalterlicher Fassade sich eine bis in die prähistorische Zeit zurückreichende Geschichte verbirgt. Als ältester Stadtteil war es bereits lange vor der ersten urkundlichen Erwähnung Brixens durchgehend bewohnt und bietet so einen einzigartigen Einblick in die tiefgründige und vielschichtige Vergangenheit der Region.
Uralte Ursprünge und strategische Bedeutung
Lange bevor Brixen im Jahr 901 n. Chr. als „Prihsna“ erwähnt wurde, gab es in Stufles schon in der Hallstattzeit Siedlungen. Seine strategische Lage am Zusammenfluss von Eisack und Rienz sowie seine Position an der wichtigen Römerstraße Via Claudia Augusta und der Brenner-Alpenroute machten den Ort schon früh zu einem Zentrum menschlicher Aktivität. Archäologische Funde aus der Steinzeit, der Römerzeit und dem Mittelalter bestätigen diese uralten Wurzeln.
Schon der Name ‚Stufles‘ selbst könnte auf diese tiefe Vergangenheit hindeuten. Er leitet sich möglicherweise vom lateinischen ‚ad stubulas‘ ab, was so viel wie ‚bei den Dampfbädern‘ oder ‚geheizten Räumen‘ bedeutet und auf Einrichtungen aus der Römerzeit schließen lässt.
Die Ära der Fürstbischöfe
Stufles war von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung Brixens zu einem mächtigen Kirchenstaat. Der Grundstein wurde im Jahr 901 n. Chr. gelegt, als König Ludwig IV. das Kind den Königshof „Prihsna“ an Bischof Zacharias von Säben übertrug. Ein Jahrhundert später erhob Bischof Hartwig (1020–1039) Brixen zur Stadt und umgab sie mit Befestigungsanlagen.
Im Jahr 1027 verlieh Kaiser Konrad II. den Bischöfen die Oberhoheit und gründete damit formell das Fürstbistum Brixen. Dies gab den Bischöfen bedeutende weltliche und geistliche Autorität, eine Macht, die sie fast acht Jahrhunderte lang bis zur Säkularisierung des Fürstentums im Jahr 1803 innehaben sollten. Die Fürstbischöfe haben den Charakter und die Entwicklung der ganzen Stadt, einschließlich ihres uralten Herzens Stufles, unauslöschlich geprägt.
Geschichte, die ans Licht kam
Unter den malerischen Gassen von Stufles liegen dramatische Zeugnisse seiner langen Geschichte. Nach einem Brand im Viertel brachten archäologische Ausgrabungen nicht nur verkohlte Balken und zahlreiche Webgewichte zutage, sondern auch eine erstaunliche Entdeckung. Unter der Brandschicht wurde eine Grabstätte mit zwei Individuen gefunden. Einer von ihnen lag auf dem Bauch, die Hände auf dem Rücken gefesselt, ein düsterer und geheimnisvoller Einblick in eine ferne Vergangenheit.
Stufles in der Neuzeit
Heute gilt Stufles als eines der charmantesten Viertel Brixens. Sein historischer Baubestand ist als wertvoll anerkannt und steht unter Denkmalschutz. Das Viertel ist eine Fußgängerzone und ein lebendiges Kreativzentrum mit kleinen Ateliers, gemütlichen Cafés und hübschen Geschäften in seinen engen Gassen und an den malerischen Flussufern.
Besucher können künstlerische Highlights wie die Schutzengelkirche erkunden. Wer sich für die uralte Vergangenheit des Ortes interessiert, findet in der Nähe einen „Archeopfad“. Informationstafeln geben dort Auskunft über die bedeutenden archäologischen Funde der Gegend.
FAQ
Was ist Stufles?
Stufles ist der älteste Stadtteil von Brixen (Bressanone). Die Siedlungsgeschichte des Ortes reicht ohne Unterbrechung bis in die Jungsteinzeit und die Römerzeit zurück, also lange vor die erste urkundliche Erwähnung der Stadt.
Woher kommt der Name Stufles?
Man nimmt an, dass der Name ‚Stufles‘ vom lateinischen ‚ad stubulas‘ abstammt. Das bedeutet so viel wie ‚bei den Dampfbädern‘ oder ‚geheizten Räumen‘ und deutet auf römische Anlagen in der Gegend hin.
Welche überraschende Entdeckung wurde in Stufles gemacht?
Nach einem Brand stießen Archäologen bei Ausgrabungen in Stufles auf eine Grabstätte mit zwei Personen. Eine von ihnen wurde in Bauchlage mit auf dem Rücken gefesselten Händen gefunden.
Wie lange war Brixen ein Fürstbistum?
Brixen war die Hauptstadt eines Fürstbistums, in dem die Bischöfe sowohl weltliche als auch geistliche Macht besaßen. Diese Ära dauerte von der Gründung im Jahr 1027 n. Chr. bis zur Säkularisierung im Jahr 1803, also fast acht Jahrhunderte.



