
Weißer Turm: Brixens historisches Turmmuseum
Der Weiße Turm ist ein markantes Wahrzeichen von Brixen in Südtirol. Mit seinen 72 Metern Höhe ist er das höchste Gebäude der Altstadt und dient als Glockenturm der Pfarrkirche St. Michael. Das denkmalgeschützte Bauwerk gewährt einen Einblick in das spirituelle Erbe und die historische Stadtstruktur von Brixen.
Eine vom Feuer gezeichnete Geschichte
Ursprünglich um 1300 erbaut, war der Turm wegen seines dunklen Natursteins zunächst als „Schwarzer Turm“ bekannt. Ein großer Stadtbrand zerstörte das Bauwerk im Jahr 1444, was 1459 zu seinem Wiederaufbau führte. Bei diesem Wiederaufbau wurde der Turm im Stil der Spätgotik fertiggestellt und mit einem hellen Putz versehen, was ihm den neuen Namen „Weißer Turm“ einbrachte. Ende des 16. Jahrhunderts wurde eine Kuppel aus Kupfer, die „Schwarze Kappe“, aufgesetzt. Diese wurde jedoch 1918 für die Kriegsmetallsammlung abgenommen und durch weißes Zinnblech ersetzt.
Symbol bürgerlicher Identität
Die Geschichte des Turms ist eng mit der Identität der Brixner Bürger verbunden. Im 13. Jahrhundert erhob Bischof Bruno St. Michael von einer einfachen Friedhofskirche zur Hauptpfarrkirche der Stadt. Damit wurde der Turm zu einem Symbol bürgerlicher Freiheit und Sicherheit, im Gegensatz zum nahen Dom, der die Autorität der Fürstbischöfe repräsentierte, die bis 1803 über die Region herrschten. Der Turm unterstrich die Rolle der Bürgerschaft in einer komplexen politischen und religiösen Landschaft.
Die Wacht des Türmers
Jahrhundertelang spielte der Weiße Turm eine entscheidende Rolle für die Sicherheit der Stadt. Ein Feuerwächter, der „Türmer“, wohnte in einer Wohnung im Turm und hielt Tag und Nacht ständig Wache, um vor Bränden und möglichen Feinden zu warnen. Die charakteristischen Giebelerker des Turms waren ursprünglich als Aussichtsposten für den Wächter konzipiert. Dieses architektonische Merkmal wurde so prägnant, dass es bei vielen anderen Gebäuden im Raum Brixen nachgeahmt wurde.
Museum und Melodie
Seit seiner Restaurierung im Jahr 2006 beherbergt der Weiße Turm ein Museum, das „Museum im Weißen Turm“. Besucher können rund 200 Stufen hinaufsteigen, um den Panoramablick über die Stadt zu genießen und verschiedene Ausstellungen zu erkunden. Das Museum zeigt Glocken im Kleinformat, Turmuhren und Details über die historischen Aufgaben der Türmer. Eine Besonderheit ist das Glockenspiel des Turms, das 2007 installiert wurde. Es besteht aus 43 Glocken und spielt täglich um 11:00 Uhr eine Melodie, die der Stadt ein unverwechselbares Hörerlebnis beschert.
FAQ
Woher hat der Weiße Turm seinen Namen?
Ursprünglich war er wegen seines dunklen Gesteins als „Schwarzer Turm“ bekannt. Nach dem Wiederaufbau im Jahr 1459 infolge eines Brandes wurde er mit einem hellen Putz versehen, was ihm seinen heutigen Namen „Weißer Turm“ einbrachte.
Kann man den Weißen Turm besichtigen?
Ja, seit 2006 wird der Turm als „Museum im Weißen Turm“ betrieben. Besucher können rund 200 Stufen hinaufsteigen, um Ausstellungen zur Geschichte des Turms zu sehen und den Panoramablick über Brixen zu genießen.
Wie hoch ist der Weiße Turm?
Der Weiße Turm ist 72 Meter hoch und damit das höchste Gebäude in der Brixner Altstadt.
Was hört man um 11 Uhr vom Turm?
Das ist eine Melodie, die von einem komplexen Glockenspiel-Mechanismus gespielt wird. Er besteht aus 43 Glocken und erklingt täglich um 11:00 Uhr.



