
Chiesa di Santa Chiara: Notos barockes Juwel
Die Chiesa di Santa Chiara, mit offiziellem Namen Chiesa di Santa Maria Assunta, ist ein herausragendes Beispiel sizilianischer Barockarchitektur an Notos Hauptstraße, dem Corso Vittorio Emanuele. Die Kirche wurde 1730 von dem gefeierten Architekten Rosario Gagliardi entworfen und 1758 fertiggestellt. Sie ist ein Zeugnis des beeindruckenden Wiederaufbaus der Stadt nach einem katastrophalen Erdbeben.
Architektur und Innenraum
Die elegante, geschwungene Fassade der Kirche ist ein Blickfang an der Straße. Im Inneren besticht sie durch ein einziges, ovales Kirchenschiff, ein Entwurf, der zur Zeit ihres Baus auf Sizilien als selten galt. Der Innenraum ist reich mit kunstvollen Stuckarbeiten und Putten verziert. Die Säulen, die das Kirchenschiff säumen, werden von zwölf Apostelstatuen des Stuckateurs Basile gekrönt. Zu den weiteren bedeutenden Kunstwerken gehören ein Altarbild von Salvatore Lo Forte aus dem Jahr 1854, das den heiligen Benedikt und die heilige Scholastika darstellt, und eine Marmorstatue der Madonna mit Kind aus dem 16. Jahrhundert, die Antonello Gagini zugeschrieben wird.
Eine Geschichte von zwei Eingängen
Ein markantes Merkmal der Kirche ist ihr ursprünglicher Haupteingang am Corso Vittorio Emanuele, der heute zugemauert ist und mehr als zwei Meter über dem aktuellen Straßenniveau liegt. Dieser ungewöhnliche Anblick ist das Ergebnis von Erdarbeiten aus dem 19. Jahrhundert, bei denen die Straße erheblich abgesenkt wurde, was das prächtige Portal unbrauchbar machte. Infolgedessen wurde der Hauptzugang zur Kirche dauerhaft an einen Seiteneingang in der Via Capponi verlegt.
Historischer Kontext und UNESCO-Status
Die Existenz von Santa Chiara ist untrennbar mit dem verheerenden Erdbeben von 1693 im Val di Noto verbunden, das die alte Stadt Noto Antica vollständig zerstörte. Die Stadt wurde etwa sechs Kilometer entfernt wiederaufgebaut, was Architekten wie Gagliardi die Möglichkeit bot, eine harmonische Stadtlandschaft im Stil des Spätbarock zu schaffen und dabei den für die Region charakteristischen goldenen Tuffstein zu verwenden. In Anerkennung dieser einzigartigen architektonischen Leistung wurde die Kirche zusammen mit anderen Monumenten der Stadt 2002 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Spätbarocke Städte des Val di Noto“ erklärt.
Die Kirche und das Kloster heute
Die Chiesa di Santa Chiara ist auch heute noch eine aktive Kirche. Das angrenzende ehemalige Benediktinerkloster beherbergt heute das städtische Museum von Noto. Gegen eine separate Gebühr kannst du die Terrasse der Kirche besteigen, die einen Panoramablick auf die Skyline von Noto mit der Kathedrale bietet. Das angeschlossene Kloster ist immer noch die Heimat von Klausurnonnen, die einst die Messe durch spezielle, eisenvergitterte Öffnungen verfolgten, um von der Öffentlichkeit ungesehen zu bleiben.
FAQ
Warum ist die Haupttür der Chiesa di Santa Chiara so weit oben?
Der ursprüngliche Haupteingang am Corso Vittorio Emanuele liegt so hoch, weil das Straßenniveau im 19. Jahrhundert erheblich abgesenkt wurde. Dadurch wurde die Tür unzugänglich, weshalb sie zugemauert und der Eingang in die Seitenstraße Via Capponi verlegt wurde.
Wer hat die Chiesa di Santa Chiara entworfen?
Die Kirche wurde 1730 von dem aus Syrakus stammenden Architekten Rosario Gagliardi, einem Meister des sizilianischen Barocks, entworfen. Der Bau wurde 1758 fertiggestellt.
Was ist das Besondere am Innenraum der Kirche Santa Chiara?
Die Kirche hat ein einziges, ovales Kirchenschiff, ein architektonisches Merkmal, das im Sizilien des 18. Jahrhunderts ungewöhnlich war. Der Innenraum ist auch für seine zwölf Apostelstatuen bekannt, die die Säulen schmücken.
Gehört die Chiesa di Santa Chiara zum UNESCO-Weltkulturerbe?
Ja, im Jahr 2002 wurde die Kirche als Teil des UNESCO-Weltkulturerbes „Spätbarocke Städte des Val di Noto“ anerkannt. Diese Auszeichnung würdigt den außergewöhnlichen Wiederaufbau der Region nach dem Erdbeben.



