Statua del Nettuno: Trients Brunnen und historisches Wahrzeichen - Trento
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Ziel

Statua del Nettuno: Trients Brunnen und historisches Wahrzeichen

Trento, Italy

Allen Zweifeln zum Trotz

Um dauerhaft fließendes Wasser in Trients historischen Kern zu leiten, musste sich ein Ingenieur des 18. Jahrhunderts gegen die Skepsis einer ganzen Stadt durchsetzen. Der Architekt und Hydraulikspezialist Francesco Antonio Giongo erhielt den Auftrag für den Brunnen 1767, mitten im Zeitalter der Aufklärung. Sein Ziel war es, sauberes Trinkwasser direkt ins urbane Zentrum zu bringen. Giongo schaffte das, indem er frisches Quellwasser durch Kiefernholzrohre quer über die Schlucht des Bus de Vela leitete.

Pünktlich zum Fest des heiligen Vigilius am 26. und 27. Juni 1769 wurde der Brunnen offiziell eingeweiht. Eine lateinische Inschrift an der Mittelsäule feiert Giongos ingenieurtechnischen Triumph: Er habe das Wasser dauerhaft zum Fließen gebracht, „als schon alle verzweifelt waren“.

Skulpturendetails und edler Stein

Zwölf Meter ragt das Monument mitten auf der Piazza Duomo in die Höhe und besticht durch das Zusammenspiel heimischer Gesteinsarten. Das vieleckige Stufenbecken und die Mittelsäule bestehen aus rotem Ammonitico-Kalkstein. Die Wasserwesen, darunter Tritonen, Seepferdchen und auf Delfinen reitende Putten, meißelte Stefano Salterio da Laglio ursprünglich aus weißem Arco-Kalkstein.

Heute erfüllt das stetige Plätschern des Wassers, das sich über die gestuften Muschelbecken aus rotem Stein ergießt, den gesamten Platz. Die Neptunstatue an der Spitze ist allerdings eine Bronzekopie, 1942 von Davide Rigatti gegossen und 1945 aufgestellt.

Ein gewagtes städtisches Statement

Warum thront ein heidnischer Meeresgott mitten in einer alpinen Stadt? Die lokale Tradition führt dies auf den antiken römischen Namen Trients zurück, Tridentum, angelehnt an Neptuns dreizackigen Speer. Einen monumentalen heidnischen Wassergott direkt neben der Kathedrale San Vigilio zu platzieren, genau dort, wo einst das Konzil von Trient die Gegenreformation vorantrieb, war für die damalige Zeit ein bemerkenswert mutiges bürgerliches Statement.

Der Brunnen bildet das Herzstück der Piazza Duomo und verbindet die historische Kulisse aus Torre Civica, den freskengeschmückten Cazuffi-Rella-Häusern und den Adelspalästen entlang der Via Belenzani.

Denkmalschutz und ein deutscher Zwilling

Im Laufe der Jahrhunderte kam der Brunnen um Restaurierungen nicht herum. Weil die Verwitterung am Stein nagte, wurden die unteren Skulpturen zwischen 1869 und 1872 durch Nachbildungen des einheimischen Bildhauers Andrea Malfatti ersetzt, basierend auf präzisen Vorstudien des Malers Ferdinando Bassi. Um Salterios originalen Stein-Neptun aus dem 18. Jahrhundert vor Wetterschäden zu schützen, zog er in den Innenhof des Palazzo Thun um, wo er heute in einer stilvollen Rokoko-Nische steht.

Der Brunnen sorgte auch über die Landesgrenzen hinaus für Bewunderung. 1895 schuf der Bildhauer Leo Müsch eine detailgetreue Kopie des Trienter Neptunbrunnens für die deutsche Stadt Elberfeld, die heute zu Wuppertal gehört.

FAQ

Wer hat die Statua del Nettuno in Trient entworfen?

Das Monument und sein Wassersystem wurden zwischen 1767 und 1769 vom Architekten Francesco Antonio Giongo geplant und konstruiert. Die ursprünglichen Steinskulpturen schuf Stefano Salterio da Laglio.

Ist die Neptunstatue auf dem Brunnen das Original?

Nein, die heutige Statue ist eine Bronzekopie, die 1942 gegossen und 1945 montiert wurde. Das Original aus Stein wurde zu seinem Schutz abgebaut und steht heute im Innenhof des Palazzo Thun.

Warum steht die Statue eines Meeresgottes in einer Alpenstadt?

Der lokalen Überlieferung nach geht der heidnische Meeresgott auf Trients antiken römischen Namen Tridentum zurück, eine Anspielung auf Neptuns Dreizack.

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